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Foto: kanchanara / Unsplash

Bitcoin: Das finale Tief könnte erst noch kommen

Noch keine Entwarnung
Nach der kräftigen Erholung im August notiert Bitcoin aktuell wieder im Bereich von rund 77.500 US$. Im Big Picture spricht jedoch einiges dafür, dass die seit dem Allzeithoch im Oktober 2025 laufende Korrektur noch nicht vollständig abgeschlossen ist. Sowohl der historische Halving-Zyklus als auch der zuletzt wieder zunehmende geldpolitische Gegenwind machen insbesondere Oktober und November zur entscheidenden Phase.

Der Bitcoin-Zyklus bleibt auffällig

Die bisherige Abfolge fügt sich auffällig in das historische Muster ein: Auf das Allzeithoch im Oktober 2025 folgte im Februar der erste massive Sell-off, im Juni ein nochmals tieferes Tief und anschließend die kräftige August-Erholung. Die im Chart blau markierten Zeitpunkte kennzeichnen jeweils ungefähr die Mitte zwischen zwei Bitcoin-Halvings. Interessant daran: In den vergangenen Zyklen fiel diese Phase bereits in einen fortgeschrittenen Bärenmarkt, während das endgültige Tief erst einige Monate später folgte. Überträgt sich dieses Muster erneut, rückt vor allem Oktober bis Anfang November 2026 als mögliches finales Bereinigungsfenster in den Fokus.

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Der Makro-Gegenwind nimmt zu

Auch von geldpolitischer Seite fehlt Bitcoin derzeit noch der nachhaltige Rückenwind. Die Inflation in der Eurozone beschleunigte sich im August auf 3,3%, während zugleich die Erwartungen an weitere Zinserhöhungen von EZB und Fed deutlich gestiegen sind. Nach den jüngsten Aussagen von Fed-Chef Kevin Warsh wurde eine Anhebung im September zuletzt mit einer Wahrscheinlichkeit von rund zwei Dritteln eingepreist. Gleichzeitig kühlte sich die US-Industrie im August ab, während der Preisdruck hoch blieb. Der am Freitag anstehende Arbeitsmarktbericht dürfte damit eine weitere wichtige Weichenstellung liefern. Steigende Anleiherenditen und ein zumindest zeitweise festerer Dollar könnten gerade liquiditätssensitive Assets wie Bitcoin zunächst weiter belasten.

Spannend wird jedoch die zweite Hälfte dieser Entwicklung. Hohe Zinsen treffen auf enorme Refinanzierungsbedürfnisse: Allein für das vierte Quartal erwartet das US-Finanzministerium eine Nettokreditaufnahme von 628 Mrd. US$. Gleichzeitig werden ab dem 9. September die Rückkäufe länger laufender Staatsanleihen zur Unterstützung der Marktliquidität mindestens verdoppelt. Dreht sich das Narrativ im weiteren Verlauf des Q4 von Inflations- hin zu Finanzierungs- und Liquiditätssorgen, könnten bereits Erwartungen an einen geldpolitischen Pivot oder weitere Unterstützungsmaßnahmen Gold und Bitcoin wieder Rückenwind verleihen. Ein klassisches QE wäre dafür nicht zwingend erforderlich.

Zur Signallage

Quelle Chart: stock3

Das im Chart blau skizzierte Hauptszenario lässt vor dem nächsten größeren Expansionszyklus noch einmal eine finale Bereinigung zu. Entscheidend ist dabei die breite Unterstützungszone zwischen 58.321 und 46.960 US$. Eine Stabilisierung innerhalb dieses Bereichs im Oktober oder November würde zeitlich hervorragend zum historischen Zyklusmuster passen. Anschließend müssten zunächst 104.000 US$ und danach der Widerstand bei 123.640 US$ überwunden werden. Gelingt dies, eröffnet sich im nächsten Expansionszyklus langfristig Raum in Richtung 200.000 bis 300.000 US$. Die gestrichelte blaue Variante zeigt dabei die beschleunigte Alternative, sollte Bitcoin bereits früher nach oben ausbrechen und auf ein neues Tief verzichten.

Das graue Szenario wird relevant, sobald insbesondere 46.960 US$ nachhaltig aufgegeben werden. Dann wäre die Vorstellung eines lediglich letzten Q4-Washouts zu optimistisch und die Korrektur könnte sich in Richtung 30.005 US$ ausdehnen. Im Extremfall wäre sogar die frühere Ausbruchszone um 19.000 US$ nochmals ein Thema. Ein solcher Verlauf würde den erwarteten neuen Expansionszyklus nicht grundsätzlich ausschließen, ihn zeitlich jedoch deutlich nach hinten verschieben.

Interessenkonflikt: Der Autor hält Bitcoin. Somit besteht konkret und eindeutig ein Interessenkonflikt. Der Autor beabsichtigt, Bitcoin – je nach Marktsituation auch kurzfristig – zu kaufen oder zu veräußern und könnte dabei von erhöhter Handelsliquidität profitieren.

ℹ️ Bitcoin in Kürze

  • Bitcoin (BTCUSD) ist die erste und größte Kryptowährung, dient primär als digitales, knappes Wertaufbewahrungsmittel und wird häufig als „digitales Gold“ bezeichnet.
  • Die Kryptowährung basiert auf einem dezentral organisierten Buchungssystem, bei dem Zahlungen kryptografisch legitimiert und über ein Peer-to-Peer-Netzwerk (P2P) abgewickelt werden.
  • Diese dezentrale Datenbank ist die sogenannte Blockchain.

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Fazit

Bitcoin bleibt aus meiner Sicht im größeren Bild noch korrekturanfällig. Sollte die August-Rally lediglich eine Gegenbewegung gewesen sein, könnte sich im Oktober oder November nochmals ein finales Tief ausbilden. Genau dort dürfte sich dann aber die spannendere Chance eröffnen: Ein geldpolitischer Stimmungswechsel könnte den Startschuss für den nächsten größeren Expansionszyklus liefern.

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