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Boeing-Aktie mit Mega-Rekord – warum reicht das nicht?

Probleme in der Fertigung
Boeing hat seine neuen Quartalszahlen veröffentlicht und liefert Anlegern ein ziemlich gemischtes Bild. Während der US-Flugzeugbauer wieder mehr Umsatz erzielt und Aufträge in Rekordhöhe in den Büchern stehen, bleibt das Geschäft mit Passagiermaschinen schwierig. Warum die Aktie nach den Zahlen dennoch nachgibt und wie weit Boeing bei seiner Erholung inzwischen gekommen ist.

Boeing steigert Umsatz – Verlust enttäuscht trotzdem

Der US-Flugzeugbauer Boeing hat im dritten Quartal 2026 einen Umsatz von rund 24,2 Milliarden US$ erzielt. Das entspricht einem Wachstum von 4 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Damit übertraf das Unternehmen auch die Erwartungen der Analysten, die im Durchschnitt mit etwa 24 Milliarden US$ gerechnet hatten.

Beim Gewinn konnte Boeing dagegen nicht überzeugen. Zwar verringerte sich der Nettoverlust von rund 5,3 Milliarden US$ im Vorjahr auf nur noch 116 Millionen US$, doch unter dem Strich blieb das Unternehmen weiterhin in den roten Zahlen. Bereinigt um bestimmte Sondereffekte lag der Verlust bei 0,34 US$ je Aktie, während Analysten lediglich 0,21 US$ erwartet hatten.

Positiv entwickelte sich hingegen der Cashflow. Boeing erwirtschaftete einen operativen Mittelzufluss von knapp 1,5 Milliarden US$. Nach Investitionen blieben davon rund 464 Millionen US$ als freier Cashflow übrig. Im Vorjahr waren es lediglich 238 Millionen US$ gewesen.

Für Boeing ist das ein wichtiger Fortschritt, denn der Konzern hatte in den vergangenen Jahren Milliarden durch Produktionsprobleme, Verzögerungen und Qualitätsmängel verloren. Dass inzwischen wieder Geld ins Unternehmen fließt, zeigt zumindest, dass sich die finanzielle Situation langsam verbessert.

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Flugzeugproduktion bleibt Boeings größte Baustelle

Die größten Schwierigkeiten liegen weiterhin im Geschäft mit Passagiermaschinen. Boeing lieferte im dritten Quartal insgesamt 161 Verkehrsflugzeuge aus, lediglich eines mehr als im Vorjahreszeitraum. Der Umsatz der Sparte sank trotzdem um 3 % auf 10,7 Milliarden US$.

Auch operativ schrieb der Bereich weiterhin rote Zahlen. Der Verlust lag bei 697 Millionen US$, nachdem im Vorjahresquartal noch rund 5,4 Milliarden US$ angefallen waren. Boeing begründet die anhaltenden Probleme unter anderem mit höheren Kosten bei Zulieferern, geplanten Produktionsanpassungen und einem ungünstigeren Mix ausgelieferter Flugzeuge.

Beim Verkaufsschlager 737 MAX geht es langsamer voran als erhofft. Boeing arbeitet weiterhin daran, die Produktion stabil auf 47 Maschinen pro Monat zu erhöhen. Engpässe bei der Fertigung einzelner Bauteile erschweren den Ausbau allerdings.

Einen wichtigen Erfolg gab es dafür bei der Zulassung neuer Flugzeugvarianten. Sowohl die kleinere 737 MAX 7 als auch die größere MAX 10 haben inzwischen die entsprechenden Zertifizierungen der US-Luftfahrtbehörde FAA erhalten. Außerdem hält Boeing weiterhin am Plan fest, die erste 777X im Jahr 2027 auszuliefern.

Besser lief es dagegen im Rüstungs- und Raumfahrtgeschäft. Hier stieg der Umsatz um 15 % auf rund 7,9 Milliarden US$, während sich der operative Gewinn auf 492 Millionen US$ mehr als vervierfachte. Auch die Servicesparte entwickelte sich gut und erwirtschaftete einen operativen Gewinn von etwas mehr als einer Milliarde US$.

Rekordaufträge über 745 Milliarden US$

An mangelnder Nachfrage scheitert Boeing derzeit jedenfalls nicht. Der gesamte Auftragsbestand stieg zum Ende des dritten Quartals auf den Rekordwert von rund 745 Milliarden US$. Allein im Geschäft mit Passagierflugzeugen stehen mehr als 6.300 Maschinen im Wert von rund 612 Milliarden US$ in den Auftragsbüchern.

Im vergangenen Quartal erhielt Boeing unter anderem neue Bestellungen von Turkish Airlines, Ethiopian Airlines und Lufthansa. Hinzu kommt ein wichtiger Erfolg im Rüstungsgeschäft. Die US-Marine hat Boeing für die Entwicklung und den Bau des neuen Kampfflugzeugs F/A-XX ausgewählt. Der Auftrag ist allerdings noch nicht im ausgewiesenen Auftragsbestand enthalten, da das Vergabeverfahren noch nicht vollständig abgeschlossen ist.

Damit verfügt Boeing über eine gute Grundlage für die kommenden Jahre. Allerdings muss das Unternehmen die bestellten Flugzeuge auch zuverlässig produzieren und ausliefern können, um die milliardenschweren Aufträge tatsächlich in Umsatz und Gewinn umzuwandeln.

Finanziell hat sich die Lage immerhin weiter verbessert. Die Nettoverschuldung sank innerhalb eines Jahres von 30,4 auf rund 25,2 Milliarden US$. Trotzdem bleibt der Konzern hoch verschuldet und benötigt weiterhin ausreichend Geld aus dem laufenden Geschäft, um seine Investitionen und Verbindlichkeiten zu finanzieren.

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ℹ️ Boeing in Kürze

  • The Boeing Company (WKN: 850471) ist ein US-amerikanischer Luft- und Raumfahrtkonzern.
  • Das Produktspektrum reicht von Flugzeugen und Hubschraubern über Satelliten bis zu Raketen und Raumschiffen.
  • Gemeinsam mit dem europäischen Wettbewerber Airbus bildet der Konzern ein Duopol für Großraumflugzeuge.
  • Das in Arlington im US-Bundesstaat Virginia ansässige Unternehmen notiert im US-Leitindex Dow Jones Industrial und hat einen aktuellen Börsenwert von ca. 146 Milliarden US$.

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Fazit

Boeing hat im dritten Quartal deutliche Fortschritte gemacht. Der Verlust ist erheblich geschrumpft, der freie Cashflow hat sich verbessert und der Auftragsbestand erreicht neue Rekordwerte. Trotzdem zeigen die Zahlen, dass die Probleme im Geschäft mit Passagierflugzeugen noch längst nicht gelöst sind. Für eine nachhaltige Erholung der Boeing-Aktie muss der Konzern nun beweisen, dass er seine Produktion zuverlässig steigern und mit den vielen bestellten Flugzeugen wieder Geld verdienen kann. Die Nachfrage dafür ist vorhanden. Bislang kommt Boeing bei der Umsetzung allerdings langsamer voran, als es sich viele Anleger erhofft hatten.