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Deutz-Aktie -23%: Bald unter 10 € zu haben?

Auf der Suche nach dem Boden
Die Deutz-Aktie hat seit ihrem jüngsten Hoch bei 14,04 € rund -23% an Wert verloren und steht weiterhin unter Verkaufsdruck. In meiner letzten Analyse hatte ich nach der vorangegangenen Rally zunächst einen Rücksetzer bis 11,59 € und dort eine mögliche Einstiegschance favorisiert. Doch die Verkäufer dominierten und drückten den Titel inzwischen sogar unter die wichtige Unterstützung bei 10,85 €. Mit aktuell 10,79 € rückt nun die psychologisch wichtige Marke von 10 € näher. Ist dort endlich mit einer nachhaltigen Stabilisierung zu rechnen?

Wachstum trifft auf Verwässerungsrisiken

Fundamental bleibt die Transformation des Kölner Motorenbauers spannend. Im ersten Halbjahr steigerte Deutz seinen Auftragseingang um rund +29%, während der Umsatz um +11% auf 1,12 Milliarden € zulegte. Zusätzliche Wachstumsperspektiven eröffnet insbesondere die geplante Übernahme der Flensburger Fahrzeugbau Gesellschaft (FFG) für rund 1,6 Milliarden €. Damit will Deutz sein Verteidigungsgeschäft erheblich ausbauen und die langfristigen Ziele von 4 Milliarden € Umsatz sowie einer bereinigten EBIT-Marge von 10% früher erreichen. Allerdings steht der Abschluss der Transaktion weiterhin unter dem Vorbehalt der erforderlichen Genehmigungen.

Für zusätzlichen Diskussionsstoff sorgte die im September abgeschlossene Kapitalerhöhung. Wie bereits in meiner vorherigen Analyse thematisiert, platzierte Deutz 15,26 Millionen neue Aktien zu jeweils 11,70 € und nahm damit brutto rund 179 Millionen € ein. Die Maßnahme stärkt zwar die finanzielle Flexibilität, führt aber zugleich zu einer Verwässerung der bisherigen Aktionäre. Auch die geplante FFG-Übernahme soll teilweise über neu ausgegebene Aktien finanziert werden. Dennoch bleiben die Analysten überwiegend zuversichtlich. Zuletzt bestätigte Berenberg seine Kaufempfehlung und hob das Kursziel auf 16,50 € an, während MPCM sogar 19 € für erreichbar hält. Die anhaltende Kursschwäche zeigt allerdings, dass die Anleger diese optimistischen Erwartungen derzeit nur bedingt teilen.

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Zur Signallage

Quelle: stock3

Die charttechnische Ausgangslage hat sich seit meiner letzten Analyse deutlich verschlechtert. Nachdem die zunächst favorisierte Stabilisierung bei 11,59 € ausblieb, wurde inzwischen auch die Schlüsselunterstützung bei 10,85 € unterschritten. Damit rückt die seit Frühjahr bestehende Aufwärtstrendlinie gemeinsam mit der horizontalen Unterstützung bei 9,95 € in den Fokus. Mein blaues Präferenzszenario sieht zunächst einen weiteren Rücklauf bis in diesen Bereich vor, bevor sich die Käufer wieder verstärkt zurückmelden könnten. Gelingt dort eine Stabilisierung, wäre anschließend eine Erholung bis 12,15 beziehungsweise 12,49 € denkbar. Erst oberhalb dieser Widerstandszone würde sich das kurzfristige Chartbild allerdings wieder deutlicher verbessern.

Alternativ könnte auch die Unterstützung bei 9,95 € dem Verkaufsdruck nicht standhalten. Ein nachhaltiger Bruch der Aufwärtstrendlinie würde die übergeordnete Erholungsstruktur erheblich beschädigen und zunächst weiteres Abwärtspotenzial bis 8,80 € eröffnen. Darunter wartet mit 7,94 € die nächste bedeutende Auffangzone, bevor sogar 7,37 € wieder relevant werden könnten. Angesichts der jüngsten Abwärtsdynamik sollten Anleger einen solchen Verlauf keineswegs ausschließen. Noch ist die Chance auf einen technischen Konter vorhanden, doch dafür müssen sich die Käufer spätestens im Bereich um 10 € überzeugend zurückmelden.

ℹ️ Deutz in Kürze

  • Die Deutz AG (WKN: 630500) mit Hauptsitz in Köln ist einer der weltweit führenden unabhängigen Hersteller von Antriebssystemen. Das Unternehmen entwickelt und produziert sowohl Diesel- und Gasmotoren als auch Wasserstoff- und Elektromotoren.
  • Neben dem Hauptsitz in Köln gibt es weitere 4 Produktionsstandorte. Über 13 Vertriebsgesellschaften arbeitet das Unternehmen mit rund 800 Partnern in 130 Ländern zusammen.
  • Deutz ist Mitglied im deutschen Small Cap Index SDAX und an der Börse rund 1,8 Milliarden € wert.

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Fazit

Die Deutz-Aktie hat die zuletzt favorisierte Einstiegszone bei 11,59 € deutlich unterschritten und steht nun vor dem nächsten wichtigen Test. Im Bereich um 9,95 € könnte die Kombination aus horizontaler Unterstützung und steigender Trendlinie eine technische Gegenbewegung ermöglichen. Solange diese Zone verteidigt wird, favorisiere ich anschließend eine Erholung bis 12,15 beziehungsweise 12,49 €. Fällt die Aktie dagegen nachhaltig unter 9,95 €, drohen weitere Verluste bis 8,80 und gegebenenfalls 7,94 €. Die Bodenbildung bleibt damit vorerst eine offene Frage.

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