Pentagon setzt auf eVTOLs – diese Aktien profitieren
Archer Aviation-Aktie
Archer Aviation
Die Midnight-Maschine wurde unter anderem für mögliche Einsätze im Personaltransport, in der Logistik, bei medizinischen Evakuierungen sowie für Aufklärungs- und Überwachungsmissionen untersucht. Damit konnte Archer bereits praktische Erfahrungen im militärischen Umfeld sammeln.
Die strategische Ausrichtung des Unternehmens geht inzwischen jedoch über das rein elektrische Midnight-Modell hinaus. Gemeinsam mit dem Rüstungstechnologieunternehmen Anduril entwickelt Archer das Fluggerät Thunder. Dabei handelt es sich um ein autonomes, hybridelektrisches VTOL-System, das speziell für militärische Einsätze konzipiert wurde.
Der hybride Antrieb soll Thunder eine größere Reichweite und längere Einsatzdauer ermöglichen als ein rein batterieelektrisches Fluggerät. Hinzu kommt die Möglichkeit, das Flugzeug abhängig vom jeweiligen Einsatz mit unterschiedlichen Nutzlasten auszustatten. Damit zielt Archer unmittelbar auf jene Technologien, denen innerhalb des US-Verteidigungssektors zunehmend Bedeutung beigemessen wird: Autonomie, größere Reichweiten und unbemannte Systeme.
Zusätzliche Impulse für das Verteidigungsgeschäft könnte eine im August angekündigte Vereinbarung mit Boeing liefern. Archer plant die Übernahme der Geschäftsbereiche Insitu, Wisk Aero und SkyGrid. Insitu allein erwirtschaftet nach Unternehmensangaben mehr als 200 Millionen US-Dollar Umsatz pro Jahr. Die drei Geschäftsbereiche könnten Archer zudem zusätzliche Kompetenzen in den Bereichen Luft- und Raumfahrt, Verteidigung und autonome Flugtechnologien verschaffen.
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Joby Aviation-Aktie
Auch Joby Aviation
Allerdings hat sich das Umfeld für Joby verändert. Nach Angaben des Unternehmens verlagerte das US-Verteidigungsministerium den Schwerpunkt des Agility-Prime-Programms 2025 stärker auf hybride Flugzeuge und autonome Flugtechnologien. In der Folge wurde der Umfang von Jobys bestehendem Auftrag reduziert.
Joby reagiert darauf mit einer stärkeren Ausrichtung auf autonome Systeme und weiteren Kooperationen im Verteidigungsbereich. Dazu gehört unter anderem die Zusammenarbeit mit dem Technologieunternehmen L3Harris. Darüber hinaus will Joby den Verteidigungsdienstleister Resonant Sciences für rund 500 Millionen US-Dollar übernehmen.
Resonant Sciences verfügt bereits über Aktivitäten in nationalen Sicherheitsprogrammen und bringt Know-how unter anderem in den Bereichen Sensorik, elektronische Kriegsführung, Kommunikation, autonome Systeme und Technologien zur Reduzierung der Sichtbarkeit von Fluggeräten mit. Das Unternehmen erzielte in den zwölf Monaten vor der angekündigten Übernahme einen Umsatz von mehr als 100 Millionen US-Dollar.
Nach Abschluss der Transaktion soll Resonant Sciences als eigenständiger Verteidigungsbereich innerhalb von Joby fungieren. Damit könnte Joby seine Erfahrungen mit hybriden Fluggeräten und autonomem Fliegen mit bereits vorhandenen Kompetenzen eines etablierten Verteidigungsunternehmens verbinden.
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Fazit
Sowohl Archer Aviation als auch Joby Aviation bauen ihre Aktivitäten im Verteidigungssektor aus und verfügen bereits über Erfahrungen mit der US Air Force. Während Joby seine Position durch die geplante Übernahme von Resonant Sciences und weitere Kooperationen im Verteidigungsbereich stärken will, hat Archer seine Strategie bereits stärker auf hybride und autonome Militärflugzeuge ausgerichtet.
Für Archer sprechen insbesondere die Thunder-Plattform sowie die geplante Übernahme mehrerer Boeing-Geschäftsbereiche. Gleichzeitig bleiben erhebliche Unsicherheiten bestehen: Der mögliche Wert des Air-Force-Vertrags von bis zu 142 Millionen US-Dollar stellt keine garantierten Einnahmen dar, und Thunder muss sich als neue Plattform erst im praktischen Einsatz bewähren. Auch Joby bleibt ein relevanter Wettbewerber, insbesondere aufgrund seiner langjährigen Beziehungen zum US-Militär und seiner Investitionen in autonome Technologien.
Entscheidend für beide Unternehmen wird daher sein, inwieweit es ihnen gelingt, ihre eVTOL-Technologie in konkrete militärische Anwendungen und langfristige Verteidigungsaufträge zu überführen.
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