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Quelle: ChatGPT

XRP: Treasury-Unternehmen will für 80 Millionen US-Dollar XRP kaufen

Neuer Kaufdruck?

Beim Ripple-nahen Treasury-Unternehmen Evernorth Holdings läuft die Kaufmaschine für XRP weiter. Über eine neue Aktienausgabe will die Firma bis zu 80,7 Millionen US$ einsammeln und damit vor allem weitere XRP kaufen. XRP selbst kommt kaum vom Fleck und notiert am heutigen Montag bei rund 1,29 US$ beziehungsweise 1,15 €. Das ist ein Tagesplus von etwa +1,3%, auf Monatssicht steht aber ein Minus von rund -16,8%. Die entscheidende Frage lautet: Wie viel Kaufdruck kann dieser Betrag bei einem Coin mit gut 81 Milliarden US$ Marktwert überhaupt erzeugen?

Cantor liefert das Kapital

Am 23. Oktober hat Evernorth eine Vereinbarung mit CF Principal Investments geschlossen, einer Tochter von Cantor Fitzgerald. Danach darf das Unternehmen über rund 14 Monate bis zu 5,22 Millionen neue Class-A-Aktien ausgeben, die unter dem Kürzel XRPN gehandelt werden. Der Prospekt bei der US-Börsenaufsicht SEC rechnet mit dem Schlusskurs vom 22. Oktober von 15,46 US$. So ergibt sich ein Bruttoerlös von 80,7 Millionen US$, nach Kosten sollen 78,3 Millionen US$ übrig bleiben. Ein großer Teil davon ist für XRP-Käufe vorgesehen, der Rest für Betriebskapital und Aktivitäten im XRP-Ökosystem. Für die Zusage zahlt Evernorth eine Gebühr von rund 522.000 US$, die unter bestimmten Bedingungen auf 1 Million US$ steigen kann.

Das Muster stammt von Strategy, das seine Bitcoin-Käufe seit Jahren über Aktienverkäufe finanziert. Evernorth ist an der Nasdaq gelistet und hält rund 473 Millionen XRP. Damit gilt die Firma als größtes börsennotiertes Unternehmen, das sich ausschließlich auf XRP konzentriert. Geführt wird sie von Asheesh Birla, der früher bei Ripple das Zahlungsgeschäft mitverantwortet hat. Dazu kommen 11,5 Millionen ausstehende Optionsscheine. Würden sie ausgeübt, könnten weitere 132,2 Millionen US$ in die Kasse fließen.

Die Relationen ernüchtern

Ich habe die Größenordnung nachgerechnet. Selbst wenn der gesamte Bruttoerlös zum aktuellen Kurs in XRP flösse, kämen rund 62 Millionen Coins zusammen. Das wäre ein Plus von gut 13% auf Evernorths Bestand, gemessen an den rund 63 Milliarden umlaufenden XRP aber nur etwa 0,1%. Allein an einem Tag werden zuletzt rund 1,1 Milliarden US$ in XRP umgesetzt. Das gesamte Programm entspricht also nur etwa 7% eines einzigen Handelstages, und es verteilt sich über 14 Monate.

Auch im Vergleich mit den US-Spot-ETFs auf XRP bleibt der Betrag klein. Die Fonds haben seit ihrem Start im November 2025 netto rund 1,72 Milliarden US$ eingesammelt, allein in den 30 Handelstagen bis zum 16. Oktober waren es 118,3 Millionen US$. Trotzdem ist der Kurs in diesem Zeitraum gefallen. In der Woche vom 12. bis 16. Oktober gab es leichte Nettoabflüsse von rund 1,84 Millionen US$, damit endete eine Serie von 13 Wochen mit Zuflüssen. Institutionelle Nachfrage in dieser Größenordnung hat den Abwärtstrend bislang also nicht gedreht.

Das Modell hat Grenzen

Der Mechanismus funktioniert nur, solange die XRPN-Aktie gefragt ist. Neue Aktien verwässern die Altaktionäre, das lohnt sich nur, wenn mit dem Erlös mehr XRP pro Aktie gekauft werden kann. Fällt der Aktienkurs, schrumpft der Erlös entsprechend, denn die 80,7 Millionen US$ beruhen auf einem Kurs von 15,46 US$. Wie hoch das Risiko ist, zeigt Evernorths eigene Bilanz: Für 2025 musste das Unternehmen 233,7 Millionen US$ auf seine XRP-Bestände abschreiben, weil die Marktpreise unter den Einstandskursen lagen.

Für XRP insgesamt gilt: Der Coin hat binnen eines Jahres rund 50% verloren, damals kostete er etwa 2,60 US$. Vom Rekordhoch bei 3,84 US$ ist er weit entfernt. Der Kurs hängt damit vor allem an der allgemeinen Stimmung am Kryptomarkt und an der Nachfrage über die ETFs.

Fazit

Ich halte die Kapitalerhöhung von Evernorth für ein positives Signal, weil Ripple-nahe Akteure weiter auf XRP setzen. Für den Kurs sehe ich aber kaum spürbaren Rückenwind, dafür ist das Volumen im Verhältnis zum Markt zu gering. Hinzu kommt, dass Treasury-Firmen dann am kräftigsten kaufen, wenn ihre eigenen Aktien steigen. Kurzfristig könnte das Modell den Trend bei XRP also eher verstärken, als ihn zu drehen.

Entscheidend wird nun sein, ob die ETF-Zuflüsse nach der jüngsten Pause wieder anziehen und ob XRP das Niveau um 1,30 US$ verteidigt. Erst wenn beides gelingt, würde ich Käufe wie die von Evernorth als echten Treiber sehen. Bestehende Anleger könnten ihre Position halten, wenn sie auf lange Sicht auf eine breitere Nutzung von XRP setzen. Für einen Neueinstieg könnten Anleger die Entwicklung aus meiner Sicht vorerst von der Seitenlinie aus beobachten, bis sich der Abwärtstrend der vergangenen Monate erkennbar stabilisiert.

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