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Evotec-Aktie: Reicht das für eine nachhaltige Erholung?

Vorläufige Geschäftszahlen
Die Evotec-Aktie reagiert auf die vorläufigen Quartalszahlen mit einem Kursanstieg von +7,7% und notiert aktuell bei 2,62 €. Zuletzt war das Papier durch anhaltende Kursverluste aufgefallen. Die neuen Zahlen sorgen nun für einen Hoffnungsschimmer. Doch reicht das bereits für eine nachhaltige Trendwende?

Markterwartungen übertroffen

Die am 14. Oktober veröffentlichten vorläufigen Neun-Monats-Zahlen fielen besser aus als erwartet.

Der Umsatz der ersten neun Monate belief sich auf 465 Millionen €. Der bereinigte EBITDA-Verlust lag bei 42,8 Millionen €.

Unter Berücksichtigung der Halbjahreszahlen ergibt sich für das dritte Quartal folgendes Bild: Der Umsatz erreichte 164,9 Millionen €, während beim bereinigten EBITDA lediglich ein Verlust von 0,1 Millionen € anfiel.

Damit entwickelte sich das operative Geschäft im dritten Quartal deutlich besser, als es die zuvor veröffentlichten Halbjahreszahlen zunächst vermuten ließen.

Das Unternehmen erklärte allerdings, dass die positiven Abweichungen von den Konsensschätzungen im Wesentlichen auf die zeitliche Verteilung der Analystenerwartungen zurückzuführen seien.

Die Zahlen sind deshalb zwar ein positives Signal, aber noch kein Beleg für eine nachhaltige operative Erholung.

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Jahresprognose bestätigt

Mit der Veröffentlichung der vorläufigen Neun-Monats-Zahlen bestätigte Evotec die bereits im Juli gesenkte Jahresprognose.

Für das Gesamtjahr wird nun mit einem Umsatz von 570 bis 610 Millionen € gerechnet. (Bei konstanten Wechselkursen liegen die Werte bei 595 bis 635 Millionen €).

Beim bereinigten EBITDA erwartet das Unternehmen einen Verlust zwischen 70 und 105 Millionen € (Bei konstanten Wechselkursen liegen die Werte bei 60 bis 90 Millionen €)

Mitte Juli wurde die Prognose massiv gesenkt, insbesondere die Ertragserwartungen. Das Unternehmen machte dafür verzögerte Meilensteinzahlungen und später als geplante Abschlüsse neuer Partnerschaften verantwortlich.

Die Bestätigung der reduzierten Prognose ist zunächst positiv. Allerdings bleibt die Ertragslage angespannt. Um das untere Ende der Umsatzspanne zu erreichen, wären im vierten Quartal noch rund 105 Millionen € Umsatz erforderlich. Gleichzeitig könnte der EBITDA-Verlust im Schlussquartal erheblich ausfallen.

Entscheidend wird daher sein, ob Evotec die bestätigte Prognose tatsächlich erreicht und in welchem Bereich der Range die jeweiligen Werte liegen.

Bewertung

Die endgültigen Geschäftszahlen, die für den 5. November angekündigt wurden, dürften für die weitere Kursentwicklung entscheidend sein. Dann lässt sich die Entwicklung der einzelnen Geschäftsbereiche genauer beurteilen.

Der aktuelle Kursanstieg zeigt, dass die Zahlen an der Börse zwar positiv aufgenommen wurden, das Vertrauen in eine nachhaltige Trendwende aber noch nicht wiederhergestellt ist.

Dass Evotec die Markterwartungen übertroffen hat, bedeutet nicht automatisch, dass das Unternehmen seine Jahresziele sicher erreichen wird. Zudem ist zu berücksichtigen, dass die Prognose bereits deutlich gesenkt wurde.

Ein weiterer wichtiger Faktor ist die für 2027 erwartete Geschäftsentwicklung. Bis Ende 2027 sollen die Kosteneinsparungen auf insgesamt 75 Millionen € steigen. Entscheidend wird sein, in welchem Umfang diese Einsparungen tatsächlich wirksam werden und ob sie zu einer nachhaltig besseren Ertragslage führen.

Solange diese Fragen offen sind, bleibt die Aktie anfällig für weitere Rückschläge.

ℹ️ Evotec in Kürze

  • Evotec (WKN: 566480) mit Sitz in Hamburg ist ein international tätiges Unternehmen im Bereich der pharmazeutischen Wirkstoffforschung.
  • In Forschungs- und Entwicklungspartnerschaften mit Biotech-Unternehmen und Pharmakonzernen weltweit erforscht und entwickelt Evotec Wirkstoffkandidaten für Therapieansätze in verschiedensten medizinischen Richtungen.
  • Evotec ist Mitglied im TecDAX und etwa 467 Millionen € wert.

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Fazit

Der heutige Kursanstieg sollte nicht überbewertet werden. Hier wurde hauptsächlich die Bestätigung der Jahresprognose honoriert.

Ich rate derzeit von einem Neueinstieg weiterhin ab. Dafür sind die operative Entwicklung und die Ertragsaussichten noch zu unsicher. Zunächst sollten die endgültigen Geschäftszahlen und der Ausblick auf 2027 abgewartet werden.

Die Aktie bleibt weiterhin hochspekulativ.

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Interessenkonflikt: Der Autor hält Aktien des besprochenen Unternehmens Evotec. Somit besteht konkret und eindeutig ein Interessenkonflikt. Der Autor beabsichtigt, die Aktien – je nach Marktsituation auch kurzfristig – zu kaufen oder zu veräußern und könnte dabei von erhöhter Handelsliquidität profitieren.