PayPal-Aktie: Geht da überhaupt noch was?
Kein Umsatzwachstum
Ich will mein Fazit ausnahmsweise mal an den Beginn der Analyse stellen. Meiner Meinung nach fielen die Quartalszahlen zu schwach aus, um der PayPal-Aktie einen Schubs nach oben zu geben. Auch die erste Reaktion der europäischen Börsen fiel verhalten aus. So sahen die Zahlen im Detail aus:
Der Umsatz legte im abgelaufenen Vierteljahr lediglich um 2% auf 8,58 Milliarden US$ zu und verfehlte damit deutlich die Umsatzerwartung der Analysten in Höhe von 8,71 Milliarden US$. Währungsbereinigt stiegen die Erlöse nur um 1%.
Das Wachstum kam fast ausschließlich aus den USA. Dort kletterte der Umsatz um knapp über 5% auf 5,00 Milliarden US$. International befindet sich PayPal auf dem absteigenden Ast. Außerhalb der Vereinigten Staaten gingen die Erlöse um 2,2% auf 3,58 Milliarden US$ zurück.
Hinzu kommt, dass das Wachstum von PayPal im Wesentlichen auf das Konto von Venmo geht. Das Zahlungsvolumen stieg hier um 14%. Das Volumen beim klassischen PayPal-Checkout legte hingegen nur um 1% zu.
Bedenklich ist ebenfalls die Tatsache, dass das über PayPal abgewickelte Zahlungsvolumen deutlich stärker stieg als der Umsatz. Das TPV legte im letzten Quartal um 6% (währungsbereinigt um 7%) auf 487,1 Milliarden US$ zu. Auf gut Deutsch: PayPal hat pro abgewickelter Transaktion deutlich weniger verdient.
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Und nur noch kosmetisches Ergebniswachstum
Eine positive Überraschung gelang PayPal hingegen beim Ergebnis. Der bereinigte Gewinn je Aktie in Höhe von 1,45 US$ lag nicht nur 8% über dem Vorjahreswert, sondern übertraf auch deutlich den Analystenkonsens von 1,31 US$.
Allerdings muss man bei den Gründen für den Gewinnanstieg von PayPal genauer hinschauen. Der bereinigte Nettogewinn des Zahlungsdienstleisters ging nämlich um ca. 3% zurück.
Die große Differenz zwischen der Entwicklung des Nettogewinns und des Gewinns je Aktie lässt sich durch die Aktienrückkäufe von PayPal erklären. Der Konzern gab im vergangenen Quartal 1,5 Milliarden US$ für Aktienrückkäufe aus und reduzierte damit die Zahl ausstehender Aktien so stark, dass die EPS selbst bei einem Rückgang des Nettogewinns stiegen.
Und noch eine positive Nachricht in Sachen Gewinn: Für 2026 hob das PayPal-Management die Gewinnprognose von bislang 5,38 auf nunmehr 5,60 US$ je Aktie an.
Ausführliche Chartanalyse
Eine ausführliche Chartanalyse findet ihr bei meinem Kollegen Christian Kämmerer.
Diese drei Faktoren sprechen dagegen
Für mich ist die PayPal-Aktie schon seit geraumer Zeit kein Investment wert und das liegt an der Dreierkombination aus immer noch zu hoher Bewertung, großer Wachstumsschwäche und starkem Wettbewerb im Markt der Zahlungsdienstleister.
Die Zahlen für das letzte Quartal zeigen, dass PayPal inzwischen keine Wachstumsgeschichte, sondern eine Schrumpfungsgeschichte ist. Lediglich in den USA konnte das Unternehmen seinen Umsatz noch steigern. International ist er bereits auf Talfahrt. Für bedenklich halte ich vor allem die Tatsache, dass das Kerngeschäft (der klassische PayPal-Checkout) nicht mehr wächst. Auch die Zahl der Kunden blieb mit rund 440 Millionen ziemlich konstant.
Der starke Wettbewerb im Markt der Zahlungsdienstleistungen hinterlässt Spuren in der G&V des Marktführers. PayPal schafft es nicht mehr, seinen Umsatz proportional zum Zahlungsvolumen zu steigern. Im Klartext: Unternehmen drücken die Preise für die Dienstleistungen.
Das führte unter dem Strich zu einem Rückgang des Nettogewinns. Die Steigerung des Gewinns je Aktie ist nur auf „Kosmetik“ durch Aktienrückkäufe zurückzuführen.
Für ein so wachstumsschwaches Unternehmen ohne weiteres Margenpotenzial ist mir die PayPal-Aktie nach wie vor zu hoch bewertet. Ein Forward-KGV im hohen einstelligen Bereich mag niedrig erscheinen. Ist es aber nicht für ein Unternehmen, das weder Umsatz noch Ergebnis noch nennenswert steigern kann.
PayPal entwickelt sich langsam zu einem interessanten Dividendentitel. Weitere chancenreiche Dividendenaktien findest Du in unseren Top 10 Dividenden Picks 2026.
ℹ️ PayPal in Kürze
- PayPal (WKN: A14R7U) betreibt den weltweit bekanntesten Online-Bezahldienst. Im letzten Quartal nutzten über 420 Millionen Verbraucher weltweit den Service für Online-Überweisungen und die Bezahlung von Rechnungen im Internet.
- Das Unternehmen mit Sitz in San José im US-Bundestaat Kalifornien ist Teil des Nasdaq 100 und des S&P 500 Index.
- PayPal ist Mitglied im S&P 500 und rund 47 Milliarden US$ wert.
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Fazit
Anleger tun deshalb gut daran, weiterhin die Finger von der PayPal-Aktie zu lassen. Ich sehe überhaupt keine positiven Kurskatalysatoren in naher Zukunft.
Ganz im Gegenteil. Die Zeiten, in denen PayPal die beliebteste Bezahlform im Online-Handel darstellte, scheinen langsam zu Ende zu gehen.