Drägerwerk-Vorzugsaktie: Nach Kurssturz wieder einsteigen?
Operatives EBIT unter Vorjahreswert
Die Veröffentlichung der vorläufigen Quartalszahlen am 15. Oktober kam bei den Anlegern nicht gut an. Besonders die Entwicklung des operativen Ergebnisses enttäuschte.
Im dritten Quartal lag das EBIT bei 48 Millionen €. Im Vorjahreszeitraum waren noch 56,7 Millionen € erzielt worden. Im aktuellen Ergebnis sind allerdings Zollrückerstattungen von 20,1 Millionen € enthalten. Ohne diesen positiven Sondereffekt wäre das operative Ergebnis deutlich niedriger ausgefallen.
Entsprechend verringerte sich die EBIT-Marge von 6,8 auf 5,6%.
Beim Umsatz entwickelte sich das Geschäft etwas besser. Währungsbereinigt wurde ein Zuwachs von 1% auf 851 Millionen € erzielt.
In den einzelnen Segmenten zeigte sich jedoch ein unterschiedliches Bild: In der Sicherheitstechnik stieg der Umsatz um 4,1% auf 381 Millionen €. In der Medizintechnik ging er dagegen um 1,4% auf 469 Millionen € zurück.
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Prognose bestätigt
Trotz des schwächeren Ergebnisses bestätigte das Management die Jahresprognose. Demnach wird weiterhin eine EBIT-Marge von 6 bis 8% erwartet. Der währungsbereinigte Umsatz soll um 2 bis 6% steigen.
Eine wichtige Grundlage für diesen Ausblick ist der gestiegene Auftragseingang. Dieser verbesserte sich um 7% auf 926 Millionen €.
Auch hier entwickelte sich das Geschäft unterschiedlich: In der Sicherheitstechnik stieg der Auftragseingang um 20% auf 452 Millionen €. In der Medizintechnik war dagegen ein Rückgang von 3% auf 474 Millionen € zu verzeichnen.
Der starke Auftragseingang in der Sicherheitstechnik ist ein positives Signal. Er zeigt, dass die Nachfrage in diesem Geschäftsbereich weiterhin robust ist.
Bewertung
Der Rückgang des EBIT im dritten Quartal sollte nicht isoliert betrachtet werden. In den ersten sechs Monaten hatte sich das operative Ergebnis gegenüber dem Vorjahr auf 63,8 Millionen € mehr als verdreifacht.
Auch nach neun Monaten lag das EBIT mit 112 Millionen € weiterhin deutlich über dem Vorjahreswert von 77,1 Millionen €.
Entscheidend wird nun sein, wie sich die Profitabilität im Schlussquartal entwickelt. In der Vergangenheit wurde bei Drägerwerk häufig ein erheblicher Teil des Jahresergebnisses in den letzten drei Monaten erzielt.
Die bestätigte Jahresprognose deutet darauf hin, dass das Management weiterhin mit einer entsprechenden Ergebnisverbesserung rechnet.
Mit den endgültigen Zahlen am 29. Oktober dürfte zudem besser erkennbar werden, welche Faktoren für den deutlichen Ergebnisrückgang im dritten Quartal verantwortlich waren.
ℹ️ Drägerwerk in Kürze
- Die Drägerwerk AG ist insbesondere für ihre umfassenden Dienstleistungen in den Bereichen Medizin- und Sicherheitstechnik bekannt, die mittlerweile von mehr als 16.000 Beschäftigten produziert und vertrieben werden.
- Neben dem Stammsitz in Lübeck ist der Konzern in mehr als 190 Ländern weltweit vertreten.
- Die Aktie ist im SDAX gelistet. Der Börsenwert beträgt aktuell 834 Millionen €.
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Fazit
Aus meiner Sicht war der Kursanstieg von rund 82 € im Juli auf etwa 125 € Anfang Oktober zu dynamisch ausgefallen. In diesem Artikel hatte ich deshalb zu Gewinnmitnahmen geraten. Rückblickend erwies sich diese Einschätzung als richtig.
Anleger sollten vorerst abwarten, die Korrektur könnte noch weitergehen. Positiv ist, dass der Rückgang wieder zu günstigere Einstiegskursen führt. Die Dividendenrendite hat sich mit 2,3% wieder deutlich verbessert.
Hier sei angemerkt: Während sich viele auf Tech-Aktien konzentrieren, übersehen sie solide Dividendenzahler mit Aufwärtspotenzial. Diese Analyse beleuchtet zehn unterschätzte Kandidaten für das neue Jahr.