Die Aixtron-Aktie macht am Montag Boden gut. Auf Tradegate legten die Papiere des Chip-Ausrüsters am Morgen 6,5% gegenüber dem Xetra-Schluss vom Freitag zu und erreichten zeitweise 34,43 €, womit sie den Rückschlag vom Freitag vollständig aufholten und sogar leicht über dem Xetra-Hoch vom Donnerstag notierten. Auslöser war eine Empfehlung von Kepler Cheuvreux. Reicht das, um die Trendwende einzuleiten?
Kepler sieht Nachholbedarf
Die Analysten von Kepler Cheuvreux halten an ihrem Kursziel von 44 € fest. Ihr Argument ist die Diskrepanz zwischen Kurs und Schätzungen: Seit der letzten Analyse im August ist der Aktienkurs um 23 Prozent gefallen, während die Schätzung für das Ergebnis je Aktie 2027 im selben Zeitraum um 28 Prozent angehoben wurde. Im dritten Quartal seien zudem die Kundenbuchungen gestiegen und die Auslieferzeiten länger geworden.
JPMorgan setzt auf Optoelektronik
Craig McDowell von JPMorgan sieht seine Empfehlung durch die Quartalsergebnisse bestätigt, wie er bereits am Freitagabend festhielt. Aus seiner Sicht wird der Optoelektronik-Zyklus immer größer und nachhaltiger, parallel dazu erhole sich das Geschäft mit Galliumnitrid und Siliziumkarbid. Sein etwas niedrigeres Kursziel geht auf einen Wechsel der Bewertungsmethode zurück, die nun auf den Schätzungen für 2028 aufsetzt.
Die Marktstrategen von JPMorgan bleiben für den zuletzt besonders unter Druck geratenen Halbleitersektor insgesamt optimistisch. Eine Balance zwischen hoher Nachfrage und passenden Kapazitäten werde sich wohl nicht vor 2028 einstellen, die Preise dürften 2027 weiter anziehen. Den jüngsten Rückschlag der Aktienkurse stufen sie als gesund ein.
Fazit
Aus unserer Sicht spricht die Kombination aus steigenden Buchungen, längeren Lieferzeiten und nach oben revidierten Gewinnschätzungen dafür, dass der Kursrückgang seit August eher mit der Stimmung im gesamten Halbleitersektor zusammenhing als mit dem operativen Geschäft von Aixtron. Entscheidend wird sein, ob sich die Auftragsdynamik aus dem dritten Quartal fortsetzt, denn die Zyklik des Geschäfts bleibt das zentrale Risiko. Ein Tagesgewinn von 6,5% nach einem Analystenkommentar ist zudem noch keine bestätigte Trendwende. Für bestehende Anleger könnte es sinnvoll sein, die Position zu halten, solange Lieferzeiten und Buchungen hoch bleiben, während Neueinsteiger abwarten könnten, ob sich der Kurs oberhalb des Donnerstags-Hochs stabilisiert.
Quelle: dpa-AFX
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