Rheinmetall-Aktie vor der Wende? Analysten sehen Chancen
Rheinmetall-Aktie findet Unterstützung
Aus technischer Sicht befindet sich die Rheinmetall-Aktie weiterhin in einer schwierigen Situation. Nachdem das Papier im vergangenen Jahr zeitweise über 2.000 € gestiegen war, folgte eine kräftige Korrektur. Inzwischen notiert die Aktie nur noch bei rund 1.020 € und hat damit ungefähr die Hälfte ihres Wertes eingebüßt.
Immerhin gibt es inzwischen erste Anzeichen einer möglichen Bodenbildung. Denn die Zone zwischen 900 und 950 € hat sich in den vergangenen Monaten mehrfach als wichtige Unterstützung erwiesen. Sobald sich die Aktie diesem Bereich näherte, kehrte bislang immer wieder Kaufinteresse zurück. Das bisherige Jahrestief liegt bei rund 900,20 €, womit die psychologisch wichtige Marke von 900 € bislang verteidigt werden konnte.
Auch das Volumenprofil unterstreicht die Bedeutung dieses Bereichs. Rund um die jüngsten Tiefstände ist eine erhöhte Handelsaktivität erkennbar, was darauf hindeutet, dass dort in der Vergangenheit zahlreiche Marktteilnehmer aktiv waren. Solange die Käufer diese Zone verteidigen, besteht die Chance, dass sich ein tragfähiger Boden ausbildet.
Für eine nachhaltige Trendwende reicht das allerdings noch nicht aus. Zunächst müsste sich die Aktie wieder oberhalb von 1.050 bis 1.100 € etablieren. Darüber wartet die nächste größere Widerstandszone zwischen 1.200 und 1.220 €, an der Rheinmetall bereits mehrfach gescheitert ist. Erst wenn auch dieser Bereich zurückerobert wird, würde sich das übergeordnete Chartbild deutlich aufhellen.
Sollte die Unterstützung bei 900 € dagegen nachhaltig unterschritten werden, wäre die Hoffnung auf eine Bodenbildung vorerst dahin. In diesem Fall könnte sich die Korrektur nochmals ausweiten.
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Rheinmetall-Aktie
Analysten bleiben optimistisch
Während die Rheinmetall-Aktie an der Börse weiterhin unter Druck steht, fallen die Einschätzungen der Analysten recht unterschiedlich aus. Zwar halten mehrere große Investmentbanken an ihren Kaufempfehlungen fest, allerdings wurden die Kursziele zuletzt teilweise deutlich reduziert.
Erst am 20. Oktober senkte die Schweizer Großbank UBS ihr Kursziel von zuvor 1.600 auf 1.360 €, bestätigte allerdings weiterhin ihre Kaufempfehlung. Analyst Sven Weier sieht vor allem den bevorstehenden Kapitalmarkttag Ende November als wichtigen Termin. Seiner Einschätzung nach sollte Rheinmetall dort lieber realistische Wachstumsziele präsentieren, anstatt erneut sehr hohe Erwartungen zu wecken, die später möglicherweise nicht erfüllt werden können.
Noch vorsichtiger zeigt sich die Privatbank Berenberg. Sie stufte Rheinmetall Anfang Oktober von „Buy“ auf „Hold“ ab und reduzierte das Kursziel drastisch von 1.600 auf nur noch 1.020 €. Die Analysten bezweifeln vor allem, ob das Unternehmen auch über das Jahr 2030 hinaus so stark wachsen kann wie bislang erwartet. Dafür müssten in den kommenden Jahren weitere umfangreiche Rüstungsaufträge hinzukommen.
Andere Banken bleiben dagegen deutlich zuversichtlicher. RBC sieht die Aktie weiterhin bei 1.600 €, während die Deutsche Bank sogar an einem Kursziel von 1.800 € festhält. Bernstein Research bestätigte am 19. Oktober wiederum seine positive Einschätzung mit einem Kursziel von 1.200 €.
Die Unterschiede zeigen, wie schwierig die aktuelle Bewertung von Rheinmetall geworden ist. Am langfristig steigenden Bedarf an militärischer Ausrüstung zweifeln nur wenige. Allerdings stellt sich zunehmend die Frage, wie schnell sich neue Aufträge tatsächlich in Umsätze und Gewinne umwandeln lassen und wie viel Wachstum bereits in den früheren Kursen eingepreist war.
Rheinmetall vor wichtigen Terminen
Neue Impulse könnte bereits der 5. November liefern. Dann veröffentlicht Rheinmetall seine Geschäftszahlen für das dritte Quartal. Anleger werden vor allem darauf achten, ob der Konzern seine Wachstumsziele weiterhin erreichen kann und wie sich der Auftragseingang entwickelt hat. Auch der Kapitalmarkttag vom 25. bis 27. November wird wichtig.
Dort dürfte das Management weitere Einblicke in die langfristige Strategie und die erwartete Geschäftsentwicklung geben. Nach den jüngsten Kurszielsenkungen wäre es für Rheinmetall hilfreich, wenn das Unternehmen mit einem nachvollziehbaren Ausblick wieder mehr Vertrauen schaffen könnte.
ℹ️ Rheinmetall in Kürze
- Rheinmetall (WKN: 703000) ist ein deutscher Rüstungskonzern und Automobilzulieferer mit Sitz in Düsseldorf.
- Nach Airbus ist Rheinmetall der zweitgrößte deutsche Hersteller von Rüstungsgütern.
- Schwerpunkte der Waffenproduktion sind militärische Rad- und Kettenfahrzeuge wie Kampf- und Schützenpanzer sowie Munition.
- Rheinmetall ist Mitglied in den Leitindizes DAX und EuroStoxx 50. Der Börsenwert liegt aktuell bei rund 47 Milliarden €.
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Fazit
Analysten sehen nach den deutlichen Kursverlusten weiterhin erhebliches Potenzial. Allerdings zeigen die jüngsten Kurszielsenkungen, dass die Erwartungen vorsichtiger geworden sind. Sollten die kommenden Geschäftszahlen überzeugen und Rheinmetall seine langfristigen Wachstumspläne untermauern, könnte das der Aktie neuen Auftrieb geben.
In diesem Zusammenhang: Regierungen stocken strategische Rohstoffreserven massiv auf – unser Report „Rüstung – Megatrend im Rohstoffsektor“ analysiert zwei Aktien, die zu großen Profiteuren werden dürften.