United Internet-Aktie: Kepler-Upgrade macht Kursanstieg jetzt möglich
Die französische Investmentbank Kepler Cheuvreux hat heute den deutschen Telekommunikationssektor neu bewertet, und das mit spürbaren Folgen an der Börse. Analyst Florian Treisch sieht die Markttrends im zweiten Halbjahr zwar eher nüchtern, macht aber klare Unterschiede zwischen den Titeln.
United Internet und Ionos mit starkem Lauf
Für United Internet und Ionos sprach Treisch jeweils eine Kaufempfehlung aus. Die Folge ließ nicht lange auf sich warten: United Internet legte am frühen Nachmittag um 2,8 Prozent zu, Ionos sogar um 3,5 Prozent. Beide Titel zählten damit zu den größten Gewinnern im MDax. Treisch sieht Ionos als direkten Profiteur neuer KI-Lösungen. Die vergangenen Monate hätten gezeigt, dass Künstliche Intelligenz dem Geschäft von Ionos nicht geschadet hat, im Gegenteil, das Unternehmen dürfte auf seinem Wachstumspfad noch Fahrt aufnehmen. Die Papiere von United Internet hält er mit Blick auf die Gewinnwachstumsstory des Konzerns für attraktiv bewertet.
Deutsche Telekom verliert ihre weiße Weste
Ganz anders das Bild bei der Deutschen Telekom. Kepler Cheuvreux strich hier die Kaufempfehlung und stufte die Aktie auf "Hold" zurück. Treisch steht damit bislang allein unter den Analysten, denn bislang hatte die Telekom bei den Profis ausschließlich positive Empfehlungen. Der Konzern sei, so die Einschätzung, Opfer des eigenen Erfolgs. Die US-Tochter T-Mobile US steht verstärkt unter Beobachtung, der Wettbewerb in den USA werde schärfer. Ein kritischer Bericht im "Handelsblatt" zu möglichen Problemen rund um die damalige Fusion von T-Mobile US mit Sprint verstärkte am Nachmittag den Abwärtsdruck zusätzlich. Am Ende rutschte die T-Aktie am Dax um fast drei Prozent ans untere Ende ab.
Was bedeutet das für Anleger
Unserer Meinung nach zeigt diese Neubewertung sehr deutlich, wie unterschiedlich die Chancen im deutschen TSektor gerade verteilt sind. Ionos und United Internet dürften kurzfristig weiter Rückenwind bekommen, sofern Treischs KI-These aufgeht. Bei der Deutschen Telekom hingegen könnten die Probleme rund um T-Mobile US und den härter werdenden US-Markt den Kurs noch eine Weile belasten. Das fast dreiprozentige Minus heute wäre dann erst der Anfang einer längeren Schwächephase.
Quelle: dpa-AFX
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