LPKF hat seine Prognose für 2026 kassiert. Der Garbsener Laserspezialist meldete heute, dass sich ein größerer Solar-Auftrag verzögert und gleichzeitig Bestellungen im Advanced-Packaging-Markt für Halbleiter nach hinten verschieben. Die Aktie quittierte das mit einem Einbruch von fast 13 Prozent.
Umsatz und Marge deutlich unter früheren Zielen
Beim Umsatz erwartet LPKF für 2026 jetzt 93 bis 100 Millionen €, nachdem das Unternehmen zuvor noch 105 bis 120 Millionen € in Aussicht gestellt hatte. Das ist ein erheblicher Schritt zurück. Bei der Marge sieht es ähnlich düster aus: Statt des ursprünglich anvisierten Korridors von minus 3,0 bis plus 4,5 Prozent beim bereinigten Ebit geht LPKF nun von minus 7,0 bis minus 2,5 Prozent aus. Das laufende Effizienzprogramm zeige zwar Wirkung und liege bei der Kostenreduktion über den eigenen Zielwerten, könne die schwache Geschäftsentwicklung aber nicht vollständig ausgleichen.
LIDE-Plattform: Großaufträge lassen weiter auf sich warten
Dabei sieht das Unternehmen das Halbleitergeschäft ausdrücklich als zentralen Schwerpunkt für die künftige Wertsteigerung. Die Realität ist eine andere. Bei der LIDE-Plattform, kurz für Laser Induced Deep Etching, kommt es immer wieder zu Verzögerungen bei der Kommerzialisierung. Anleger warten seit längerem auf die erhofften Serienaufträge aus der Halbleiterindustrie. Erst vor gut einer Woche hatte LPKF eine Absichtserklärung für einen Auftrag von einem asiatischen Hersteller für Advanced Semiconductor Packaging angekündigt, dessen Bestellung laut CEO Klaus Fiedler "in Kürze" erwartet werde und dem weitere Aufträge folgen sollten.
Umbau ohne klares Ende
LPKF befindet sich seit mehreren Jahren in einem schwierigen Umbau. Nach dem Ende des Corona-Booms litt das Unternehmen unter einer schwachen Investitionsbereitschaft wichtiger Kunden, vor allem aus der Elektronik- und Solarbranche. Im zweiten Quartal hatte LPKF wegen des schwierigen wirtschaftlichen Umfelds und anhaltender Auftragsschwäche im Solargeschäft bereits Verluste geschrieben.
Fazit: Viel Hoffnung, wenig Substanz
Unserer Meinung nach zeigt diese neuerliche Prognosesenkung, wie fragil die Erholungsstory bei LPKF bleibt. Der fast 13-prozentige Kurssturz heute dürfte das Misstrauen vieler Anleger widerspiegeln. Solange die großen Serienaufträge aus der Halbleiterindustrie immer wieder auf sich warten lassen und sich auch das Solargeschäft nicht stabilisiert, ist die Aktie für risikobewusste Anleger weiterhin schwierig einzuschätzen. Das Potenzial der LIDE-Technologie könnte real sein, die Frage sei nur, wann es sich auch in handfesten Zahlen niederschlägt.
Quelle: dpa-AFX
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