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Apple-Aktie: Nach der Ver-23-Fachung – das muss der neue CEO liefern!

Neuer CEO, neue Aufgaben!
Vincent Uhr
Bei Apple endet eine Ära: John Ternus übernimmt am heutigen 1. September den Vorstandsvorsitz von Tim Cook. Dieser hinterlässt gewaltige Fußstapfen. Seit seinem Amtsantritt im August 2011 hat sich die Apple-Aktie auf vergleichbarer, um Aktiensplits bereinigter Basis mehr als ver-23-facht. Für Anleger entscheidet nun jedoch nicht mehr Cooks Bilanz, sondern ob Ternus den wertvollsten Technologiekonzern der Welt wieder innovationsfreudiger machen kann.

Tim Cook machte Apple zur Ertragsmaschine

Als Cook am 24. August 2011 übernahm, kostete die Apple-Aktie splitbereinigt rund 13,44 US$. Am Montag schloss sie bei 316,85 US$. Aus 1.000 US$ wären damit vor Dividenden etwa 23.600 US$ geworden.

Der Börsenwert stieg im gleichen Zeitraum von rund 347 Milliarden auf mehr als 4,6 Billionen US$. Der Jahresumsatz erhöhte sich von ungefähr 108 auf zuletzt 416 Milliarden US$. Cook erfand nicht das nächste iPhone. Er verwandelte Apple jedoch in eine effizientere, berechenbarere und stärker diversifizierte Ertragsmaschine.

Mit Apple Watch, AirPods, Apple Pay und weiteren Diensten erschloss der Konzern neue Märkte. Die Serviceerlöse überschritten zuletzt erstmals 100 Milliarden US$ jährlich. Gleichzeitig kaufte Apple unter Cook eigene Aktien für annähernd 900 Milliarden US$ zurück und verringerte die Anzahl ausstehender Papiere erheblich.

Cooks Leistung bestand somit weniger in einem einzelnen revolutionären Produkt. Er perfektionierte die Lieferkette, stärkte das Ökosystem und monetarisierte die installierte Gerätebasis immer intensiver.

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John Ternus muss die Innovationslücke schließen

Ternus ist kein externer Sanierer. Der Maschinenbauingenieur arbeitet seit 25 Jahren für Apple und leitete zuletzt die Hardwareentwicklung. Unter seiner Verantwortung entstanden wichtige Generationen von iPhone, iPad, Mac, AirPods und Apple Watch. Die Übergabe verspricht deshalb Kontinuität.

Seine größte Aufgabe liegt allerdings außerhalb der klassischen Hardware. Bei künstlicher Intelligenz läuft Apple der Konkurrenz hinterher. Die umfassend überarbeitete Siri verzögerte sich, während OpenAI, Google und andere Anbieter ihre Modelle in hohem Tempo weiterentwickelten.

Apple greift deshalb verstärkt auf Partnertechnologie zurück. Dieser kapitalarme Ansatz kann funktionieren, wenn es dem Konzern gelingt, fremde Modelle besser als die Konkurrenz in seine Geräte zu integrieren. Ternus muss jedoch beweisen, dass Apple dabei nicht dauerhaft die Kontrolle über eine strategisch wichtige Technologieebene verliert.

Das erwartete faltbare iPhone und neue KI-Funktionen können kurzfristig einen Upgrade-Zyklus auslösen. Langfristig braucht Apple jedoch mehr als eine weitere Gehäuseform. Entscheidend wird, ob aus Apple Intelligence zusätzliche Serviceerlöse und überzeugende Gründe für den Kauf neuer Geräte entstehen.

China und die Bewertung lassen wenig Spielraum

Auch geopolitisch übernimmt Ternus einen anspruchsvollen Konzern. China bleibt ein wichtiger Absatzmarkt und ein zentraler Bestandteil der Lieferkette. Gleichzeitig versucht Apple, die Produktion stärker auf Indien, Vietnam und andere Standorte zu verteilen.

Tim Cook verschwindet deshalb nicht vollständig. Als geschäftsführender Verwaltungsratschef soll er sich unter anderem um Kontakte zu Regierungen und politischen Entscheidungsträgern kümmern. Das reduziert das Übergaberisiko, gibt Ternus aber auch wenig Gelegenheit für einen vollständigen strategischen Neustart.

An der Börse sind die Erwartungen bereits hoch. Bei 316,85 US$ wird Apple mit rund 4,66 Billionen US$ bewertet. Das durchschnittliche Analystenziel liegt bei etwa 324,45 US$ und damit nur geringfügig über dem aktuellen Kurs. Der neue CEO erhält somit keinen Bewertungsbonus auf Vorschuss.

ℹ️ Apple in Kürze

  • Apple (WKN: 865985) mit Sitz im kalifornischen Cupertino ist ein US-Technologiekonzern, der Hardware wie Smartphones, Notebooks, Tablets und Unterhaltungselektronik sowie Betriebssysteme und Anwendungssoftware entwickelt und vertreibt.
  • Darüber hinaus betreibt der Konzern ein Online-Portal für den Vertrieb von Filmen, Musik und Software.
  • Apple ist Mitglied in allen drei US-Leitindizes Dow Jones Industrial, Nasdaq 100 und S&P 500 und mit einer Marktkapitalisierung von ca. 4,62 Billionen US$ ist Apple derzeit das drittwertvollste Unternehmen der Welt.

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Vincent Uhr

Fazit

Tim Cook hat Apple für Aktionäre zu einer der erfolgreichsten Aktiengeschichten überhaupt gemacht. Die mehr als 23-fache Kursentwicklung wird John Ternus kaum wiederholen können. Verkaufen würde ich allein wegen des Führungswechsels nicht. Für weitere deutliche Kursgewinne muss der neue CEO jedoch zeigen, dass Apple neben perfekten Abläufen auch wieder technologische Führung liefern kann.