Bitcoin rutscht unter 82.000 US$ – wie tief geht es jetzt?
Warum Bitcoin derzeit so deutlich zurückkommt
Der Rücksetzer kommt nicht aus dem Nichts. An den Märkten hat sich die Stimmung zuletzt spürbar verschlechtert, wobei mehrere Faktoren zusammenkommen. Der Ölpreis ist kräftig gestiegen und Brent liegt inzwischen wieder über 100 US$ je Barrel. Dahinter stehen unter anderem neue Sorgen um das Angebot aus dem Nahen Osten sowie mögliche Ausfälle im Golf von Mexiko. Teure Energie hält den Inflationsdruck oben und macht es der Fed schwerer, bei den Zinsen lockerer zu werden.
Dazu kommen die US-Renditen, die weiter auf sehr hohen Niveaus liegen. Die Rendite zehnjähriger Staatsanleihen ist auf rund 5,3% gestiegen und bewegt sich damit auf einem Niveau, das zuletzt Anfang der 2000er-Jahre erreicht wurde. Gleichzeitig bleibt auch der US-Dollar stark. Für Krypto ist diese Mischung sehr unangenehm, weil Kapital bei solchen Bedingungen vorsichtiger verteilt wird und Risikoassets schneller unter Verkaufsdruck geraten.
Am Kryptomarkt selbst kamen zudem Liquidationen gehebelter Positionen hinzu, die den Rückgang noch beschleunigt haben. Auch Bitcoin-ETFs verzeichneten zuletzt Abflüsse, während die Nachfrage am Spotmarkt schwächer ausfiel. Damit kam makroökonomischer Druck auf einen Markt, der nach dem Anstieg bis 87.000 US$ ohnehin anfälliger für Gewinnmitnahmen war.
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Die 82.000 US$ sind erstmal verloren
Im Chart wird der Rücksetzer vor allem deshalb unangenehm, weil Bitcoin wieder unter die Zone um 82.000 US$ gefallen ist. Dieser Bereich hatte zuvor mehrfach als Widerstand funktioniert. Erst vor wenigen Tagen gelang der Ausbruch darüber, danach ging es relativ schnell bis knapp 87.000 US$.
Eigentlich hätte aus dem alten Widerstand jetzt Unterstützung werden können. Mit dem Rückfall unter 82.000 US$ hat dieser Versuch erstmal einen Dämpfer bekommen. Bleibt Bitcoin darunter, wäre die Bewegung über die Marke im Nachhinein weniger überzeugend. Eine schnelle Rückeroberung würde das Bild wieder entspannen, während ein weiterer Abverkauf die nächste größere Zone auf der Unterseite ins Spiel bringt.
Die liegt für mich im Bereich um 77.000 US$. Dort wartet nicht nur eine alte Kurszone, auch im Orderbuch liegen viele Limit-Kauforders. Sollte Bitcoin weiter zurückkommen, könnten diese Orders zusätzliche Nachfrage in den Markt bringen und den Kurs auffangen.

Bitcoin-Kurs
Wie weit kann die Korrektur noch gehen?
Viel dürfte davon abhängen, ob sich der Druck von außen wieder etwas legt. Bleiben Ölpreis und Renditen hoch oder ziehen sogar weiter an, dürfte Bitcoin es schwer haben, direkt wieder nach oben zu drehen. Dann wäre ein Lauf in Richtung 77.000 US$ alles andere als überraschend.
Hält dieser Bereich, wäre die größere Struktur erstmal weiterhin ordentlich. Fällt Bitcoin allerdings auch darunter, würde die Korrektur deutlich mehr Raum bekommen. Auf der anderen Seite wäre eine schnelle Rückkehr über 82.000 US$ ein erstes Signal dafür, dass Käufer den aktuellen Rücksetzer bereits nutzen.
ℹ️ Bitcoin in Kürze
- Bitcoin (BTCUSD) ist die erste und größte Kryptowährung, dient primär als digitales, knappes Wertaufbewahrungsmittel und wird häufig als „digitales Gold“ bezeichnet.
- Die Kryptowährung basiert auf einem dezentral organisierten Buchungssystem, bei dem Zahlungen kryptografisch legitimiert und über ein Peer-to-Peer-Netzwerk (P2P) abgewickelt werden.
- Diese dezentrale Datenbank ist die sogenannte Blockchain.
- Der aktuelle Preis von Bitcoin liegt bei etwa 81.500 US$ und einer Marktkapitalisierung von rund 1,69 Billionen US$.
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Fazit
Bitcoin hat mit dem Rückfall unter 82.000 US$ einen wichtigen Bereich wieder abgegeben. Noch ist daraus aber kein kompletter Bruch der vorherigen Bewegung geworden. Solange die Nachfrage weiter unten wieder zurückkommt, bleibt die Korrektur zunächst beherrschbar. Die nächsten Marken liegen damit relativ klar. 82.000 US$ müssen auf der Oberseite zurückerobert werden, während bei rund 77.000 US$ die nächste größere Unterstützung wartet. Ob Bitcoin dort überhaupt hinläuft, dürfte in den kommenden Tagen stark davon abhängen, ob sich Ölpreis, US-Renditen und Dollar wieder etwas beruhigen.
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