SUSS-Aktie -11%: Wann hört der freie Fall auf?
Starke Prognosesenkung
Hinter dem heutigen zweistelligen Kurssturz der SUSS-Aktie steckt eine Nachricht, die Anleger überhaupt nicht gerne hören. Der Halbleiterproduktionsanlagenhersteller senkte seine Jahresprognose.
Während das SUSS-Management bislang von einer Umsatzspanne von 425 bis 485 Millionen € ausging, sollen die Erlöse nach neuesten Schätzungen 2026 nur 405 bis 425 Millionen € betragen. Das entspricht in der Mitte einer Prognosekorrektur von knapp 10%.
Auch beim Ergebnis passt das Tech-Unternehmen seine Prognose nach unten an. Obwohl die Bruttomarge weiterhin bei 35 bis 37% gesehen wird, geht SUSS von einem Rückgang der EBIT-Marge von bislang 8 bis 10% auf nunmehr 5 bis 7% aus.
Für die Rücknahme der Prognose gibt es gleich zwei Gründe. Zum einen ist die Liefersituation bei einzelnen Robotik- und Wafer-Handling-Komponenten angespannt, sodass Aufträge nicht wie geplant realisiert werden können.
Zum anderen will der Mikroelektronikspezialist seine Fertigung an zwei Standorten in Deutschland und China bündeln. Die Produktion am Unternehmenssitz im bayerischen Garching wird deshalb eingestellt. Diese Umstrukturierung ist mit Aufwendungen in Höhe von rund 6 Millionen € verbunden, von denen über 4 Millionen € noch in diesem Jahr anfallen.
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Im steilen Abwärtskanal
Das Chartbild der SUSS-Aktie treibt einem seit Monaten die Tränen in die Augen. Seit ihrem Allzeithoch Mitte Juni befindet sich der TecDAX-Wert in einem steilen Abwärtskanal.
Auch die starke Unterstützungszone bei 48/49 € wurde heute nach unten durchschlagen. Anleger müssen deshalb damit rechnen, dass sich der Abverkauf der SUSS-Aktie noch bis ca. 44/45 € fortsetzen wird.
Licht am Ende des Tunnels
In meiner letzten Analyse der SUSS-Aktie Ende Juni habe ich Anlegern davon abgeraten, in den deutschen Tech-Titel zu investieren. Die Aktie war mir zum damaligen Kurs von fast 100 € deutlich zu hoch bewertet.
Innerhalb von nur vier Monaten hat sich der Kurs der SUSS-Aktie halbiert. Ich glaube, dass sie nun auf einem interessanten Kursniveau angekommen ist.
Im laufenden Jahr rechnet das Unternehmen zwar mit einem Umsatzrückgang von rund 10%. Aber im kommenden Jahr dürften verschobene Aufträge nachgeholt werden und der Umsatz um voraussichtlich um über 35% zulegen.
Noch rosiger sieht die Zukunft bei der Marge aus. Analysten gehen davon aus, dass die EBIT-Marge 2027 über 15% klettern wird.
Vor diesem Hintergrund finde ich ein Forward-KGV von knapp 14 auf Basis der Gewinnschätzung für 2027 keine übertrieben hohe Bewertung für die SUSS-Aktie.
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ℹ️ SUSS in Kürze
- Die in Garching bei München ansässige SUSS (vormals Süss MicroTec SE) entwickelt Anlagen für die Herstellung von Mikroelektronik und -systemtechnik.
- Der Konzern liefert Systemlösungen für die Halbleitertechnik, die im Labor- und Produktionsbereich eingesetzt werden. Diese umfassen alle notwendigen Arbeitsschritte der Waferbearbeitung.
- Die Produkte werden in Deutschland und Taiwan entwickelt und gefertigt.
- SUSS ist Mitglied im MDAX und TecDAX und an der Börse aktuell rund 900 Millionen € wert.
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Fazit
Meiner Meinung nach dürfte der freie Fall der SUSS-Aktie bald ein Ende finden. Die Bewertung ist inzwischen auf einem vernünftigen Niveau angekommen, was den Tech-Titel meines Erachtens zu einem spannenden Turnaround-Investment macht.
Trotzdem sollten Anleger bei einem Investment die notorische Volatilität der SUSS-Aktie berücksichtigen. Sie ist bekannt dafür, als KI-Folgetitel nach oben und nach unten zu „überschießen“. Eine Bodenbildung ist deshalb nicht garantiert, wird aber immer wahrscheinlicher.