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IBM-Aktie: 26% mehr Gewinn – ist das die Trendwende?

Quartalszahlen im Blick
Vincent Uhr
Die IBM-Aktie hat am Mittwoch einen kräftigen Kurssprung hingelegt. Um +3,94% ging es auf 251,46 US$ nach oben. Nach Börsenschluss lieferte der Technologiekonzern zudem überraschend starke Quartalszahlen. Der Umsatz übertraf die Erwartungen, während der Nettogewinn um +26% zulegte. Besonders erfreulich: Auch der freie Cashflow wächst wieder deutlich. Allerdings steckt hinter dem Gewinnanstieg eine Besonderheit, die Anleger kennen sollten. Ist die IBM-Aktie nach den jüngsten Zahlen wieder ein Kauf?

Die Quartalszahlen von IBM überzeugen – mit einer Einschränkung

IBM erzielte im dritten Quartal einen Umsatz von 17,1 Milliarden US$. Das entspricht einem Wachstum von knapp +5% und übertraf die Analystenschätzungen um rund 260 Millionen US$. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag mit 2,95 US$ ebenfalls über den erwarteten 2,85 bis 2,87 US$.

Besonders die Softwaresparte entwickelte sich positiv. Hier stiegen die Erlöse um +8% auf 7,8 Milliarden US$, während sich die operative Marge von 32,9 auf 35% verbesserte. IBM profitiert zunehmend von seiner Position im Geschäft mit Unternehmenssoftware, Automatisierung und hybriden Cloudlösungen.

Allerdings ist der Gewinnanstieg von +26% nicht ausschließlich auf operative Verbesserungen zurückzuführen. Die Steuerquote sank von 28,2 auf 11,9%. Dadurch fiel der ausgewiesene Gewinn deutlich höher aus.

Zudem stammt ein Teil des Softwarewachstums aus Übernahmen. Bereinigt um den Zukauf Confluent lag das organische Wachstum nach Berechnungen der Bank of America lediglich bei etwas mehr als +3%. Das relativiert die starke Entwicklung.

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Der Cashflow macht Hoffnung

Wichtiger erscheint mir deshalb der freie Cashflow. Dieser erhöhte sich im dritten Quartal um knapp +28% auf 3 Milliarden US$. Seit Jahresbeginn erwirtschaftete IBM bereits 7,8 Milliarden US$.

Für das Gesamtjahr erwartet das Management inzwischen einen Anstieg des freien Cashflows um mehr als eine Milliarde US$. Zuvor war lediglich von ungefähr einer Milliarde die Rede gewesen.

Auch bei den zuvor verschobenen Großaufträgen gibt es Fortschritte. Rund zwei Drittel der im zweiten Quartal verzögerten Abschlüsse konnten inzwischen unterzeichnet werden. Das spricht dafür, dass die damalige Schwäche zumindest teilweise auf zeitliche Verschiebungen zurückzuführen war.

Trotzdem bleibt das Wachstum des Gesamtkonzerns überschaubar. IBM erwartet 2026 weiterhin einen währungsbereinigten Umsatzanstieg zwischen +4 und +5%. Die Softwareerlöse sollen immerhin um +7 bis +8% zulegen.

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Bewertung und Kursziele: Ist IBM wieder günstig?

Bei einem Börsenwert von knapp 240 Milliarden US$ erscheint IBM inzwischen wieder moderat bewertet. Für 2026 rechnen Analysten mit einem freien Cashflow von rund 15,6 Milliarden US$. Das entspricht einer Cashflow-Rendite von etwa 6,5%. Hinzu kommt eine Dividendenrendite von rund 2,7%.

Allerdings ist die Aktie kein offensichtliches Schnäppchen. Die Analysten erwarten für 2027 lediglich ein Umsatzwachstum von rund +4%. Ein höherer Börsenwert müsste deshalb vor allem durch steigende Margen und eine stärkere Softwareprofitabilität gerechtfertigt werden.

Auch die Kursziele zeigen eine gewisse Zurückhaltung. RBC Capital erwartet 270 US$, Yorkville Ives sieht 275 US$. Morgan Stanley ist mit 238 US$ deutlich vorsichtiger. Der Analystenkonsens liegt bei rund 243 US$ und damit sogar leicht unter dem jüngsten Schlusskurs.

ℹ️ IBM in Kürze

  • Die International Business Machines Corporation, kurz IBM, (WKN: 851399) ist ein IT- und Beratungsunternehmen mit Sitz in Armonk im US-Bundesstaat New York.
  • Der bereits 1911 gegründete Konzern entwirft und entwickelt hochmoderne IT wie KI, Cloud- und Unternehmenssoftware sowie Quantencomputeranwendungen.
  • IBM ist Mitglied in den US-Leitindizes Dow Jones Industrial und S&P 500. Der Börsenwert liegt aktuell bei 237 Milliarden US$.

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Vincent Uhr

Fazit

Die IBM-Zahlen liefern für mich einen wichtigen Hinweis darauf, dass sich die operative Entwicklung wieder stabilisiert. Besonders der steigende Cashflow und die nachgeholten Softwareabschlüsse überzeugen. Allerdings ist das organische Wachstum weiterhin überschaubar. Bei der aktuellen Bewertung halte ich IBM deshalb für eine interessante Halteposition, aber noch nicht für einen zwingenden Kauf. Für deutlich höhere Kurse müsste vor allem das Softwaregeschäft wieder stärker aus eigener Kraft wachsen.