Adidas-Aktie: Welche Strategie könnte hier sinnvoll sein?
Gewinnprognose angehoben
Die vorläufigen Geschäftszahlen für das dritte Quartal fielen überraschend stark aus. Daraufhin hob Adidas die Prognose für den operativen Gewinn des Gesamtjahres 2026 an.
Statt rund 2,3 Milliarden € werden nun etwa 2,5 Milliarden € erwartet. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die Verbesserung sowohl auf das operative Wachstum als auch auf Rückerstattungen von US-Zöllen zurückzuführen ist.
Für das Gesamtjahr rechnet Adidas weiterhin mit einem währungsbereinigten Umsatzwachstum von 9 bis 10%. Die operative Ertragskraft soll sich stärker verbessern als bislang erwartet.
Ein Teil der zusätzlichen Erträge soll allerdings wieder in das Unternehmen investiert werden. Für das vierte Quartal sind dafür rund 100 Millionen € vorgesehen. Damit will Adidas die Voraussetzungen für eine nachhaltige und profitablere Geschäftsentwicklung weiter verbessern.
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Neuer Umsatzrekord erzielt
Wie in den Vorquartalen setzte Adidas seinen Wachstumskurs im dritten Quartal fort.
Der Konzernumsatz stieg gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 9% auf den Rekordwert von 7,25 Milliarden €. Währungsbereinigt lag das Wachstum bei 7%.
Noch deutlicher verbesserte sich das operative Ergebnis. Es erhöhte sich um 37% auf 1,01 Milliarden € und erreichte damit einen neuen Quartalsrekord.
Auch die Bruttomarge entwickelte sich positiv. Sie stieg um 2,5 Prozentpunkte auf 54,3%.
Ein wichtiger Faktor waren Rückerstattungen bereits gezahlter US-Zölle in Höhe von rund 200 Millionen €. Daneben profitierte Adidas von einer guten Nachfrage nach Produkten, die ohne Preisnachlässe verkauft werden konnten. Ungünstige Wechselkursentwicklungen wirkten sich dagegen belastend aus.
Insgesamt sind die vorläufigen Geschäftszahlen dennoch sehr gut ausgefallen. Die endgültigen Zahlen sollen am 29. Oktober veröffentlicht werden. Dann lässt sich genauer beurteilen, wie sich die einzelnen Geschäftsbereiche und Absatzregionen entwickelt haben.
Bewertung
Fundamental befindet sich Adidas in einer soliden Verfassung. Trotz eines schwierigen Konsumumfelds konnte das Unternehmen den Umsatz deutlich steigern und seine Profitabilität verbessern.
Die Anhebung der Gewinnprognose ist allerdings nicht ausschließlich auf das operative Geschäft zurückzuführen. Einen wesentlichen Beitrag leisten die US-Zollerstattungen. Anleger sollten deshalb unterscheiden, welcher Teil der Ergebnisverbesserung nachhaltig ist und welcher auf Sondereffekten beruht.
Positiv ist, dass Adidas auch ohne diesen Sondereffekt ein profitables Wachstum erzielt. Die Bruttomarge, die Nachfrage nach Produkten zum vollen Preis und das Umsatzwachstum sprechen dafür, dass die Marke weiterhin gut positioniert ist.
Der bisherige Kursverlauf wurde allerdings stark von der allgemeinen Börsenstimmung beeinflusst. Die ausgeprägten Kursschwankungen lassen sich nicht allein aus der operativen Entwicklung erklären. Das könnte sich zunächst fortsetzen.
Für die mittelfristige Kursentwicklung wird deshalb entscheidend sein, welche Prognose Adidas für das kommende Geschäftsjahr.
ℹ️ Adidas in Kürze
- Adidas mit Sitz in Herzogenaurach bei Nürnberg ist nach Nike der zweitgrößte Sportartikelhersteller der Welt. Fast jedes Kind kennt die Marke mit den drei Streifen, die sich vor allem als Ausstatter in Leistungssport und Popkultur einen Namen gemacht hat.
- Das Produktspektrum des Konzerns reicht von Bekleidung und Schuhen über Sportausrüstung bis zu Accessoires. Zudem werden unter Lizenz Brillen, Kosmetik und Uhren vermarktet.
- Der Adidas ist Mitglied im deutschen Leitindex DAX und im europäischen Leitindex EuroStoxx 50. An der Börse ist der Konzern aktuell knapp 27 Milliarden € wert.
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Fazit
Ein Teil des vorherigen Kursrückgangs bis auf rund 130 bis 140 € wurde inzwischen wieder aufgeholt. Angesichts der guten Geschäftszahlen ist diese Erholung aus meiner Sicht nachvollziehbar.
Trotzdem sehe ich kurzfristig noch ein begrenztes Kurspotenzial. Kurse von rund 180 € halte ich mittelfristig wieder für realistisch. Für die Adidas-Aktie halte ich eine Strategie des aktiven Tradings weiterhin für sinnvoll. Die hohe Volatilität bietet Chancen, birgt aber ebenso das Risiko, dass eine Erholung schnell wieder beendet wird. Die Dividendenrendite von etwa 1,7% ist als solide zu bewerten.
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