Lufthansa-Aktie: Wohin geht die Reise?
Turbulentes Quartal
Das zweite Quartal war für Lufthansa von Licht und Schatten geprägt. Einerseits feierte der Konzern sein 100-jähriges Bestehen, andererseits belasteten höhere Treibstoffkosten, Streiks und steigende Personalkosten die Profitabilität.
Der Konzernumsatz stieg gegenüber dem Vorjahresquartal um 8% auf 11,1 Milliarden €. Trotz des Umsatzwachstums verschlechterte sich die Ertragslage jedoch deutlich.
Das bereinigte operative EBIT sank von 870 auf 383 Millionen €, während das Konzernergebnis von rund 1 Milliarde € auf 123 Millionen € zurückging.
Auch auf Halbjahressicht zeigt sich die Belastung deutlich. Aus einem Vorjahresgewinn von 127 Millionen € wurde ein Verlust von 542 Millionen €.
Neben den höheren Treibstoff- und Personalkosten wirkten sich auch operative Belastungen negativ auf das Ergebnis aus.
Als Konsequenz passte Lufthansa ihre Jahresprognose an. Beim bereinigten EBIT werden nun 1,7 bis 2,2 Milliarden € erwartet, nachdem bislang ein deutlicher Anstieg gegenüber dem Vorjahreswert von 1,96 Milliarden € in Aussicht gestellt worden war.
Tipp: Bleibe mit unserem kostenlosen SD Insider Newsletter immer über die aktuellsten Börsen-Chancen informiert.
Transformation geht weiter
Der Konzern setzt seinen umfassenden Umbau fort.
Ein Schwerpunkt liegt auf einer effizienteren Flottenstruktur. Ältere und verbrauchsintensive Flugzeuge werden schrittweise ersetzt, während moderne Langstreckenjets den Treibstoffverbrauch senken sollen. Die Tochter Lufthansa CityLine wurde im April, früher als geplant, stillgelegt.
Zudem treibt Lufthansa die Integration von ITA Airways weiter voran. Nach der bereits erfolgten Mehrheitsübernahme soll die Beteiligung schrittweise ausgebaut werden. Langfristig erwartet das Management dadurch zusätzliche Synergien sowie eine stärkere Marktposition im europäischen Luftverkehr.
Darüber hinaus arbeitet der Konzern kontinuierlich an einer Verbesserung der Kostenstruktur und der operativen Effizienz.
Bewertung
Die kommenden Quartale werden vor allem davon abhängen, ob es Lufthansa gelingt, ihre Kostenbasis nachhaltig zu verbessern.
Während steigende Personalkosten nur begrenzt kurzfristig beeinflussbar sind, hängen die Treibstoffkosten weiterhin stark von der Entwicklung des Ölpreises und der geopolitischen Lage im Nahen Osten ab.
Der starke Kursrückgang im Frühjahr infolge des Iran-Konflikts wurde zwar zwischenzeitlich wieder aufgeholt, doch die jüngsten Quartalszahlen zeigen, dass der Konzern operativ weiterhin vor erheblichen Herausforderungen steht.
Solange keine nachhaltige Verbesserung der Profitabilität erkennbar ist, dürfte sich die Aktie schwer tun, einen langfristigen Aufwärtstrend auszubilden.
ℹ️ Lufthansa in Kürze
- Mit einer Flottengröße von über 700 Flugzeugen und mehr als 200 Flugzielen in der ganzen Welt zählt die Lufthansa zu den zehn größten Fluggesellschaften der Welt.
- Zur Lufthansa-Gruppe gehören auch die Fluggesellschaften Austrian, Brussels Airlines, Air Dolomiti, Eurowings und Swiss.
- Seit Januar 2025 hält die Lufthansa auch eine 41%-Beteiligung an ITA Airways. Eine vollständige Übernahme der italienischen Staatsfluglinie ist geplant.
- Die Lufthansa ist Mitglied im deutschen Nebenwerteindex MDAX und aktuell 10,4 Milliarden € wert.
Lufthansa kaufen, halten oder verkaufen? Unsere zehnköpfige Redaktion berichtet regelmäßig über Lufthansa und informiert Dich in Echtzeit, wenn Handlungsbedarf besteht. Aktiviere dafür einfach unseren kostenlosen Aktien-Alarm und sichere Dir Deinen persönlichen Informationsvorsprung.
Lufthansa weiterverfolgen – jetzt kostenlosen Aktien-Alarm aktivieren »
Fazit
Aus meiner Sicht spricht derzeit wenig für einen kurzfristigen Einstieg. Wahrscheinlicher erscheint zunächst eine volatile Seitwärtsbewegung.
Sollte sich das Marktumfeld verbessern und die eingeleiteten Maßnahmen ihre Wirkung entfalten, könnte die Aktie mittelfristig wieder attraktiver werden. Bis dahin dürften jedoch Geduld und eine erhöhte Schwankungsbereitschaft gefragt sein.
Für die Aktie spricht vor allem die attraktive Dividendenrendite von derzeit rund 3,7%. Hier könnte es jedoch zu einer Dividendenreduzierung kommen.
Passend dazu: Während viele nur auf die Dividendenrendite schauen, bieten einige Titel derzeit beides – regelmäßige Ausschüttungen und deutliches Aufwärtspotenzial. Hier findest Du zehn konkrete Kandidaten für das kommende Jahr.