Vonovia-Aktie mit -50% – große Chance oder großes Risiko?
Chartanalyse zur Vonovia-Aktie
Der Wahlsieg der Linken bedroht Vonovia durch drohende Enteignungen. Die Partei will große private Wohnungsbestände vergesellschaften, was den Konzern rund 130.000 Berliner Wohnungen kosten könnte. Drohende Entschädigungen unter Marktwert und die Angst vor neuen Mietdeckeln sorgen für massive politische Unsicherheit und belasten den Aktienkurs.
Der Kurs der Vonovia-Aktie bewegt sich seit dem Hoch des Jahres 2024 in einem klaren Abwärtstrend. Zuletzt wurde nicht nur die Unterseite des fallenden Trendkanals unterschritten, sondern auch die wichtige Unterstützungszone zwischen etwa 18,80 und 20,30 €. Damit hat sich die technische Lage erneut verschlechtert und der Verkaufsdruck bleibt hoch.

Vonovia, Tageschart, Quelle: Tradingview.com
Mit aktuell 17,34 € nähert sich die Vonovia-Aktie bereits der nächsten Unterstützungszone zwischen etwa 15,00 und 16,50 €. Dort hatte der Kurs in der Vergangenheit mehrfach Käufer gefunden. Eine kurzfristige Gegenbewegung wäre in diesem Bereich möglich. Solange die ehemalige Unterstützung bei 18,80 € jedoch nicht zurückerobert wird, bleibt eine solche Erholung lediglich korrektiver Natur.
Fällt der Kurs der Vonovia-Aktie nachhaltig unter 15,00 €, wäre die nächste charttechnische Absicherung erst im Bereich zwischen 13,75 und 14,00 € zu erkennen. Auf der Oberseite müsste die Aktie zunächst über 18,80 € und anschließend über 20,30 € steigen. Erst dann würde sich das kurzfristige Chartbild wieder etwas aufhellen.
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Vonovia-Analyse: Die wichtigsten Indikatoren im Überblick
Für eine Einschätzung der weiteren Kursentwicklung lohnt sich ein Blick auf die technische Analyse. Dabei betrachten wir zentrale Indikatoren wie den Relative-Stärke-Index (RSI), den Trendindikator MACD sowie die Elliott-Wellen im Chart.
RSI und MACD
Der RSI der Vonovia-Aktie ist zuletzt unter die Marke von 30 Punkten gefallen und notiert damit im überverkauften Bereich. Gleichzeitig verläuft die RSI-Linie weiterhin unter ihrer Signallinie. Der Indikator warnt somit vor anhaltendem Verkaufsdruck. Aufgrund der überverkauften Lage steigt allerdings auch die Wahrscheinlichkeit einer vorübergehenden technischen Gegenbewegung.

Vonovia, Tageschart, Quelle: Tradingview.com
Der MACD liefert ebenfalls noch kein Entspannungssignal. Die MACD-Linie verläuft deutlich unterhalb der Signallinie und entfernt sich weiter von der Nulllinie. Auch das Histogramm bleibt negativ. Damit bestätigt der Trendindikator den Abwärtstrend beim Kurs der Vonovia-Aktie. Ein belastbares Kaufsignal ist derzeit noch nicht erkennbar.
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Elliott-Wellen
Die Elliott-Wellen-Zählung deutet darauf hin, dass sich die Vonovia-Aktie weiterhin in einer komplexen Korrektur befindet. Der Rückgang seit dem Zwischenhoch im Frühjahr 2026 lässt sich als abschließende C-Welle einer übergeordneten Welle 2 interpretieren. Diese Abwärtsbewegung scheint noch nicht vollständig abgeschlossen zu sein.
Das 0,786er Fibonacci-Retracement bei 18,12 € wurde bereits unterschritten. Damit rückt das 0,887er Retracement bei 16,72 € als nächstes, mögliches Ziel in den Mittelpunkt. In diesem Bereich könnte die korrektive Welle 2 enden und eine größere Bodenbildung beginnen. Eine unmittelbare Trendwende lässt sich daraus jedoch noch nicht ableiten.

Vonovia, Tageschart, Quelle: Tradingview.com
Hält auch die Marke von 16,72 € nicht, könnte sich der Abverkauf zunächst ausdehnen. Das langfristig bullische Elliott-Wellen-Szenario mit einer späteren Welle 3 bleibt nur intakt, wenn die Vonovia-Aktie anschließend eine impulsive Erholung beginnt und die gebrochenen Widerstände zurückerobert. Ein Bruch unter 15,27 € würde das Szenario klar invalidieren.
ℹ️ Vonovia in Kürze
- Vonovia (WKN: A1ML7J) mit Sitz in Bochum verwaltet und vermietet Wohnungen in Deutschland, Österreich und Schweden.
- Durch die Übernahme des Konkurrenten Deutsche Wohnen im Jahr 2021 ist das Unternehmen zum größten Immobilienkonzern Europas avanciert mit ca. 550.000 Wohneinheiten.
- Vonovia ist Mitglied im DAX und aktuell rund 14,71 Milliarden € wert.
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Fazit
Meiner Einschätzung nach bleibt die Vonovia-Aktie kurzfristig klar bärisch. Der Bruch der Unterstützungszone sowie die schwachen Signale von RSI und MACD sprechen für einen weiteren Test der Bereiche bei 16,72 und 15,00 €.
Die überverkaufte Lage kann zwar eine Gegenbewegung auslösen, bestätigt aber noch keinen Boden. Erst oberhalb von 18,80 € würde sich der Kurs der Vonovia-Aktie stabilisieren. Unter 15,00 € drohen weitere Verluste.