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Luxusaktien: Warum HSBC jetzt dringend zur Vorsicht rät

Warnung vor Luxus

Die HSBC-Analystin Anne-Laure Bismuth hat heute die Reißleine gezogen. Ihre Kaufempfehlungen für LVMH und Burberry sind gestrichen, und der Luxussektor reagiert prompt. Hermes, Swatch, Kering, LVMH, Burberry und Richemont verloren gegen Mittag bis zu 3,5 Prozent.

Zu früh zu optimistisch

Anfang März, kurz nach Beginn des Iran-Kriegs, hatte Bismuth noch positiv für das Luxussegment votiert. Im Nachhinein ein Fehler, wie sie selbst einräumt. Der Krieg beeinträchtigte das organische Umsatzwachstum im Sektor um einen Prozentpunkt. Im zweiten Quartal hat sich das zumindest nicht weiter verschärft, aber für das zweite Halbjahr sieht Bismuth schlicht keinen Spielraum für Besserung.

Erschwerend kommt hinzu, dass die Vergleichsbasis jetzt deutlich schwieriger ist. Das organische Wachstum im dritten und vierten Quartal 2025 war recht hoch, was künftige Zuwächse rechnerisch schwerer erreichbar macht.

China bleibt das große Problem

Das chinesische Festland, für die Luxusbranche unverzichtbar, schwächelt weiter. Die Aktienmärkte schwanken stark, was die Konsumstimmung drückt. Der lang erwartete Aufschwung am Immobilienmarkt lässt auf sich warten. Für die kaufkräftige chinesische Mittelschicht ist genau das ein Problem, denn ein Großteil ihres privaten Vermögens steckt im Immobiliensektor. Bleibt der lahm, bleibt auch der Luxuskonsum verhalten.

Der erhoffte Kreativitätsschub in der Branche, auf den Bismuth im März noch gesetzt hatte, entfaltet seine Wirkung bisher kaum. Je nach Marke baue sich diese Inspirationswelle erst allmählich auf. Einige Häuser investierten langfristig, andere versuchten über günstigere Produkte taktisch wieder Zugkraft bei preisbewussteren Konsumenten zu gewinnen. Auf die Margen solle sich das laut Bismuth nicht auswirken, da höhere Absatzvolumina die Einbußen ausgleichen dürften.

LVMH besonders im Visier

Besonders hart trifft es LVMH. Das sogenannte Soft-Luxury-Segment, also Accessoires, Designerkleidung, Lederwaren, Mode und Schuhe, dürfte kurzfristig schwierig bleiben, und genau das ist laut Bismuth die Kernkompetenz der Franzosen. Die LVMH-Aktie sackte in Paris auf das Niveau von Ende 2020 ab und notierte zuletzt mit einem Minus von 2,6 Prozent bei 415,50 €. Zum Vergleich: Der EuroStoxx 50 verlor 1,7 Prozent.

Burberry weitete seine Verluste ebenfalls auf 2,6 Prozent aus. Die Sanierung laufe zwar gut voran, jedoch sieht Bismuth kaum Spielraum für Aufwärtskorrekturen bei Umsatz- und Gewinnschätzungen.

Richemont bleibt Branchenfavorit

Einziger Lichtblick in der HSBC-Einschätzung ist Richemont. Die jüngsten Quartalsergebnisse hätten die Stärke des Schmucksegments einmal mehr bestätigt. Anhaltende Produktkreativität und moderate Preiserhöhungen, die trotz des gestiegenen Goldpreises durchgesetzt wurden, trügen dazu bei. Dennoch verloren die Richemont-Aktien in Zürich 3,5 Prozent, das schwache Marktumfeld macht auch vor Favoriten keinen Halt.

Solange China schwächelt, der Iran-Krieg die Konsumstimmung dämpft und die Vergleichsbasis im zweiten Halbjahr drückt, dürften Luxusaktien an der Börse unter Druck bleiben. Für LVMH wäre eine nachhaltige Erholung erst dann denkbar, wenn sich das Soft-Luxury-Segment wieder dreht, und davon sind wir im Moment noch ein gutes Stück entfernt.

Quelle: dpa-AFX

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