Bayer-Aktie -12%: Kippt jetzt die Stimmung?
Analysten schüren neue Sorgen
Neue Zweifel an der Geschäftsentwicklung haben den jüngsten Ausverkauf zusätzlich befeuert. Wie mein Kollege Rudolf Schneider heute Vormittag erläuterte, hält JPMorgan die Markterwartungen für das dritte Quartal für möglicherweise zu ambitioniert. Insbesondere im Agrargeschäft könnte stärkerer Preisdruck bei Saatgutbestellungen belasten. Auch die Deutsche Bank äußerte sich zuletzt vorsichtiger. Eine Gewinnwarnung seitens Bayer gibt es bislang allerdings nicht, die tatsächlichen Quartalszahlen folgen erst am 3. November.
Operativ hatte sich der Konzern zuletzt durchaus solide entwickelt. Im zweiten Quartal stieg der währungs- und portfoliobereinigte Umsatz um +2,2% auf 10,87 Milliarden €, das EBITDA vor Sondereinflüssen um +1,9% auf 2,14 Milliarden €. Besonders Crop Science überzeugte mit einem Ergebnisplus von +30,2%. Bayer bestätigte zudem seinen währungsbereinigten Jahresausblick und erwartet zum Jahresende eine Nettofinanzverschuldung von 29 bis 30 Milliarden €. Neben den neuen Sorgen um das dritte Quartal bleibt allerdings der Glyphosat-Komplex mit weiterhin zehntausenden offenen Verfahren ein wesentlicher Unsicherheitsfaktor.
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Zur Signallage

Quelle Chart: stock3
Der in der letzten Analyse skizzierte Bruch unter 47,79 € hat die erwartete stärkere Bewegung tatsächlich ausgelöst. Nachdem 45,90 € und inzwischen auch der Bereich um 44,66 € praktisch abgearbeitet wurden, bleibt das Momentum klar auf Seiten der Verkäufer. Kann sich die Aktie hier nicht stabilisieren, rückt zunächst 43,44 € in den Fokus. Darunter wartet mit 42,16 € das 50%-Retracement der vorausgegangenen Rallye, bevor die Unterstützungszone um 39,78 € beziehungsweise rund 40 € zum nächsten größeren Ziel wird. Gerade dort würde zugleich der seit dem Junitief laufende Aufwärtstrend auf eine wichtige Fibonacci-Unterstützung treffen und damit eine interessante Zone für einen technischen Konter entstehen.
Für eine frühzeitige Entspannung müsste Bayer dagegen zunächst 45,90 € zurückerobern. Darüber würden 47,79 und anschließend 48,67 € wieder relevant. Erst ein nachhaltiger Anstieg über diesen Bereich würde den aktuellen Abwärtsimpuls deutlich relativieren und eine größere Gegenbewegung in Richtung der fallenden Trendlinie um rund 51 € ermöglichen. Solange diese Rückeroberung ausbleibt, bleiben Erholungen für mich jedoch zunächst Gegenbewegungen innerhalb der laufenden Korrektur.
ℹ️ Bayer in Kürze
- Die Bayer AG ist einer der weltgrößten Chemie- und Pharmakonzerne. Der Konzern ist in drei Geschäftsbereiche untergliedert: Pharmaceuticals (rezeptpflichtige Arzneimittel), Consumer Health (rezeptfreie Medikamente) und Crop Science (Pflanzenschutz und Schädlingsbekämpfung).
- Bayer hat seine Konzernzentrale in Leverkusen und unterhält weltweit Niederlassungen.
- Das Unternehmen ist im DAX gelistet. An der Börse wird es aktuell mit rund 44 Milliarden € bewertet.
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Fazit
Die Bayer-Aktie hat die in meiner letzten Analyse genannten Abwärtsziele bei 45,90 und 44,66 € nahezu punktgenau abgearbeitet. Damit ist die Korrektur allerdings noch nicht zwingend beendet. Unterhalb von 45,90 € bleiben zunächst 43,44 und 42,16 € relevant, bevor im größeren Bild die Zone um 40 € in den Fokus rücken könnte. Erst oberhalb von 47,79 beziehungsweise 48,67 € würde sich das angeschlagene Chartbild wieder spürbar verbessern.
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