SpaceX-Aktie: Musk räumt auf – schafft er 10 Gigawatt?
Raketenmanager sollen die Rechenzentren retten
Zu den neuen Verantwortlichen zählt Wesley Salandro, der zuvor die Produktion der Falcon-Raketen und Dragon-Raumfahrzeuge leitete. Auch Logan McConnell, bislang für den Produktsupport am Raketenstandort Starbase zuständig, wechselt in die KI-Infrastruktur. Zusätzlich holte SpaceX einen Ingenieur der Musk-Firma Neuralink und sucht weitere Spezialisten für Bauprojekte.
Gleichzeitig haben mehrere Manager das Unternehmen verlassen. Infrastrukturchef Jake Palmer schied bereits Ende Juli aus, nachdem er erst im September 2025 vom Rechenzentrumsbetreiber Hut 8 zu SpaceX gewechselt war. Auch Zach Wells und Pablo Mendoza gingen.
Nach Informationen von „The Information“ folgt der Umbau auf technische und bauliche Probleme an Standorten in Tennessee und Mississippi. Einzelne Anlagen sollen zeitweise ohne ausreichende Notstrom- oder Kühlsysteme betrieben worden sein. Der Bericht lässt zudem Zweifel aufkommen, wann SpaceX weitere Rechenzentren außerhalb des bisherigen Schwerpunkts Memphis eröffnen kann.
Die Berufung erfahrener SpaceX-Manager ist daher nachvollziehbar. Salandro und McConnell kennen Musks extrem kurze Entwicklungszyklen und haben bewiesen, dass sie komplexe technische Systeme in großem Maßstab betreiben können. Ob sich die Produktionsmethoden aus dem Raketenbau direkt auf Rechenzentren übertragen lassen, muss sich allerdings erst zeigen.
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Aus 2 sollen bis zu 10 Gigawatt werden
Der Zeitdruck ist enorm. SpaceX will seine Rechenzentrumskapazität bis Ende 2026 auf mehr als 2 Gigawatt erhöhen. Musk erklärte zuletzt sogar, dass die Kapazität Ende 2027 näher an 10 als an 5 Gigawatt liegen könnte.
Zum Vergleich: Eine Rechenleistung von 10 Gigawatt würde mehrere Millionen moderner KI-Chips und eine Energieversorgung in der Größenordnung mehrerer großer Kraftwerke erfordern. Neben den Prozessoren werden Netzanschlüsse, Umspannwerke, Kühlsysteme und Backup-Kapazitäten benötigt. Verzögerungen bei nur einem dieser Bereiche können die Inbetriebnahme kompletter Anlagen aufhalten.
Die Personalwechsel zeigen deshalb, dass SpaceX die KI-Infrastruktur inzwischen mit derselben Dringlichkeit behandelt wie Starship und Starlink. Das ist konsequent, denn die Sparte entwickelt sich bereits zu einem wesentlichen Umsatztreiber.
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KI wächst – verbrennt aber Milliarden
Im zweiten Quartal erzielte SpaceX mit künstlicher Intelligenz einen Umsatz von 2,56 Milliarden US$. Das entsprach einem Wachstum von +247% und war deutlich mehr als der Umsatz des klassischen Raumfahrtgeschäfts von 962 Millionen US$.
Vor allem die Vermietung von Rechenleistung sorgte für den Sprung. Insgesamt verfügt SpaceX über vertraglich vereinbarte Cloud-Erlöse von 14,1 Milliarden US$. Das bereinigte EBITDA der KI-Sparte war mit 1,1 Milliarden US$ bereits positiv.
Auf operativer Basis entstand jedoch weiterhin ein Verlust von rund 1,3 Milliarden US$. Noch eindrucksvoller ist der Kapitalbedarf: Von den konzernweiten Investitionen über 18,37 Milliarden US$ entfielen im zweiten Quartal etwa 15,8 Milliarden US$ auf die KI-Infrastruktur.
Damit hängt die Wirtschaftlichkeit zunehmend von einer schnellen Inbetriebnahme und hohen Auslastung der Rechenzentren ab. Jede Verzögerung verschiebt Umsätze nach hinten, während Zinsen, Abschreibungen und laufende Betriebskosten weiter anfallen.
ℹ️ Space Exploration Technologies Corp. in Kürze
- SpaceX ist ein führendes privates Raumfahrtunternehmen mit dem Ziel, die Raumfahrt durch kostengünstige Raketen zu revolutionieren. Mittlerweile sind viele Raketenteile wiederverwendbar, somit wurde die Raumfahrt wesentlich preiswertet.
- Das Unternehmen wurde 2002 von Elon Musk gegründet und entwickelte sich zu einem der führenden Weltraumunternehmen der Welt. Der Konzern gliedert sich in die Sparten Raumfahrt, und Satelliten, verbunden mit Starlink sowie neuerdings in die KI-Sparte xAI.
- Die Aktie wird an der Nasdaq gelistet. Der Unternehmenswert liegt bei etwa 1,93 Billionen US$.
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Fazit
Die Umbesetzung ist zugleich Warnsignal und Chance. Musk reagiert offenbar auf reale Ausführungsprobleme, holt dafür aber einige der erfahrensten operativen Kräfte des Konzerns. Angesichts des gewaltigen Kapitalbedarfs reicht starkes Umsatzwachstum allein nicht aus. SpaceX muss jetzt beweisen, dass es Rechenzentren ebenso zuverlässig skalieren kann wie Raketenstarts und Starlink. Bis dahin bleibt die 10-Gigawatt-Prognose für mich eher ein ambitioniertes Versprechen als eine belastbare Planungsgrundlage.