Ifo-Index: Deutschlands Wirtschaft erholt sich schneller als erwartet
Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hellt sich auf. Das Ifo-Geschäftsklima ist im September um 1,1 Punkte auf 89,9 Punkte gestiegen, fünfter Monat in Folge. Das ist der höchste Stand seit mehr als drei Jahren, und es ist ein Wert, der selbst die Erwartungen der Analysten übertrifft. Die hatten im Schnitt nur 89 Punkte auf dem Zettel.
Erholung auf breiter Front
Ifo-Präsident Clemens Fuest kommentierte das Ergebnis der monatlichen Umfrage unter 9.000 Unternehmen knapp: "Die deutsche Wirtschaft setzt ihren Erholungskurs fort." Gestützt wurde der Anstieg sowohl durch bessere Erwartungen an künftige Geschäfte als auch durch eine positivere Einschätzung der aktuellen Lage. Im Dienstleistungssektor läuft es runder, im Handel wird die Lage wieder etwas optimistischer bewertet. Einen Wermutstropfen gibt es trotzdem: Die Automobilbranche bewegt sich weiter auf schwierigem Terrain. Und die Einzelhändler bleiben angesichts steigender Inflation vorsichtig.
Wachstumsprognose deutlich angehoben
Chefvolkswirt Thomas Gitzel von der VP Bank bringt es auf den Punkt. "Die Konjunktur holt damit neuen Schwung." Jens-Oliver Niklasch von der Landesbank Baden-Württemberg verweist auf den zuletzt gestiegenen Auftragsbestand, der sich "bei den befragten Unternehmen in der Breite bemerkbar" mache. Führende deutsche Forschungsinstitute, darunter das Ifo-Institut selbst, haben ihre Prognosen inzwischen merklich nach oben geschraubt. In einem am Donnerstag veröffentlichten Gemeinschaftsgutachten erwarten sie für 2026 ein Wachstum von 1,3 Prozent, nachdem im Frühjahr noch lediglich 0,6 Prozent auf dem Plan standen. 2025 hatte das Bruttoinlandsprodukt nur um 0,2 Prozent zugelegt, in den beiden Jahren davor war die Wirtschaft sogar geschrumpft. Treiber der Aufwärtsrevision sind anziehende Exporte und staatliche Milliardenausgaben.
Was bedeutet das für die Börse?
Ein sich aufhellendes Konjunkturbild mit einem Ifo-Wert nahe 90 Punkten wäre historisch betrachtet ein gutes Umfeld für Industriewerte, Chemietitel und den deutschen Maschinenbau. Wer auf einen sich selbsttragenden Aufschwung setzt, könnte in DAX-Schwergewichten mit starker Exportorientierung fündig werden. Vorsicht wäre jedoch bei Autowerten geboten, solange die Branche strukturell unter Druck bleibt. Insgesamt dürfte die Stimmungsaufhellung den deutschen Aktienmarkt kurz- bis mittelfristig stützen.
Quelle: dpa-AFX
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