Volkswagen-Aktie: Welche Chancen entstehen in dieser Zeit?
Der Ausblick bröckelt, die Zielmarken folgen
Seit der Prognosesenkung geht es für die Aktie fast nur in eine Richtung. Am 18. September kappte der Konzern die erwartete operative Marge für 2026 von 4,0 bis 5,5% auf höchstens 1,0%, vor allem wegen einer Abschreibung von 6 Milliarden € auf Porsche. Dazu kommen das schwache Chinageschäft und Umbaukosten. Die Aktie verlor an dem Tag zeitweise −7,0%. Am Freitag lag sie bei rund 68,40 € und damit −10,7% unter diesem Schlusskurs. Die Deutsche Bank nahm ihr Kursziel am Dienstag von 115 auf 105 € zurück, hält aber an ihrer Kaufempfehlung fest.
Analyst Tim Rokossa verweist auf das unveränderte Branchenumfeld vor den Zahlen zum dritten Quartal und auf China als strukturelles Problem. Der Stellenabbau läuft derweil weiter, denn von den bis 2030 angepeilten 35.000 Stellen sind inzwischen 28.800 vereinbart. Einen Lichtblick lieferte zuletzt die Batteriesparte, wo PowerCo und Gotion drei Gemeinschaftsunternehmen in Spanien, der Slowakei und Marokko mit einem Volumen von rund 1,57 Milliarden € aufsetzen. Den Kurs stützte das bislang kaum.
Tipp: Bleibe mit unserem kostenlosen SD Insider Newsletter immer über die aktuellsten Börsen-Chancen informiert.
Der Chart Check

Quelle Chart: Tradingview
Die VW-Aktie bleibt im Abwärtstrend. Die Unterstützung zwischen 71,20 und 72,60 € sorgte zwar vorerst für starke Kaufkraft, doch die Erholung endete am Widerstandsbereich und dem offenen GAP zwischen 82,80 und 85,00 €. Von dort ging es steil bergab, bis die Zone nachhaltig gebrochen wurde. Aus der einstigen Stütze ist damit ein Widerstand geworden.
Unter dem aktuellen Kurs findet sich noch eine Supportzone aus den Jahren 2009 und 2010, die zwischen 60,60 und 66,00 € liegt. Das zeigt, wie massiv der Abverkauf bei VW ausfällt. Grundsätzlich bieten solche Zonen Kaufchancen. Wer sich gegen eine derartige Verkaufswelle stellt, sollte aber nicht blind einsteigen. Es braucht erste Anzeichen für eine Bodenbildung und alle Kriterien für einen Einstieg müssen erfüllt sein. Solange das nicht der Fall ist, bleibt ein Einstieg tabu. Hinzu kommt, dass ein möglicher Long-Schub den übergeordneten Trend nicht beendet, sondern nur eine Korrektur darstellt. Positionen sollten deshalb schneller abgesichert werden.
ℹ️ VW in Kürze
- Die Volkswagen AG, kurz VW, (WKN: 766400) ist ein weltweit führender Hersteller von Automobilen und Nutzfahrzeugen mit einem Portfolio von zehn Automarken. Neben der Kernmarke VW gehören unter anderem Audi, Skoda, Seat, Bentley und Porsche zum Konzern.
- Neben dem Hauptsitz in Wolfsburg unterhält der Konzern weltweit Produktionsstätten.
- Die Marktkapitalisierung des Konzerns liegt aktuell bei etwa 34,3 Milliarden €.
Volkswagen kaufen, halten oder verkaufen? Unsere Experten-Redaktion berichtet regelmäßig über Volkswagen und informiert Dich in Echtzeit, wenn Handlungsbedarf besteht. Aktiviere dafür einfach unseren kostenlosen Aktien-Alarm und sichere Dir Deinen persönlichen Informationsvorsprung.
Volkswagen weiterverfolgen – jetzt kostenlosen Aktien-Alarm aktivieren »
Fazit
Die zusammengestrichene Prognose und das zurückgenommene Kursziel der Deutschen Bank passen zu einem Chart, der seit Monaten nach unten zeigt. Eine Zone, die 16 Jahre zurückliegt, kann trotzdem zur Chance werden. Das erste Ziel läge dann bei 71,20 bis 72,60 € und damit ausgehend von der Mitte des Supportbereichs bei rund +13,0%. Solange der Kurs diese Hürde und die Trendlinie nicht überschreitet, ist die Gegenbewegung wohl schon beendet und der Abwärtsschub setzt sich fort. An dieser Hürde wären bei einer Abweisung auch Short-Chancen denkbar.
Ergänzend sei erwähnt: Gerade in unsicheren Marktphasen können Dividenden-Aktien als Stabilisator dienen. Diese zehn Titel kombinieren defensiven Charakter mit interessanten Kurschancen – eine Kombination, die aktuell selten geworden ist.