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Deutsche Telekom

Deutsche Telekom-Aktie nach Kursrutsch – ist die Angst vor SpaceX übertrieben?

SpaceX sorgt für Unruhe
Bei der Deutschen Telekom ging es zuletzt ziemlich ruppig zu. Nachdem die Aktie infolge der neuen SpaceX-Pläne kräftig unter Druck geraten war, kam am Mittwoch wieder etwas Kaufinteresse rein und der Kurs erholte sich bis auf rund 26 €. Die eigentliche Frage dahinter bleibt aber bestehen: Wie groß wird die Gefahr für T-Mobile US wirklich und wie viel davon ist inzwischen bereits eingepreist?

SpaceX hat den Markt ziemlich kalt erwischt

Der heftige Rücksetzer Anfang Oktober hatte einen klaren Auslöser. SpaceX hat sich in den USA landesweite Mobilfunkfrequenzen im niedrigen Frequenzbereich gesichert und damit die Grundlage geschaffen, Starlink stärker als direkten Mobilfunkanbieter aufzubauen. Für die Deutsche Telekom ist das sehr relevant, weil sie rund 54 % an T-Mobile US hält und ein großer Teil der Konzernbewertung inzwischen an diesem Geschäft hängt. Die Telekom-Aktie verlor nach der Nachricht zeitweise fast 8 %, T-Mobile US wurde noch härter getroffen.

Stéphane Beyazian von ODDO BHF geht zwar davon aus, dass SpaceX bei künftigen Frequenzauktionen eine größere Rolle spielen wird, weist aber gleichzeitig darauf hin, dass der Aufbau eines wirklich konkurrenzfähigen Mobilfunkangebots ohne Roaming-Partnerschaften Jahre dauern kann. Anleger haben also ein neues Risiko auf dem Tisch, aber noch keinen Wettbewerber, der T-Mobile US von heute auf morgen Marktanteile abnimmt.

Dass die Telekom-Aktie zuletzt wieder bis rund 26 € nach oben kam, passt dazu. Am 15. Oktober legte das Papier knapp +3 % zu und gehörte damit zu den stärksten Werten im DAX, nachdem in den Tagen zuvor viel Druck auf dem Kurs gelegen hatte.

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Das Geschäft selbst liefert weiter ordentliche Zahlen

Unter dem Kursrutsch hat sich operativ zunächst wenig verändert. Im zweiten Quartal stieg der Umsatz organisch um 3,3 % auf 29,9 Milliarden €, das bereinigte EBITDA AL legte organisch um 7,3 % auf 11,8 Milliarden € zu und der bereinigte Konzernüberschuss wuchs um 11,1 % auf 2,8 Milliarden €. Den Ausblick für den Free Cashflow hat die Telekom sogar noch einmal leicht auf rund 20 Milliarden € angehoben.

Auch das Thema KI bekommt innerhalb des Konzerns inzwischen deutlich mehr Gewicht. Auf einem eigenen Kapitalmarkttag Anfang Oktober hat die Telekom gezeigt, wie KI sowohl bei internen Kosten als auch bei neuen Produkten eingesetzt werden soll. Deutsche Bank Research wertete vor allem positiv, dass das Thema quer durch den Konzern verankert ist und das Management sowohl bei Effizienz als auch bei zusätzlichen Umsätzen noch Potenzial sieht.

Die nächsten Quartalszahlen kommen am 5. November. Dann dürfte neben dem operativen Wachstum vor allem T-Mobile US wieder beobachtet werden, denn nach der SpaceX-Nachricht will der Markt vermutlich sehen, ob sich bei Kundenzahlen, Wettbewerb und Margen schon irgendeine Veränderung abzeichnet.

Analysten sehen den Kursrutsch deutlich entspannter

Bei den jüngsten Kurszielen liegt die Wall Street weiterhin deutlich oberhalb des aktuellen Kurses. Deutsche Bank Research hält an 40 € und „Buy“ fest, Goldman Sachs kommt trotz einer leichten Senkung des Ziels auf 38 € und UBS sieht 35,10 €. Berenberg liegt mit 35,20 € in einem ähnlichen Bereich.

Bei Goldman Sachs spielt dabei vor allem das Sparpotenzial eine Rolle. Die höheren Kostenziele der Telekom könnten nach Einschätzung der Bank noch Luft bei den Ergebnisschätzungen schaffen, wenn das Management die angekündigten Maßnahmen tatsächlich umsetzt. UBS wiederum sieht nach dem KI-Kapitalmarkttag Chancen, dass die zusätzlichen Investitionen sowohl bei Kundenbindung als auch beim Wachstum helfen.

Es gibt aber auch vorsichtige Stimmen. Bernstein liegt beispielsweise nur bei 28,10 €, JPMorgan mit einer seiner jüngsten Schätzungen bei 27,50 €. Wer SpaceX und den stärkeren Wettbewerb in den USA höher gewichtet, bleibt näher am heutigen Kurs, während die optimistischeren Häuser weiterhin auf das Wachstum von T-Mobile US, Kostensenkungen und steigende Cashflows setzen.

Nach dem kräftigen Rücksetzer ist die Aktie damit zumindest wieder auf einem Niveau angekommen, auf dem die Analystenziele deutlich auseinanderlaufen. Der Markt preist das neue SpaceX-Risiko inzwischen sichtbar ein, während das operative Geschäft weiter wächst.

ℹ️ Deutsche Telekom in Kürze

  • Die Deutsche Telekom (WKN: 555750) gehört zu den weltweit führenden Konzernen für Telekommunikations- und Informationstechnologie. Die Leistungen sind sehr breit gefächert, von der Breitbanktelefonie, Mobilfunk sowie TV oder komplexe ICT-Lösungen bietet der Konzern alles aus einer Hand an.
  • Das Unternehmen mit Hauptsitz in Bonn ist weltweit in 50 Ländern tätig. Mit der Tochter T-Mobile US gehört es zu den führenden Telekommunikationsanbietern in den USA.
  • Die Marktkapitalisierung der im DAX gelisteten Aktie beträgt rund 122,39 Milliarden €.

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Fazit

Ich sehe die Deutsche Telekom trotz des jüngsten Rücksetzers weiterhin eher auf Erholungskurs. Das operative Geschäft läuft solide, die Analystenziele liegen überwiegend klar über dem aktuellen Niveau und der starke US-Anteil bleibt grundsätzlich ein wichtiger Treiber. Das neue Risiko durch SpaceX sollte man kurzfristig trotzdem nicht kleinreden, gerade weil T-Mobile US für die Bewertung der Telekom so wichtig ist. Solange daraus aber noch kein spürbarer Druck auf Kundenwachstum und Margen entsteht, halte ich es für gut möglich, dass sich die Aktie nach der aktuellen Schwäche wieder Stück für Stück nach oben arbeitet.

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