BMW-Aktie vor wichtigem Termin – kommt jetzt die Überraschung?
Morgen könnten die Zahlen kommen, auf die der Markt wartet
BMW steckt momentan in einer ziemlich schwierigen Phase. Für 2026 erwartet der Konzern im Autogeschäft nur noch eine EBIT-Marge von 1 bis 3%, nachdem zuvor 4 bis 6% angepeilt waren. Im zweiten Quartal standen gerade einmal 2,3% auf dem Papier. Vor allem das schwache Geschäft in China drückt weiter auf den Gewinn.
Am Kapitalmarkttag geht es nun um die Jahre danach. UBS rechnet damit, dass BMW am 30. September erstmals konkreter sagt, wo die Marge 2028 liegen soll. Die Analysten erwarten lediglich 3 bis 5% und liegen damit unter dem bisherigen Marktkonsens von rund 5,1%. Auch für 2027 hält UBS die aktuellen Erwartungen für zu hoch und sieht eher 2 bis 3%.
JPMorgan schaut ebenfalls auf diesen Punkt. Analyst Jose Asumendi möchte von BMW einen klareren Weg zurück zu einer Auto-Marge von rund 5% sehen und hält vor dem Termin an seinem Kursziel von 82 € fest. Bei einem Aktienkurs um 55 € liegt da schon eine ziemlich große Lücke.
BMW muss morgen also nicht plötzlich wieder Margen wie vor ein paar Jahren versprechen. Wenn der Konzern aber zeigen kann, dass 2026 tatsächlich den Tiefpunkt markiert und sich der Gewinn ab 2027 wieder sauber erholt, wäre das nach den vergangenen Monaten schon eine deutlich bessere Ausgangslage.
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Die Neue Klasse verkauft sich – jetzt muss sie Geld verdienen
Bei den neuen Modellen gibt es zumindest schon bessere Nachrichten. Der iX3 kommt in Europa stark an. BMW stand zuletzt kurz vor 100.000 Bestellungen, seit der Vorstellung entfiel rund jede dritte europäische Bestellung eines vollelektrischen BMW auf den iX3. Im September wurde die Produktion im ungarischen Debrecen wegen der hohen Nachfrage sogar auf einen 24-Stunden-Betrieb mit drei Schichten ausgeweitet.
Bis 2027 will BMW die Technik der Neuen Klasse in mehr als 40 neue oder überarbeitete Modelle bringen. Der Konzern setzt damit nicht nur auf ein einzelnes erfolgreiches Elektroauto, sondern baut große Teile der kommenden Modellpalette auf dieser Technik auf.
Für die Zahlen reicht eine hohe Nachfrage nach dem iX3 allerdings noch nicht. BMW muss mit der neuen Plattform auch günstiger produzieren und wieder mehr Gewinn pro Fahrzeug verdienen. Nach einer Auto-Marge von nur 2,3% liegt hier einer der größten Hebel für die nächsten Jahre.
China macht die Rechnung weiterhin schwer. Dort steht BMW unter hohem Preisdruck und verkauft weniger Fahrzeuge, während chinesische Hersteller mit teilweise sehr niedrigen Preisen in den Markt gehen. BMW-Chef Milan Nedeljković sprach erst vergangene Woche offen über dieses Problem und warnte vor den Folgen für europäische Hersteller.
Die Aktie hat schon ordentlich Prügel bekommen
Kurz vor dem Kapitalmarkttag ist BMW auf ein Sechsjahrestief gefallen. Die Aktie handelt nur noch bei rund 55 €, während JPMorgan mit seinem Kursziel von 82 € fast +50% höher liegt. Der Kurs zeigt ziemlich deutlich, wie wenig Vertrauen der Markt momentan in eine schnelle Gewinnerholung hat.
Das macht die neuen Ziele morgen umso wichtiger. Kommt BMW beispielsweise bei der Marge für 2028 oberhalb der von UBS erwarteten 3 bis 5% heraus oder zeigt einen schnelleren Weg zurück zu höheren Gewinnen, wäre das eine positive Abweichung von den zuletzt sehr niedrigen Erwartungen.
ℹ️ BMW in Kürze
- Die BMW AG (WKN: 519000) baut Automobile und Motorräder im Premiumbereich. Neben der Stammmarke BMW gehören auch die Marken Mini und Rolls-Royce zum Autokonzern aus München.
- Mit rund 2,6 Millionen abgesetzten Fahrzeugen (2025) zählt BMW zu den 15 größten Autoherstellern der Welt.
- BMW ist Mitglied im deutschen Leitindex DAX und im europäischen Leitindex EuroStoxx 50. Mit einem Börsenwert von 34,4 Milliarden € ist der Autobauer eines der wertvollsten Unternehmen Deutschlands.
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Fazit
Auf drei Punkte würde ich morgen besonders schauen: Welche Marge stellt BMW für 2027 und 2028 in Aussicht, wie stark soll die Neue Klasse die Kosten drücken und was sagt der Konzern zum weiteren Geschäft in China? Nach dem Kurssturz braucht BMW keine riesige Überraschung, um wieder etwas Bewegung in die Aktie zu bekommen. Es müsste aber erkennbar werden, dass die schwachen Margen nicht zum neuen Normalzustand werden. Der Kapitalmarkttag könnte erstmals konkreter zeigen, wie schnell BMW aus diesem Loch wieder herauskommen will.
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