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LVMH-Aktie: Kommt jetzt die Wende?

Goldman Sachs ist sich sicher
Die LVMH-Aktie steht vor einem entscheidenden Stimmungstest. Nach dem Absturz um rund -40% seit Jahresbeginn notiert der Luxuskonzern derzeit nur knapp über dem 52-Wochen-Tief von 376 €. Am Dienstag legte die Aktie zwar +1,2% zu, doch hinter der Erholung stehen weiterhin große Fragezeichen. China und Goldman Sachs liefern frische Argumente, die neue Zweifel sowie Hoffnung schüren.

Warum die Golden Week in China Fragen aufwirft

Die chinesische Golden Week galt jahrelang als Umsatz-Katalysator und Stimmungsbarometer für die europäische Luxusindustrie. Doch die jüngsten Daten der Feiertagswoche senden gemischte Signale an die Parkett-Händler in Paris und Frankfurt.

Der chinesische Markt wendet sich nicht komplett vom Luxus ab, verlagert jedoch seine Präferenzen spürbar. Statt hochpreisiger Monogramm-Mode von Louis Vuitton greifen wohlhabende chinesische Konsumenten zusehends selektiver zu. Gefragt sind vermehrt dezenter Luxus und hochwertiger Schmuck. Zudem greift die kaufkräftige Gen Z in China immer öfter zu aufstrebenden, heimischen Premium-Marken (wie To Summer oder Mao Geping), die traditionelles Handwerk mit lokaler Kultur verbinden.

Goldman Sachs setzt auf Erholung – was sagen die Kennzahlen?

Entgegen mancher Skepsis am Markt hat die US-Investmentbank Goldman Sachs die LVMH-Aktie mit einer Kaufempfehlung und einem Kursziel von 500 € neu eingestuft. Goldman rechnet ab 2027 mit einer Rückkehr zu organischem Wachstum im mittleren einstelligen Bereich, sobald sich das Kernsegment Mode & Lederwaren stabilisiert.

Ein Blick auf die Zahlen zeigt das fundamentale Bild des Konzerns: Im ersten Halbjahr erzielte LVMH einen Umsatz von 38,6 Milliarden € (+2% organisch). Durch die jüngste Korrektur liegt das Forward-KGV für das kommende Jahr bei moderaten 18 bis 20 – historisch attraktiv für eine globale Qualitätsaktie, die in Spitzenzeiten deutlich über KGV 25 gehandelt wurde. Analysten im Konsens sehen das durchschnittliche Kursziel oberhalb von 540 €, was ein erhebliches Aufholpotenzial darstellt im Verhältnis zum derzeitigen Kurs von rund 382 €.

Die heimlichen Treiber: Wo LVMH weiterhin glänzt

Während die Kernsparte Mode & Lederwaren zuletzt leicht schwächelte (-1% organisch im ersten Halbjahr), offenbart die Diversifikation des Arnault-Imperiums ihre Stärke. Die Kosmetikkette Sephora erweist sich als Wachstumsmaschine. Der Bereich legte im ersten Halbjahr organisch um 5% auf 8,4 Milliarden € Umsatz zu und gewinnt weltweit Marktanteile. Auch das Segment Schmuck zeigte mit einem organischen Plus von 9% deutliche Stärke. Konsumenten investieren in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit bevorzugt in bleibende Sachwerte. Auch das zeigte sich bereits bei der Golden Week in China.

ℹ️ LVMH in Kürze

  • LVMH (WKN: 853292) mit Sitz in Paris ist der weltweit führende Luxusgüterkonzern und vereint mehr als 75 renommierte Marken aus den Bereichen Mode und Lederwaren, Schmuck und Uhren, Parfüm und Kosmetik sowie Weine und Spirituosen – darunter Louis Vuitton, Dior, Tiffany & Co., Bulgari, TAG Heuer, Moët & Chandon und Hennessy.
  • Mit einem Jahresumsatz von rund 80 Milliarden € zählt LVMH zu den größten und profitabelsten Luxusgüterunternehmen der Welt.
  • LVMH ist an der Euronext Paris notiert und wird aktuell mit rund 189,8 Milliarden € bewertet.

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Fazit

LVMH wird langsam zum Turnaround-Kandidaten. Wie auch schon vor einem Monat berichtet, sollte man LVMH keineswegs abschreiben, sondern im besten Fall mit kleinen Sparraten besparen, um alle Dips mitzunehmen und die Wende nicht zu verpassen. LVMH steht vor einem kurzfristigen Übergangsjahr, verfügt aber weiterhin über unangefochtene Preismacht und ein breit aufgestelltes Portfolio. Sicher ist, dass die Marke weder Pleite gehen, noch an Relevanz verlieren wird. Wer jedoch mehr Sicherheit will, sollte die bevorstehenden Q3-Zahlen abwarten.