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Alphabet-Aktie: Google sichert sich fast 1 Gigawatt!

Energiesicherheit für KI
Vincent Uhr
Die Fervo-Energy-Aktie ist nach einem neuen Stromvertrag mit Google um rund +28% angesprungen. Für Alphabet ist der Deal zunächst zu klein, um den Gewinn spürbar zu verändern. Strategisch ist er dennoch bedeutsam: Google sichert sich bis zu knapp 1 Gigawatt grundlastfähigen Strom für seine KI-Rechenzentren – und adressiert damit einen der größten Engpässe des gesamten KI-Booms.

Strom für bis zu 20 Jahre

Fervo soll Google ab 2028 zunächst 396 Megawatt Geothermie-Leistung aus dem Projekt Cape Station im US-Bundesstaat Utah liefern. Der Stromabnahmevertrag läuft 15 Jahre und kann um weitere fünf Jahre verlängert werden.

Die Kapazität soll in vier Schritten zu jeweils 99 Megawatt bereitgestellt werden. Zusätzlich erhält Google die Option, bis Juni 2030 ungefähr 600 weitere Megawatt abzunehmen. Insgesamt könnte der Vertrag damit auf fast 1 Gigawatt anwachsen.

Der Strom ist für ein mögliches neues Google-Rechenzentrum in Utah vorgesehen. Dessen endgültiger Bau hängt allerdings noch von technischen Prüfungen, behördlichen Genehmigungen und den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ab.

Google bekommt durch den Vertrag vor allem Planungssicherheit. Anders als Solar- und Windkraft kann Geothermie unabhängig von Wetter und Tageszeit Strom liefern. Das passt zu Rechenzentren, deren teure KI-Prozessoren möglichst rund um die Uhr ausgelastet werden müssen.

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Energie wird zum Wettbewerbsvorteil

Noch vor wenigen Jahren galten vor allem Halbleiter als Flaschenhals der KI-Infrastruktur. Inzwischen wird zunehmend die Stromversorgung zum Problem. Neue Rechenzentren benötigen häufig mehrere Hundert Megawatt, während Netzanschlüsse, Kraftwerke und Übertragungsleitungen jahrelange Vorlaufzeiten besitzen.

Alphabet reagiert darauf nicht erst seit gestern. Bereits 2024 vereinbarte Google gemeinsam mit dem Energieversorger NV Energy die Abnahme von 115 Megawatt aus einem anderen Fervo-Projekt. Ende 2025 kündigte Alphabet zudem die Übernahme des Energie- und Rechenzentrumsentwicklers Intersect für 4,75 Milliarden US$ zuzüglich übernommener Schulden an.

Zusammengenommen zeigt sich eine klare Strategie: Alphabet will nicht nur Chips, Server und Rechenzentren kontrollieren, sondern zunehmend auch deren Energieversorgung. Das könnte gegenüber kleineren KI-Anbietern zu einem strukturellen Vorteil werden. Rechenleistung lässt sich schließlich nur verkaufen, wenn ausreichend Strom verfügbar ist.

Übrigens: Gerade in unsicheren Marktphasen können Dividenden-Aktien als Stabilisator dienen. Diese zehn Titel kombinieren defensiven Charakter mit interessanten Kurschancen – eine Kombination, die aktuell selten geworden ist.

+28% bei Fervo sind eine Wette auf 2028

Für Fervo ist der Google-Vertrag ein wesentlich größerer Meilenstein als für Alphabet. Das Unternehmen bezeichnet ihn als weltweit größten Abnahmevertrag für ein sogenanntes Enhanced-Geothermal-System. Dabei werden aus der Öl- und Gasindustrie bekannte horizontale Bohrverfahren genutzt, um Erdwärme auch außerhalb klassischer Geothermiegebiete zu erschließen.

Der Kurssprung sollte dennoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass Fervo noch ganz am Anfang steht. Im zweiten Quartal wurden lediglich 113.000 US$ Umsatz erzielt. Dem standen ein Nettoverlust von 55,9 Millionen US$ und Investitionen von 226,5 Millionen US$ gegenüber. Immerhin verfügte das Unternehmen nach seinem Börsengang über rund 2,11 Milliarden US$ an liquiden Mitteln.

Zudem hatte die Aktie vor dem Google-Deal rund -58% gegenüber ihrem Ausgabepreis verloren. Nun muss Fervo beweisen, dass Cape Station technisch funktioniert, im geplanten Kostenrahmen bleibt und die ersten 396 Megawatt tatsächlich 2028 liefert. Der vereinbarte Strompreis wurde nicht veröffentlicht, weshalb sich die wirtschaftliche Qualität des Auftrags noch nicht abschließend beurteilen lässt.

ℹ️ Alphabet in Kürze

  • Alphabet Inc. (WKN: A14Y6H) ist eine im kalifornischen Mountain View ansässige Holding und Muttergesellschaft der weltgrößten Suchmaschine Google.
  • Neben Google betreibt Alphabet auch die Videoplattform YouTube und ein Cloud-Business. Zudem gehören zahlreiche Venture-Unternehmen, wie beispielsweise DeepMind und Waymo, zur Holding.
  • Alphabet ist Mitglied in den US-Leitindizes Nasdaq 100 und S&P 500. Der Konzern wird zu den sogenannten „Big Five“ der Technologieindustrie gezählt und ist aktuell rund 4,1 Billionen US$ wert.

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Vincent Uhr

Fazit

Der Deal wird Alphabets Zahlen kurzfristig kaum bewegen, stärkt aber die langfristige KI-Strategie. Google sichert sich frühzeitig verlässlichen Strom, während viele Wettbewerber noch auf Netzanschlüsse warten. Alphabet bleibt eine spannende KI-Wahl. Das Ökosystem ist groß und die Einbindung vieler Prozesse in die Wertschöpfung erscheint naheliegend. Ich bleibe langfristig von der Aktie überzeugt.