Industrie-Aktien: Diese 3 US-Werte könnten weiter durch die Decke knallen
Vertiv-Aktie
Vertiv
Ein weiterer Wachstumstreiber ist die Entwicklung hin zu umfassenderen Systemlösungen. Statt lediglich einzelne Komponenten zu verkaufen, übernimmt Vertiv zunehmend die Planung kompletter Systeme. Damit kann das Unternehmen einen größeren Anteil der Ausgaben seiner Kunden auf sich vereinen.
Die Geschäftsentwicklung unterstreicht diese Dynamik. Im zweiten Quartal 2026 stieg der Umsatz gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 24 Prozent. Für das Gesamtjahr hob das Management seine Prognose an und erwartet inzwischen ein bereinigtes Umsatzwachstum von rund 31 Prozent. Auch langfristig sind die Erwartungen ambitioniert: Vertiv rechnet für den Zeitraum von 2025 bis 2030 mit einem jährlichen Umsatzwachstum von 20 bis 22 Prozent und einer Verbesserung der operativen Marge auf 27 Prozent.
Eine strategische Kooperation mit Nvidia unterstreicht zudem die technologische Positionierung des Unternehmens. Vertiv arbeitet mit dem Chipkonzern an einem KI-Rechenzentrum, das auf einer 800-Volt-Gleichstromarchitektur auf Rack-Ebene basiert und Nvidias nächste Generation der Vera-Rubin-Plattform unterstützen soll.
Auch an der Börse hat sich die Entwicklung bereits bemerkbar gemacht. Die Aktie legte innerhalb eines Jahres bis zum 2. Oktober 2026 um rund 57 Prozent zu. Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von etwa 38 auf Basis der erwarteten Gewinne ist Vertiv zwar nicht günstig bewertet. Angesichts der von Analysten erwarteten Gewinnsteigerungen von rund 40 Prozent pro Jahr erscheint die Bewertung jedoch weiterhin vertretbar.
Comfort Systems USA-Aktie
Comfort Systems USA
Besonders aussagekräftig ist der Auftragsbestand. Im zweiten Quartal 2026 erreichte er mit rund 14 Milliarden Dollar einen neuen Rekord. Damit verfügt Comfort Systems über eine umfangreiche Pipeline für künftige Umsätze. Allein im zweiten Quartal erzielte das Unternehmen einen Umsatz von 3,3 Milliarden Dollar – ein Anstieg von 50 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.
Eine zentrale Rolle spielen dabei Kunden aus der Technologiebranche. Ihr Anteil am Umsatz stieg im ersten Halbjahr 2026 auf 58 Prozent, nachdem er ein Jahr zuvor noch bei 40 Prozent gelegen hatte. Der zunehmende Bau von Rechenzentren entwickelt sich damit zu einem immer wichtigeren Wachstumsmotor für das Unternehmen.
Zusätzlich setzt Comfort Systems auf modulare Bauweisen. Mit dieser Methode lassen sich komplexe Gebäudeteile unter kontrollierten Bedingungen vorfertigen und anschließend schneller vor Ort montieren. Das Unternehmen verfügt derzeit über eine modulare Produktionskapazität von rund 3,5 Millionen Quadratfuß und will diese bis zum Sommer 2027 auf etwa fünf Millionen Quadratfuß ausbauen.
Auch die Aktie hat diese Entwicklung bereits vorweggenommen. Bis zum 2. Oktober 2026 legte sie innerhalb eines Jahres um rund 111 Prozent zu. Mit einem erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnis von etwa 36 ist die Bewertung ambitioniert. Gleichzeitig rechnen Analysten mit einem jährlichen Gewinnwachstum von rund 45 Prozent. Sollte Comfort Systems seine hohe Wachstumsdynamik aufrechterhalten können, könnte die Aktie trotz ihrer bereits starken Kursentwicklung weiteres Potenzial besitzen.
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Quanta Services-Aktie
Quanta Services
Die Größenordnung des Geschäfts hat sich in den vergangenen Jahren erheblich verändert. Der Umsatz stieg von rund 13 Milliarden Dollar im Jahr 2021 auf knapp 33 Milliarden Dollar auf Basis der vergangenen zwölf Monate bis zum zweiten Quartal 2026. Im zweiten Quartal selbst erhöhte sich der Umsatz um 41 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum, nachdem das Wachstum im ersten Quartal noch bei 26 Prozent gelegen hatte.
Besonders bemerkenswert ist der Auftragsbestand von Quanta Services. Dieser erreichte im zweiten Quartal 2026 mit 53 Milliarden Dollar einen neuen Rekord. Damit verfügt das Unternehmen über eine mehrjährige Umsatzperspektive. Gleichzeitig erwartet das Management, dass sich die Margen verbessern können, weil sich der Auftragsmix zunehmend in Richtung größerer und komplexerer Projekte verschiebt.
Quanta gilt zudem als erfahren bei der Umsetzung anspruchsvoller Infrastrukturprojekte. Die Fähigkeit, komplexe Vorhaben termingerecht und innerhalb des Budgets abzuschließen, kann angesichts des wachsenden Investitionsbedarfs zu einem wichtigen Wettbewerbsvorteil werden.
Die Aktie stieg innerhalb eines Jahres bis zum 2. Oktober 2026 um rund 60 Prozent. Mit einem erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnis von etwa 40 ist auch Quanta hoch bewertet. Dem steht allerdings ein umfangreicher Auftragsbestand und eine erwartete jährliche Gewinnsteigerung von rund 20 Prozent gegenüber. Die langfristige Nachfrage nach Strominfrastruktur könnte der Aktie damit weiterhin eine solide Wachstumsbasis bieten.
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Fazit
Vertiv, Comfort Systems USA und Quanta Services profitieren auf unterschiedliche Weise vom selben langfristigen Trend: dem rasanten Ausbau der Rechenzentrumsinfrastruktur infolge des KI-Booms. Während Vertiv vor allem bei Stromversorgung und Kühlung ansetzt, profitiert Comfort Systems vom Bau und der technischen Ausstattung der Gebäude. Quanta Services wiederum ist ein wichtiger Akteur beim Ausbau der Strominfrastruktur, die erforderlich ist, um den wachsenden Energiebedarf zu decken.
Alle drei Aktien haben in den vergangenen zwölf Monaten bereits kräftig zugelegt und weisen entsprechend anspruchsvolle Bewertungen auf. Das größte Risiko besteht darin, dass sich die Investitionen in Rechenzentren – etwa aufgrund regulatorischer Vorgaben, einer Abschwächung der KI-Nachfrage oder veränderter Investitionspläne – langsamer entwickeln als erwartet. Solange der Bedarf an KI-Anwendungen und Rechenleistung jedoch weiter steigt, verfügen Vertiv, Comfort Systems USA und Quanta Services über gute Voraussetzungen, um vom Ausbau der dafür notwendigen Infrastruktur auch in den kommenden Jahren zu profitieren.
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