Deutsche Bank-Aktie +3%: Ist jetzt noch Nachholpotenzial drin?
Die Deutsche-Bank-Aktie führt am Mittwoch den Dax an und legt am Vormittag um rund 3% auf 29,73 € zu. Auslöser ist ein überraschend starkes drittes Quartal mit knapp 1,6 Milliarden Euro Gewinn für die Aktionäre. Trotz der Rally liegt der Kurs noch rund 10% unter dem Niveau zum Jahreswechsel. Hat die Aktie nach dem dritten Rekordquartal in Folge noch Nachholpotenzial?
Drittes Rekordquartal in Folge
Der Vorsteuergewinn kletterte im dritten Quartal um 8% auf gut 2,6 Milliarden Euro. Analysten hatten dagegen mit einem Rückgang gerechnet. Nach Steuern blieben rund 1,9 Milliarden Euro und damit 2% mehr als ein Jahr zuvor. Nach Abzug von Minderheitsanteilen und Zinsen für eigenkapitalähnliche Anleihen entfielen knapp 1,6 Milliarden Euro auf die Aktionäre, nur wenig weniger als im Rekordjahr 2007.
Vorstandschef Christian Sewing sprach vom dritten Rekordquartal in Folge. Nach neun Monaten steht ein Vorsteuergewinn von rund 8,4 Milliarden Euro zu Buche, den Aktionären zurechenbar sind gut 5,1 Milliarden Euro. Im bisherigen Rekordjahr 2025 kam die Bank auf gut 9,7 Milliarden Euro vor Steuern und 6,1 Milliarden Euro Überschuss.
Investmentbank trägt Ergebnis
Den größten Beitrag lieferte erneut die Investmentbank mit knapp 1,1 Milliarden Euro Vorsteuergewinn, ein Zuwachs von 12% und mehr als Analysten im Schnitt erwartet hatten. Schon im Frühjahr hatten das Geschäft mit Wertpapieren und Währungen sowie die Begleitung von Börsengängen für einen Rekordgewinn gesorgt. Anke Reingen von der kanadischen Bank RBC hob hervor, dass die Sparte anders als bei einigen anderen Instituten die Erwartungen erfüllt habe.
Auch Unternehmensbank und Privatkundenbank steigerten ihren Vorsteuergewinn gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Kian Abouhossein von JPMorgan sprach von einer guten Entwicklung und sah die Kehrtwende im Firmenkundengeschäft endlich gelungen. Schwächer schnitt die börsennotierte Fondstochter DWS ab, deren Erträge und Gewinn weniger stark zulegten als erwartet. Die DWS-Fonds sammelten im Quartal unter dem Strich mit fast 31 Milliarden Euro so viel Geld ein wie nie zuvor.
Ausblick auf höhere Ziele
Für das laufende Jahr traut sich die Bank nun zu, die bisher angepeilte Ertragsmarke von rund 33 Milliarden Euro zu übertreffen. Sewing sieht den Vorstand zudem darin bestärkt, die angestrebte Eigenkapitalrendite von über 13% für 2028 übertreffen zu können. Wie viel mehr sich die Bank zutraut und auf welchem Weg, will Sewing im Januar mit den Jahreszahlen erläutern.
Fazit
Die Deutsche Bank liefert mit drei Rekordquartalen in Folge, einer wieder profitablen Unternehmensbank und einer starken Investmentbank operative Stärke, die der Kursabschlag von rund 10% seit Jahresbeginn bisher nicht widerspiegelt. Entscheidend wird sein, ob Sewing im Januar beim Renditeziel für 2028 konkret nachlegt und wie stabil die Investmentbank auch in ruhigeren Marktphasen abschneidet, da das Handelsgeschäft der volatilste Ergebnisbringer im Konzern bleibt. Vor diesem Hintergrund könnte es für bestehende Anleger naheliegen, die Position zu halten, während ein Einstieg angesichts der für Januar angekündigten Konkretisierung der Ziele gut überlegt sein sollte.
Quelle: dpa-AFX
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