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Quelle: ChatGPT

Infineon-Aktie +2%: Erholung durch neue GaN-Technik

Halbleiter im Aufwind

Am Montag haben Infineon und Enphase Energy 900-Volt-Schalter aus Galliumnitrid für die Stromversorgung von KI-Rechenzentren vorgestellt. Die Infineon-Aktie legte im Xetra-Handel zuletzt um 2,3% bis 2,55% auf 53,51 € zu, im Tagesverlauf bewegte sie sich zwischen 51,84 € und 54,29 €. Damit stellt sich die Frage: Reicht die neue GaN-Technik, um die Erholung zu tragen?

GaN erreicht 900 Volt

Nach eigenen Angaben handelt es sich um die ersten monolithischen bidirektionalen GaN-Schalter der 900-Volt-Klasse. Sie stammen aus Infineons CoolGaN-Portfolio und sollen in Solid-State-Transformatoren von Enphase für KI-Rechenzentren arbeiten. Tests hat Infineon nach eigener Darstellung schon abgeschlossen, nun fließen die Bauteile in Entwicklungsaufbauten ein. Ein einzelnes Bauteil kann dabei Spannung in beide Richtungen sperren und Strom in beide Richtungen leiten. Bislang brauchte es dafür mehrere Bauteile.

Die GaN-Technik bei Enphase endete zuvor bei 650 Volt. Mit den neuen Schaltern lassen sich laut Unternehmensmitteilung Leistungswandler bauen, für die bislang meist Siliziumkarbid nötig war. Die Partner erwarten geringere Verluste, weniger Komponenten und eine höhere Leistungsdichte. Außerdem sollen die Bauteile eine einpolige 800-Volt-Versorgung ermöglichen und künftige Gleichstrom-Architekturen mit 1.500 Volt unterstützen. Auch gewerbliche Solar-Wechselrichter könnten davon profitieren.

Wolfspeed sichert Siliziumkarbid

Parallel arbeitet Infineon an seinem zweiten Standbein bei Leistungshalbleitern. Am 15. Oktober vereinbarten Infineon und Wolfspeed mehrjährige Lieferungen von Siliziumkarbid-Wafern. Der Vertrag umfasst neben den bisherigen 150-Millimeter-Wafern nun auch 200-Millimeter-Wafer. Nach Unternehmensangaben soll er die Umstellung der Fertigung auf das größere Format unterstützen und die Lieferkette widerstandsfähiger machen.

Für Anleger ist das relevant, weil größere Wafer die Kosten pro Chip senken. Bei Siliziumkarbid und Galliumnitrid baut Infineon damit gleichzeitig an zwei Technologien, die in der Stromversorgung von Rechenzentren gefragt sind. Kurzfristig ändern die Schalter für Enphase am Umsatz kaum etwas, denn sie befinden sich noch in der Entwicklung. Aus meiner Sicht geht es eher um die technologische Position in einem Markt, der wegen des KI-Ausbaus wächst.

Hohe Erwartungen eingepreist

Mitte Oktober lag das Konsens-Forward-KGV für das Geschäftsjahr 2026 bei 45,8. Das entsprach einem Aufschlag von 99% auf das mittlere Forward-KGV vergleichbarer Unternehmen. Seither ist der Kurs zwar weiter gefallen, die Aktie ist aber kein Schnäppchen. Dass das KGV in den Folgejahren sinkt, setzt deutlich steigende Gewinne voraus, die Infineon erst noch liefern muss.

Die Aktie notiert rund 40% unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 89,67 € vom 3. Juni 2026. Die Analysten sind dennoch überwiegend optimistisch. Jefferies bestätigte Ende September die Einstufung "Buy" mit einem Kursziel von 96 €. Bernstein sieht die Aktie bei 102 € und Berenberg bei 100 €. Die UBS ist mit "Hold" und einem Kursziel von 64 € zurückhaltender. Mitte Oktober lag das mittlere Kursziel bei 90,50 €.

Fazit

Ich sehe in der GaN-Partnerschaft mit Enphase einen Beleg dafür, dass Infineon bei Leistungshalbleitern für KI-Rechenzentren technologisch vorne mitspielt. Allein tragen kann die neue Technik die Erholung aus meiner Sicht aber nicht, den jüngsten Kursanstieg würde ich deshalb nicht überbewerten. Entscheidend wird, ob Infineon am 10. November mit den Quartalszahlen bestätigt, dass die Gewinne wieder stärker steigen. Erst dann wäre die hohe Bewertung für mich gerechtfertigt.

Für bestehende Anleger könnte es sinnvoll sein, die Aktie zu halten, da die meisten Kursziele weit über dem aktuellen Niveau liegen und die Position in beiden Materialtechnologien stärker wird. Wer neu einsteigen möchte, könnte die Zahlen abwarten. Solange die Aktie über dem Sechsmonatstief von 48,40 € vom 23. Oktober bleibt, sehe ich die Erholung als intakt an. Enttäuschen Ausblick oder Margen, dürfte die hohe Bewertung den Kurs aus meiner Sicht schnell wieder belasten.

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