+++ "Steigende Zinsen, hartnäckige Inflation: So schützt die Net-Cash-Strategie Dein Kapital und eröffnet Chancen!" +++ Masterclass mit Biotech-Experte Maximilian Ruth +++ Dienstag, 13.10.2026 um 19 Uhr +++ Hier anmelden! +++
Quelle: ChatGPT

Rheinmetall-Aktie: Droht der Absturz auf 600 €?

Weiter unter Abgabedruck
Die Rheinmetall-Aktie bereitet Anlegern weiterhin großen Kummer. Seit Jahresbeginn belaufen sich die Kursverluste des einstigen DAX-Highflyers inzwischen auf -40%. Auf Sicht von zwölf Monaten hat sich der Börsenwert des Düsseldorfer Rüstungsgiganten sogar annähernd halbiert. Wo wir bei der Frage sind: Ist dieser Rücksetzer eine einmalige Kaufgelegenheit oder droht sogar ein noch tieferer Fall?

Deutsche Bank bleibt bullisch

Fundamental gibt es durchaus Argumente für die Optimisten. Die Deutsche Bank hat Rheinmetall jüngst mit „Buy“ und einem Kursziel von 1.800 € bestätigt. Analyst Christoph Laskawi erwartet für die am 5. November anstehenden Quartalszahlen erneut ein Umsatzwachstum von mehr als 40%. Eine entscheidende Rolle zudem der Auftragseingang im Schlussquartal spielen.

Der wichtigste potenzielle Kurstreiber bleibt dem Analysten zufolge aber das Bundeswehr-Projekt „Arminius“. Bei dem milliardenschweren Programm geht es um Radpanzer vom Typ Boxer. Die Deutsche Bank rechnet Anfang Dezember mit einer Entscheidung des Haushaltsausschusses.

Bleibe auf der Höhe der Zeit über alle wichtigen Entwicklungen der Rüstungsbranche und abonniere unseren kostenlosen SD Insider Newsletter!

Rheinmetall baut das Portfolio aus

Auch abseits des klassischen Rüstungsgeschäfts setzt der Konzern neue Akzente. Gemeinsam mit ICEYE hat Rheinmetall in Neuss die Serienproduktion von SAR-Satelliten gestartet. Rund 50 Exemplare pro Jahr sind geplant, während sich die Bundeswehr über einen Vertrag von 1,7 Milliarden € exklusiven Zugriff auf einen Teil der Kapazitäten gesichert hat.

Hinzu kommt die Übernahme des Alstom-Werks in Kassel. Die 750 Beschäftigten sollen künftig für Rheinmetall Landsysteme arbeiten. Damit wird die Produktion von Radpanzern weiter ausgebaut – ein strategisch wichtiger Schritt angesichts der hohen Nachfrage.

Auch Insiderkäufe liefern ein positives Signal. Die Sara Georgi Stiftung erwarb Anfang Oktober Rheinmetall-Aktien im Wert von rund 239.000 €. Zudem hat Vorstandschef Armin Papperger in den vergangenen Jahren wiederholt selbst Aktien gekauft.

Doch die Börse bleibt skeptisch

Warum honoriert der Markt diese Nachrichten nicht? Ein wesentlicher Grund ist die inzwischen deutlich höhere Erwartungshaltung. Der Auftragsbestand von mehr als 80 Milliarden € ist beeindruckend – entscheidend ist aber, wann daraus Umsatz, Gewinn und vor allem echter Cashflow entstehen.

Für Q3 rechnen Analysten derzeit mit etwa 3,2 bis 3,4 Milliarden € Umsatz und rund 650 Millionen € EBIT. Der Markt dürfte dabei besonders auf die Margenentwicklung, den Auftragseingang und den Free Cashflow schauen. Nach mehreren Gewinnenttäuschungen in Folge muss Rheinmetall beweisen, dass die hohen Erwartungen tatsächlich erfüllt werden können.

Zusätzlichen Druck erzeugt das eingetrübte Sentiment im europäischen Rüstungssektor. Selbst positive Unternehmensnachrichten reichen derzeit kaum aus, um die Aktie nachhaltig zu drehen. Das mögliche Auslaufen beziehungsweise Wackeln des BVB-Sponsorings ist operativ zwar kaum relevant, passt aber ebenfalls nicht in das aktuell angeschlagene Stimmungsbild.

Chartbild schwer angeschlagen

Auch aus technischer Sicht ist Vorsicht angesagt. Nach Kursen von in der Spitze rund 2.000 € notiert Rheinmetall inzwischen um 950 € und damit gut -50% unter den einstigen Tops. Die Unterstützung bei 936 bis 942 € hat zuletzt gehalten. Darunter wartet die untere Begrenzung des langfristigen Trendkanals sowie das 52-Wochen-Tief bei rund 900 €. Fällt auch diese Marke, könnte sich der Abverkauf nochmals beschleunigen, denn die nächste größere Auffangzone findet sich dann erst wieder unterhalb von 600 €. Wobei auch die 200-Wochen-Linie bei 858 € ein potenzielles Rücklaufziel darstellt.

Auf der Oberseite müsste zunächst die Zone um 976/987 € überwunden werden. Danach warten bei rund 1.030 bis 1.060 € weitere Hürden. Doch selbst dann wäre Rheinmetall von einer nachhaltigen Trendwende noch weit entfernt.

ℹ️ Rheinmetall in Kürze

  • Rheinmetall (WKN: 703000) ist ein deutscher Rüstungskonzern und Automobilzulieferer mit Sitz in Düsseldorf.
  • Nach Airbus ist Rheinmetall der zweitgrößte deutsche Hersteller von Rüstungsgütern.
  • Schwerpunkte der Waffenproduktion sind militärische Rad- und Kettenfahrzeuge wie Kampf- und Schützenpanzer sowie Munition.
  • Rheinmetall ist Mitglied in den Leitindizes DAX und Euro Stoxx 50. Der Börsenwert liegt aktuell bei rund 44,6 Milliarden €.

Rheinmetall kaufen, halten oder verkaufen? Unsere Experten-Redaktion berichtet regelmäßig über Rheinmetall und informiert Dich in Echtzeit, wenn Handlungsbedarf besteht. Aktiviere dafür einfach unseren kostenlosen Aktien-Alarm und sichere Dir Deinen persönlichen Informationsvorsprung.

Rheinmetall weiterverfolgen – jetzt kostenlosen Aktien-Alarm aktivieren »

Fazit

Für mich überwiegen derzeit trotz der starken operativen Perspektiven eindeutig die Fragezeichen. Die Deutsche Bank nennt zwar 1.800 € als fairen Wert, doch dem Markt reicht das nicht mehr aus. Rheinmetall muss erst beweisen, dass der gigantische Auftragsbestand tatsächlich in steigende Gewinne und nachhaltigen Cashflow verwandelt werden kann.

Solange das Chartbild angeschlagen bleibt und der gesamte Rüstungssektor unter Druck steht, drängt sich aus meiner Sicht ein Einstieg trotz des massiven Kursrückgangs nicht auf. Die Q3-Zahlen am 5. November könnten hier zum entscheidenden Wendepunkt werden. Bis dahin gilt für mich: Die langfristige Story bleibt intakt – das kurzfristige Chance-Risiko-Verhältnis ist aber noch nicht überzeugend genug. Somit würde ich auch weitere Kursrückgänge nicht ausschließen.

Tipp: Du willst wissen, welche drei Trend-Aktien wir für den Jahresendspurt auf dem Zettel haben? Hier geht’s zum Gratis-Report für das Schlussquartal 2026