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Novo Nordisk-Aktie: Mittelfristziele verfehlt, Kurs bricht ein

Pharmariese enttäuscht
Redaktion | Börse

Novo Nordisk steckt in der Klemme. Beim Kapitalmarkttag in London sackten die Aktien des dänischen Pharmaunternehmens zeitweise um fast acht Prozent auf 260 Kronen ab und damit auf den tiefsten Stand seit April. Zuletzt standen die Papiere noch rund fünf Prozent im Minus.

Wachstum ja, aber das reicht nicht

Bis 2030 peilt das Unternehmen ein durchschnittliches Wachstum an, das laut Marktteilnehmern in etwa dem der Konkurrenz entspricht. Das klingt ordentlich, ist es aber nicht wirklich, denn genau in diesen Jahren läuft das Patent auf den Wirkstoff Semaglutid aus. Diese Patentklippe bleibt der zentrale Sorgenfaktor. Dazu kommt, dass viele Analysten die Bewertung der Aktie weiterhin als zu hoch einschätzen. Goldman-Sachs-Analyst James Quigley nannte in seiner ersten Reaktion explizit die unter den Erwartungen liegende Gewinnmarge bis 2030 und fehlende Klarheit beim Tempo des Patentauslaufs. Beides sei enttäuschend.

Der Fall von 1.000 auf 260 Kronen

Wer die Geschichte dieser Aktie kennt, weiß wie tief der Absturz wirklich ist. Im Sommer 2024 kletterte die Novo-Aktie im Zuge des Abnehmmedikamenten-Booms kurzzeitig über die Marke von 1.000 Kronen. Novo Nordisk war damals mit umgerechnet mehr als 500 Mrd. € das wertvollste Unternehmen Europas überhaupt. Dann kamen verfehlte Forschungserwartungen, massiver Preisdruck im US-Markt, die Aufholjagd der Konkurrenz und mehrere Gewinnwarnungen. Derzeit liegt der Kurs fast 75 Prozent unter diesem Rekordhoch, die Marktkapitalisierung ist auf rund 160 Mrd. € geschrumpft.

Zum Vergleich: Der US-Rivale Eli Lilly brachte es seit Ende Juni 2024 auf einen Börsenwertanstieg von mehr als einem Viertel, auf knapp 1,1 Bio. US$ oder rund 940 Mrd. €. Das ist der eigentliche Schmerz für Novo-Aktionäre.

Wie könnte es für die Aktie weitergehen

Die negative Grundstimmung, die seit Juni 2024 anhält, dürfte sich angesichts fehlender Klarheit zur Patentklippe kaum bessern. Ein Turnaround wäre denkbar, wenn Novo Nordisk im weiteren Verlauf des Kapitalmarkttages konkrete Antworten zur Semaglutid-Nachfolge liefern sollte. Bis dahin bleibt die Aktie charttechnisch unter Druck und die Bewertung ist schwer zu rechtfertigen.
Quelle: dpa-AFX

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