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Alphabet-Aktie: Ackman verkauft alles – sollten Anleger folgen?

Starinvestor zieht Reißleine
Vincent Uhr
Bill Ackman hat sich im zweiten Quartal vollständig von Alphabet getrennt, während seine Investmentgesellschaft Pershing Square die Meta-Position um rund 20% vergrößerte. Das klingt nach einem klaren Votum gegen Google. Tatsächlich spricht jedoch einiges dafür, dass Ackman vor allem Gewinne realisiert und sein Kapital neu verteilt hat – denn operativ läuft es bei Alphabet weiterhin hervorragend.

Ackman nimmt einen gewaltigen Gewinn mit

Nach Angaben von Reuters war Pershing Square bei Alphabet zu einem Kurs von ungefähr 94 US$ eingestiegen und verkaufte die Position später für rund 392 US$. Ackman hat seinen Einsatz damit innerhalb weniger Jahre mehr als vervierfacht. Nach einer solchen Entwicklung ist ein vollständiger Ausstieg nicht zwangsläufig Ausdruck einer negativen Einschätzung.

Zudem zeigen die veröffentlichten 13F-Meldungen lediglich den Aktienbestand zum Quartalsende. Sie verraten weder die exakten Verkaufstage noch die Beweggründe des Investors. Auch die Interpretation, Ackman habe Alphabet unmittelbar gegen Meta getauscht, greift zu kurz.

Pershing hatte die Meta-Position bereits im November 2025 aufgebaut und im zweiten Quartal lediglich um etwa 20% erhöht. Gleichzeitig investierte Ackman kräftig in Microsoft, dessen Kurs zwischenzeitlich unter Druck geraten war. Er verabschiedet sich somit nicht vom KI-Thema, sondern verschiebt Kapital zwischen bereits hochprofitablen Technologiekonzernen.

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Alphabet liefert keinen operativen Verkaufsgrund

Die jüngsten Geschäftszahlen sprechen jedenfalls nicht für eine Schwächephase. Alphabet steigerte den Umsatz im zweiten Quartal um 24% auf 119,8 Milliarden US$. Die Suchmaschinen-Erlöse legten trotz der neuen KI-Konkurrenz um 17% zu.

Noch dynamischer entwickelte sich Google Cloud. Der Segmentumsatz sprang um 82% auf 24,8 Milliarden US$, während der Auftragsbestand 514 Milliarden US$ erreichte. Damit besitzt Alphabet inzwischen neben der Suchmaschine einen zweiten echten Wachstumsmotor.

Der kritische Punkt ist weniger das Wachstum als dessen Preis. Alphabet erhöhte die Investitionsprognose für 2026 auf 195 bis 205 Milliarden US$. Neue Rechenzentren und KI-Chips verschlingen einen erheblichen Teil des operativ erwirtschafteten Geldes. Zudem wird der ausgewiesene Gewinn momentan durch hohe Wertsteigerungen bei Unternehmensbeteiligungen verzerrt, weshalb Anleger stärker auf die erwarteten Gewinne der kommenden Jahre achten sollten.

Tipp: Gerade in unsicheren Marktphasen können Dividenden-Aktien als Stabilisator dienen. Diese zehn Titel kombinieren defensiven Charakter mit interessanten Kurschancen – eine Kombination, die aktuell selten geworden ist.

Meta ist günstiger, aber ebenfalls keine risikolose Wette

Ackmans Aufstockung bei Meta lässt sich fundamental nachvollziehen. Die Aktie notiert mit rund 666 US$ noch ungefähr 15% unter ihrem Rekordhoch und wird laut Schätzungen mit dem 19,5-Fachen der für das kommende Jahr erwarteten Gewinne bewertet. Für einen Konzern, dessen Quartalsumsatz zuletzt um 28% auf 60,8 Milliarden US$ stieg, erscheint das attraktiv.

Meta profitiert bereits unmittelbar von KI. Bessere Empfehlungen erhöhen die Nutzungsdauer, während präzisere Werbemodelle die Einnahmen pro Anzeige steigern. Die verschiedenen Plattformen erreichten zuletzt zusammen 3,6 Milliarden täglich aktive Nutzer.

Allerdings investiert auch Meta aggressiv. Die Investitionsausgaben könnten 2026 bis zu 145 Milliarden US$ erreichen, während der freie Cashflow im zweiten Quartal auf nur noch 784 Millionen US$ einbrach. Ackman wechselt daher nicht von einer teuren KI-Wette in ein konservatives Investment, sondern setzt lediglich auf einen anderen Profiteur desselben Megatrends.

ℹ️ Alphabet in Kürze

  • Alphabet Inc. (WKN: A14Y6H) ist eine im kalifornischen Mountain View ansässige Holding und Muttergesellschaft der weltgrößten Suchmaschine Google.
  • Neben Google betreibt Alphabet auch die Videoplattform YouTube und ein Cloud-Business. Zudem gehören zahlreiche Venture-Unternehmen, wie beispielsweise DeepMind und Waymo, zur Holding.
  • Alphabet ist Mitglied in den US-Leitindizes Nasdaq 100 und S&P 500. Der Konzern wird zu den sogenannten „Big Five“ der Technologieindustrie gezählt und ist aktuell rund 4,25 Billionen US$ wert.

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Vincent Uhr

Fazit

Ackmans Ausstieg ist kein fundamentaler Grund, Alphabet zu verkaufen. Der Investor hat nach einer enormen Kurssteigerung Gewinne realisiert und einen Teil des Kapitals in niedriger bewertete Technologiewerte umgeschichtet. Für Privatanleger kommt die Meldung ohnehin mit erheblicher Verzögerung. Die langfristige Investmentthese bleibt angesichts des starken Suchmaschinen- und Cloud-Geschäfts intakt. Nach dem kräftigen Kursanstieg würde ich die Alphabet-Aktie auf dem aktuellen Niveau allerdings ebenfalls nicht hinterherlaufen, sondern einen Rücksetzer für einen Einstieg abwarten.