+++ Aktien-Enthüllung am 12.11.: Ist diese Aktie ein Verdoppler? Sichere Dir hier Deinen Informationsvorsprung +++
Quelle: ChatGPT

Infineon-Aktie: Trägt der Qualcomm-Deal die Erholung jetzt weiter?

Rückenwind für Halbleiter

Die Infineon-Aktie erholt sich vom Kursrutsch der Vorwoche. Am vergangenen Freitag verlor sie im Sog des schwachen Intel-Ausblicks 6,72% und schloss bei 50,78 €. Am Dienstag legte sie um 2,4% zu, am selben Tag gab Infineon eine Technologievereinbarung mit Qualcomm für zentrale Fahrzeugcomputer bekannt. Außerdem kommt der Konzern mit seinen GaN-Leistungshalbleitern voran. Am kommenden Dienstag legt der Münchner Konzern seine Jahreszahlen vor. Damit stellt sich die Frage: Tragen diese Impulse die Erholung über den Zahlentermin hinaus?

Intel belastet die Branche

Ausgelöst wurde der Ausverkauf durch Intel. Der US-Konzern stellte für das Schlussquartal einen Umsatz von 15 bis 16 Milliarden US$ in Aussicht, Analysten hatten mit 17,1 Milliarden US$ gerechnet. Die Intel-Aktie brach daraufhin am Freitag um rund 30% ein. Belastet wurde die ganze Branche zusätzlich durch Sorgen über die hohen KI-Investitionen der großen Cloud-Konzerne. Infineon traf es besonders hart, weil die Aktie zuvor stark gestiegen war.

Mit dem PC-Markt hat Infineon direkt wenig zu tun. Der Konzern ist vor allem bei Chips für Autos, Industrie und Energieversorgung stark.

Qualcomm stärkt das Autogeschäft

Infineon entwickelt mit Qualcomm ein Subsystem auf Basis von Mikrocontrollern, das neben den Plattformen Snapdragon Ride und Ride Flex arbeitet. Es kombiniert AURIX-Mikrocontroller mit OPTIREG-Chips für das Energiemanagement. Das Subsystem soll die funktionale Sicherheit steuern: Es übernimmt Echtzeitfunktionen, überwacht die Systemdiagnose und leitet bei sicherheitskritischen Fahrfunktionen Notfallprozeduren ein. Für Autohersteller und Zulieferer stellt Infineon zudem ein eigenes Softwarepaket bereit, das auch die Anbindung an Ethernet- und CAN-Netzwerke abdeckt. Die Hardware zeigt Infineon vom 10. bis 13. November auf der Messe electronica in München.

Laut Peter Schiefer, Chef der Autosparte, setzt der Ansatz auf einen leistungsstarken Hauptchip, um den spezialisierte Bausteine angeordnet sind. Für Infineon bedeutet das: Wählt ein Hersteller Snapdragon Ride, kommt Infineon mit ins Fahrzeug. Ich gehe davon aus, dass daraus erst mit Serienanläufen spürbarer Umsatz entsteht. Strategisch sichert die Vereinbarung Infineon aber einen Platz in der Architektur softwaredefinierter Fahrzeuge.

GaN treibt das KI-Geschäft

Kurzfristig wichtiger ist für mich das Geschäft mit Stromversorgung für Rechenzentren. Nach Unternehmensangaben liefert Infineon 900-Volt-GaN-Schalter für Halbleitertransformatoren von Enphase Energy. Mit NVIDIA arbeitet der Konzern an GaN-Wandlern für KI-Rechenzentren mit 800 Volt Gleichstrom. In Villach will Infineon bis 2034 rund 1,1 Milliarden € in die GaN-Fertigung investieren. Mit Stromversorgung für KI-Rechenzentren rechnet Infineon für 2026 mit rund 1,5 Milliarden € Umsatz und für 2027 mit rund 2,5 Milliarden €.

Goldman Sachs meldete eine Gesamtposition von 5,65%, nach zuvor 4,73%. Davon entfallen allerdings 4,5% auf Finanzinstrumente und nur 1,15% auf Aktien. Als Vertrauensbeweis eines Großinvestors taugt die Meldung deshalb nur bedingt.

Bewertung setzt Gewinnsprung voraus

Für das Ende September abgelaufene Geschäftsjahr 2026 erwarten Analysten einen Gewinn von rund 1,76 € je Aktie. Für 2026/27 rechnen 25 Analysten im Mittel mit 2,84 €. Bei einem Kurs von rund 52 € ergibt sich daraus ein KGV von knapp 30 für 2026 und von etwa 18 für 2026/27. Günstig wird die Aktie also erst, wenn der Gewinn tatsächlich um rund 60% steigt.

Jefferies hat die Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 96 € bestätigt. Analyst Janardan Menon verweist dabei auf die Investitionen der Cloud- und Rechenzentrumsbetreiber. Ende September hatte er allerdings auch geschrieben, dass er im vierten Quartal den Höhepunkt des Zyklus erwartet und die Bewertungen in der Branche unter Druck bleiben dürften. Susquehanna bleibt zwar positiv, senkte das Kursziel am 21. Oktober aber von 100 € auf 85 €.

Fazit

Die Erholung halte ich für gut begründet, weil der Intel-Schock Infineon vor allem über die Stimmung in der Branche getroffen hat und weniger über das eigene Geschäft. Der Qualcomm-Deal stärkt die langfristige Position im Auto, die GaN-Projekte stützen das KI-Geschäft. Für den Kurs zählt jedoch der Ausblick am 10. November: Bestätigt Infineon den erwarteten Gewinnsprung für 2026/27 und untermauert die Ziele für das KI-Geschäft, wäre die Bewertung für eine Firma mit diesem Wachstum vertretbar. Das Kursziel von Jefferies würde dann greifbarer. Enttäuscht dagegen der Ausblick oder schlägt die Debatte um den Höhepunkt des Zyklus erneut durch, könnte die Aktie schnell wieder an die Marke von 50 € fallen.

Für bestehende Anleger könnte es sinnvoll sein, die Aktie zu halten. Ein Neueinstieg vor den Zahlen wäre für mich eine Wette auf die Prognose. Wer starke Kursschwankungen meiden will, könnte die Vorlage der Zahlen deshalb besser abwarten.

Infineon kaufen, halten oder verkaufen? Unsere Experten-Redaktion berichtet regelmäßig über Infineon und informiert Dich in Echtzeit, wenn Handlungsbedarf besteht. Aktiviere dafür einfach unseren kostenlosen Aktien-Alarm und sichere Dir Deinen persönlichen Informationsvorsprung.

Infineon weiterverfolgen – jetzt kostenlosen Aktien-Alarm aktivieren »