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Dax -1,1%: Rücken die 26.000 Punkte jetzt weiter weg?

Zwei Belastungen treffen zusammen
Redaktion | Börse

Der Dax gibt am Dienstag im frühen Handel 1,1% auf 25.700 Punkte nach und rutscht damit unter sein Vortagestief. Noch am vergangenen Donnerstag stand der deutsche Leitindex erstmals seit Anfang September wieder über 26.100 Punkten. Damit stellt sich die Frage: Wie belastbar ist die Erholung, wenn Tech-Schwäche in den USA und neue Spannungen im Iran gleichzeitig auf die Kurse drücken?

Zwei Belastungen treffen zusammen

Der Rückgang zieht sich durch die Breite des Marktes. Der MDax sank ebenfalls um 1,1% auf 30.516 Zähler, der EuroStoxx 50 büßte im gleichen Umfang ein. Nach Meldungen über erneute Angriffe des US-Militärs auf Ziele im Iran zogen die Ölpreise an und machten einen Teil der deutlichen Verluste vom Vortag wett.

Dem Ausverkauf an der Nasdaq konnte sich der Dax in den vergangenen Tagen weitgehend entziehen, nun erwischt ihn die neuerliche Tech-Schwäche doch. Auslöser ist auch Apple: Der Konzern übertraf im vergangenen Quartal mit dem iPhone-Geschäft die Markterwartungen, doch teure Speicherchips treffen das Weihnachtsgeschäft. Auf Tradegate notierten die Apple-Aktien am Morgen im Minus gegenüber dem US-Börsenschluss.

Börsenexperte Andreas Lipkow vom Broker CMC Markets kommentierte: "Die Botschaft ist eindeutig: Selbst glänzende Geschäftszahlen reichen nicht mehr aus, wenn die Perspektiven nicht ebenso überzeugend ausfallen."

Ausblicke entscheiden über Kurse

Die Berichtssaison liefert dafür Belege. Bayer gewann 4,6%, weil ein starkes Pharmageschäft den Konzern optimistischer stimmt. Lufthansa legte nach Quartalszahlen 3% zu, nachdem das operative Ergebnis laut Bernstein Research über der Konsensschätzung lag. Die nach unten eingeengte Ebit-Zielspanne für 2026 führen die Analysten vor allem auf gestiegene Treibstoffkosten zurück.

Auf der Verliererseite stand Zalando mit minus 5%, nachdem Analysten die Bruttomarge des abgelaufenen Quartals bemängelt und auf den guten Lauf der Aktie im Oktober verwiesen hatten. Fresenius Medical Care verlor anfangs deutlich und holte die Verluste zuletzt auf. Goldman Sachs hatte zunächst darauf hingewiesen, dass der präzisierte Jahresausblick im vierten Quartal einen kräftigen Abschwung beim Ebit bedeuten würde.

Am stärksten traf es Teamviewer: Eine wegen verzögerter Abschlüsse gekappte Umsatzprognose ließ die Papiere um fast ein Viertel abstürzen. MWB Research sprach von einem enttäuschenden dritten Quartal und einer zunehmend ungewissen Wachstumserholung. Im Luftfahrtsektor verloren MTU 2,7%, nachdem die Bank of America die Kaufempfehlung gestrichen hatte.

Fazit

Der Handelstag zeigt, dass der Markt schwache Perspektiven derzeit härter bestraft als er gute Zahlen belohnt, wie die Beispiele Apple, Zalando und Teamviewer belegen. Solange die Tech-Werte in den USA unter Druck stehen und die Lage im Iran für neue Nachrichten sorgt, dürfte der Weg zurück über 26.000 Punkte zäh bleiben. Unternehmen mit bestätigtem oder angehobenem Ausblick wie Bayer und Lufthansa zeigen sich dagegen robust, während Titel mit gekappten Prognosen wie Teamviewer besonders anfällig bleiben. Entscheidend dürfte sein, ob der Dax das Niveau um 25.700 Punkte verteidigt oder weiter nachgibt.

Quelle: dpa-AFX

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