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Kioxia-Aktie mit -66%-Crash? Der Schein trügt!

Aktiensplit vollzogen
Ach, du Schreck: Wer heute in sein Depot blickt und Aktien des japanischen Speicherchipspezialisten Kioxia besitzt, wird sich wohl verwundert die Augen reiben. Auf der Handelsplattform Tradegate bricht der Kurs um -66% auf fast genau 100 € ein. Tags zuvor kostete der Titel noch das Dreifache. Das steckt hinter dem Kursrückgang und so sollten sich Anleger nun verhalten.

Aktiensplit sorgt für optischen Crash

Die wichtigste Nachricht zuerst: Der vermeintliche Kurssturz ist kein echter Einbruch. Kioxia hat heute einen Aktiensplit im Verhältnis 3:1 umgesetzt. Für eine alte Aktie erhalten Anleger drei neue Anteilsscheine, entsprechend wurde der Kurs rechnerisch gedrittelt. Am wirtschaftlichen Wert des Investments ändert sich dadurch nichts.

Viel interessanter ist, was hinter dem Split steckt. Kioxia will die Aktie für einen größeren Anlegerkreis zugänglicher machen und gleichzeitig die Voraussetzungen für weiteres Wachstum schaffen. Denn der Speicherhersteller erlebt dank des KI-Booms einen außergewöhnlichen Aufschwung.

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KI-Speicher bleibt der große Kurstreiber

Die Zahlen verdeutlichen die Dynamik: Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2026/27 explodierte der Umsatz um 415,5% auf 1,767 Billionen Yen. Das operative Ergebnis erreichte 1,270 Billionen Yen. Für das zweite Quartal stellt Kioxia sogar 2,39 Billionen Yen Umsatz und 1,89 Billionen Yen operatives Ergebnis in Aussicht.

Wachstumstreiber ist die Nachfrage aus Rechenzentren. KI-Anwendungen benötigen enorme Mengen an NAND-Speicher für SSDs und zunehmend auch für Inferenz und den wachsenden KV-Cache. Dementsprechend will Kioxia den Umsatzanteil des Enterprise- und Rechenzentrumsgeschäfts langfristig auf mehr als 60% steigern.

Allerdings ist Vorsicht angebracht: Die aktuell extrem hohen Margen sind zyklisch. Kioxia hat deshalb zuletzt sogar auf weitere drastische Preiserhöhungen bei NAND für Rechenzentrumskunden verzichtet.

US-Listing könnte neue Fantasie entfachen

Zusätzlichen Rückenwind könnte ein US-Listing liefern. Kioxia bestätigte Vorbereitungen für die Notierung von American Depositary Shares, betonte aber, dass Zeitpunkt, Börsenplatz und Struktur noch offen sind. Medienberichte sprechen von einer möglichen Kapitalaufnahme von mindestens 10 Milliarden US$.

Analysten bleiben unterdessen überwiegend optimistisch. Rund 90% der erfassten Researchhäuser empfehlen die Aktie zum Kauf. Der durchschnittliche, splitbereinigte Zielkurs liegt bei umgerechnet rund 239 €, was großes Aufwärtspotenzial impliziert.

Bewertung und Chart im Fokus

Fundamental wirkt Kioxia mit einem erwarteten KGV von lediglich rund 5,3 zunächst ausgesprochen günstig. Doch ein solches Multiple ist bei einem zyklischen Speicherhersteller nur dann belastbar, wenn die hohen Gewinne nachhaltig bleiben.

Charttechnisch ist die Entwicklung spektakulär: Von rund 500 Yen im April 2025 bis auf 37.570 Yen im Juni 2026 schoss die Aktie um sage und schreibe 7.369% nach oben. Aus 1.000 € wären rechnerisch fast 75.000 € geworden. Allerdings zeigt sich auch hier die starke Volatilität, denn danach folgte eine Korrektur von fast -70% bis auf 12.005 Yen.

Zuletzt stabilisierte sich Kioxia und eroberte die 50-Tage-Linie zurück. Die nächsten Hürden liegen bei 20.345 und 21.115 Yen. Darüber warten Fibonacci-Marken zwischen 21.835 und 27.900 Yen. Unterhalb der 50-Tage-Linie droht dagegen ein Rücklauf zur 200-Tage-Linie bei 13.709 Yen.

Micron liefert den nächsten Impuls

Jetzt richtet sich der Blick zunächst einmal auf die Zahlen von Micron am Mittwoch nach US-Börsenschluss. Sie könnten wichtige Hinweise darauf geben, wie nachhaltig die aktuelle Nachfrage nach Speicherchips tatsächlich ist.

ℹ️ Kioxia in Kürze

  • Die Kioxia Holdings Corporation (WKN: A401DU) ist einer der weltweit führenden Entwickler und Hersteller von Flash-Speichern (NAND) und Solid-State-Drives (SSDs).
  • Die Speicherlösungen des Konzerns kommen in Smartphones, Personal Computern, Servern, Spielekonsolen und modernen KI-Rechenzentren zum Einsatz.
  • Das in Tokio in Japan beheimatete Unternehmen (ehemals Toshiba Memory) gilt als Erfinder des Flash-Speichers und ist ein Schlüsselakteur bei der Infrastruktur für datenintensive Anwendungen auf Basis künstlicher Intelligenz.
  • Kioxia ist an der Börse in Tokio gelistet, bereitet aktuell einen milliardenschweren US-Börsengang vor und gehört mit einer Marktkapitalisierung von umgerechnet 162 Milliarden € zu den bedeutendsten Halbleiterkonzernen Asiens.

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Fazit

Für mich bleibt Kioxia trotz der enormen Schwankungen spannend. US-Listing, KI-Speicherboom und die günstige Bewertung liefern starke Argumente. Anleger müssen sich nach der gigantischen Rallye allerdings auf weitere heftige Ausschläge einstellen, zudem dürfte der Speicherzyklus auch irgendwann einmal seinen Peak erreicht haben. Wann genau das ist, steht allerdings in den Sternen. Daher meine Empfehlung: Dabei bleiben, aber nicht zu hoch pokern.

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