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Apple-Aktie: Ist ein KGV von 36 vor den Zahlen zu teuer?

Bewertung im Fokus
Redaktion | Börse

Vor den Quartalszahlen am Montagabend US-Zeit halten sich Apple-Anleger zurück: Die Aktie notierte im vorbörslichen US-Handel leicht im Minus, während für den Gesamtmarkt ein Plus von 0,8% erwartet wurde. Apple hatte Nvidia am Freitag im Rennen um das wertvollste Börsenunternehmen wieder überholt, mit einem Börsenwert von etwas über fünf Billionen US-Dollar gegenüber knapp fünf Billionen US-Dollar bei Nvidia. Reicht die Erwartungshaltung der Anleger noch, oder ist die Messlatte für Apple inzwischen zu hoch gelegt?

Eine Billion in vier Monaten

Seit dem Zwischentief Ende Juni hat die Apple-Aktie rund ein Viertel zugelegt und damit etwa eine Billion US-Dollar an Marktwert gewonnen. Getragen wurde die Rally von stetigem Umsatzwachstum und einem steigenden freien Barmittelzufluss, die am Markt als Beleg für ein krisenresistentes und defensives Geschäftsmodell gelesen wurden. Daraus entstand die Hoffnung auf stabile Erträge und verlässliche Dividenden auch in wirtschaftlich und politisch schwierigen Zeiten.

Hinzu kam ein zweites Argument: Anleger setzten darauf, dass Apple weniger als Alphabet oder Amazon unter den hohen Ausgaben für KI-Infrastruktur leidet. Mit dem starken Kursanstieg sei die Toleranz für Enttäuschungen bei der Zahlenvorlage nach US-Börsenschluss nun gering, hieß es am Markt.

Das Duo entscheidet mit

Die Zahlen zum vierten Geschäftsquartal liefern den ersten belastbaren Einblick in die Nachfrage nach dem faltbaren iPhone Duo, das im Vormonat auf den Markt kam. Apple sprach von einer geradezu außergewöhnlichen Nachfrage mit Lieferzeiten bis ins nächste Jahr. Analysten führen die Knappheit dagegen eher auf ein begrenztes Angebot zurück, und Berichte über Risse im Duo-Display nach kurzer Nutzungsdauer könnten die Attraktivität bei Kunden schmälern, die keine Early Adopters sind.

Für die Umsatzentwicklung ist das Gerät zentral, denn es startet bei 1.999 US-Dollar, und Investoren hoffen, dass dieser hohe Preis das Wachstum ankurbelt. JPMorgan-Analyst Samik Chatterjee berichtet, dass die Vorlaufzeiten für das Duo in Woche 8 der neuen iPhone-Generation unverändert blieben, während sich bei den Pro-Modellen die Normalisierung fortsetzt. Daraus leitet er eine etwas geringere Nachfrage ab als beim Vorgängermodell im Vorjahreszeitraum, womit der Umsatz von höheren Preisen und einer robusten Nachfrage nach dem Duo abhängt.

Bewertung wie 2008

Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 36 auf Basis der Erwartungen für die nächsten zwölf Monate ist die Aktie laut Bloomberg-Daten fast doppelt so teuer wie der S&P 500. Die Bewertung liegt damit so hoch wie zuletzt im Jahr 2008. Ben Carew, Co-Chief Investment Officer beim Vermögensverwalter Tandem Investment Advisors und selbst in Apple investiert, erklärte, die Aktie sei aktuell teurer als 99 Prozent aller historischen Vergleichswerte. Bei einer so hohen Bewertung bestehe ein Risiko, falls unerwartet etwas Negatives eintrete.

Die Aktien dienten derzeit als sicherer Hafen, so Carew. Falle das Wachstum jedoch schwächer aus als vom Markt erwartet, entstünde der Eindruck, dass sie nicht mehr so sicher seien, was eine Neubewertung des Kurs-Gewinn-Verhältnisses auslösen und den Kurs deutlich unter Druck setzen könnte.

Fazit

Aus unserer Sicht ist die Apple-Aktie nach dem Anstieg um ein Viertel seit Ende Juni anspruchsvoll bewertet, und ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von 36 lässt wenig Raum für operative Schwächen. Das Geschäftsmodell bleibt stark, doch der Status als defensiver Anker im Tech-Sektor ist bereits weitgehend eingepreist. Entscheidend dürfte sein, ob das Duo trotz der von JPMorgan beschriebenen Normalisierung bei den Pro-Modellen genug Preis- und Mengenwachstum liefert. Bestehende Anleger könnten die Position halten, solange die Nachfrage trägt, während ein Neueinstieg vor der Zahlenvorlage riskant erscheint, da das Rückschlagpotenzial bei einer Enttäuschung hoch wäre.

Quelle: dpa-AFX

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