Die ThyssenKrupp-Aktie verliert am Mittwoch fast 10 Prozent auf 13,23 Euro. Dahinter steht allerdings kein operativer Rückschlag, sondern der vollzogene Spin-off des früheren Werkstoffgeschäfts unter dem Namen TK Accelis, der den Marktwert des Mutterkonzerns rechnerisch bereinigt. Was bleibt für Aktionäre nach der Abspaltung übrig?
Abspaltung ist vollzogen
Der Kursabschlag von fast 10 Prozent spiegelt den Wert des abgespaltenen Accelis-Anteils wider, der nun nicht mehr im Kurs des Industriekonzerns steckt. In den beiden Handelstagen zuvor hatte das ThyssenKrupp-Papier noch knapp 8 Prozent zugelegt.
TK Accelis startete auf Xetra im frühen Handel mit einem ersten Kurs von 28,70 Euro. In der Spitze wurden 30,70 Euro gezahlt, zuletzt notierte die Aktie knapp über 30 Euro.
Jefferies rechnet vor
Analyst Tommaso Castello von der US-Bank Jefferies hatte den Unternehmenswert von TK Accelis im Vorfeld der Abspaltung auf 2,6 bis 4,8 Milliarden Euro veranschlagt. Die Spanne ergibt sich aus dem Zielkorridor für das operative Ergebnis (Ebitda) im Geschäftsjahr 2026/27, den Jefferies bei 325 bis 400 Millionen Euro sieht.
Für die ThyssenKrupp-Aktie leitet Castello aus dem Deal ein Kurspotenzial von 16,80 bis 18,70 Euro je Aktie ab. Jefferies rät angesichts dieses Szenarios weiter zum Kauf der ThyssenKrupp-Aktie.
Fazit
Aus unserer Sicht ist der optische Kursverlust kein Verkaufsgrund, sondern die rechnerische Folge der Abspaltung. Entscheidend wird sein, ob TK Accelis das operative Ergebnis im Geschäftsjahr 2026/27 im oberen Bereich der von Jefferies genannten Spanne von 325 bis 400 Millionen Euro erreicht, denn davon hängt ab, ob sich das von Jefferies errechnete Kurspotenzial von bis zu 18,70 Euro für ThyssenKrupp realisieren lässt. Bestehende Anleger könnten beide Positionen zunächst halten und die ersten eigenständigen Zahlen von Accelis abwarten. Wer neu einsteigen möchte, könnte die ersten Handelswochen abwarten, bis sich ein belastbarer Kurs für das abgespaltene Geschäft gebildet hat.
Quelle: dpa-AFX
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