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The Kroger Co.-Aktie: Defensiver Konsum-Titel mit Potenzial

Effizienzangriff
Redaktion | Börse
Die Aktie von The Kroger Co. bietet Anlegern eine attraktive Kombination aus defensivem Geschäftsmodell, hoher Kapitalrückführung und Aufwärtspotenzial. Mit einem neuen CEO, KI-gestützten Kostensenkungen und niedrigeren Preisen schafft der US-Lebensmittelhändler die Voraussetzungen für nachhaltiges Wachstum und eine Neubewertung der Aktie.

Kroger zählt zu den größten Lebensmittelhändlern der USA und verbindet ein dichtes Filialnetz mit einem wachsenden Onlinegeschäft und datenbasiertem Marketing. Die strategische Neuausrichtung soll Effizienz und Wettbewerbsfähigkeit steigern und gleichzeitig die Kundenfrequenz erhöhen.

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Solide Geschäftsentwicklung trotz Belastungen

Kroger steigerte den Umsatz ohne Kraftstoffe zuletzt um 0,2 Prozent und den bereinigten Gewinn je Aktie um fünf Prozent. Besonders stark entwickelte sich der Onlinehandel mit einem bereinigten Umsatzwachstum von 20 Prozent.

Ein Cyclospora-Ausbruch belastete die Nachfrage und verursachte mehr als 100 Millionen US-Dollar an entgangenen Umsätzen. Entsprechend senkte Kroger seine Prognose für das vergleichbare Umsatzwachstum ohne Kraftstoffe auf 0,2 bis 0,8 Prozent. Die erwartete freie Cashflow-Generierung blieb mit 2,7 bis 2,9 Milliarden US-Dollar unverändert.

Auch die Finanzlage ist solide. Die Nettoverschuldung liegt beim 1,91-Fachen des EBITDA und damit unter dem langfristigen Zielkorridor. Gleichzeitig erhöhte Kroger die Quartalsdividende um elf Prozent und kaufte im ersten Halbjahr eigene Aktien im Wert von 1,27 Milliarden US-Dollar zurück.

Neuer CEO setzt auf Kostensenkungen und KI

Der letztes Jahr neu ins Amt gekommene CEO Ron Sargent treibt eine umfassende Effizienzoffensive voran. Nach bereits rund 1.000 gestrichenen Verwaltungsstellen sollen innerhalb von drei Jahren weitere 3.000 Positionen wegfallen. Der verstärkte Einsatz künstlicher Intelligenz soll Abläufe vereinfachen, Doppelstrukturen beseitigen und die Produktivität erhöhen.

Bei angenommenen jährlichen Personalkosten von 100.000 bis 150.000 US-Dollar je Stelle könnten langfristig Einsparungen von 300 bis 450 Millionen US-Dollar pro Jahr entstehen. Diese Mittel sollen unter anderem in niedrigere Verkaufspreise und modernisierte Filialen fließen, um zusätzliche Kunden zu gewinnen.

Ein weiterer Wettbewerbsvorteil sind die Daten von rund 63 Millionen Haushalten. Sie ermöglichen gezieltere Marketingmaßnahmen, eine bessere Sortimentssteuerung und den Ausbau margenstarker Eigenmarken. Gelingt es Kroger, die Effizienzgewinne in attraktive Preise umzusetzen und gleichzeitig die Margen zu stabilisieren, könnte sich daraus ein nachhaltiger Wachstumsschub entwickeln.

Albertsons-Verfahren als offene Baustelle

Die gescheiterte Übernahme der Supermarktkette Albertsons beschäftigt Kroger weiterhin. Albertsons fordert neben der vereinbarten Abbruchgebühr von 600 Millionen US-Dollar zusätzliche Entschädigungen, Steuern und weitere Kosten. Die Gesamtforderung beläuft sich auf rund 9,3 Milliarden US-Dollar.

Der Ausgang des Rechtsstreits ist offen. Für die Investmentthese entscheidender bleibt jedoch, ob Kroger seine operative Neuausrichtung erfolgreich umsetzt und die Ertragskraft unabhängig von der gescheiterten Fusion weiter steigert.

Attraktive Bewertung mit Aufwärtspotenzial

Ein Discounted-Cashflow-Modell auf Basis eines erwarteten freien Cashflows von 2,8 Milliarden US-Dollar ergibt einen geschätzten inneren Wert von 74,23 US-Dollar je Aktie. Gegenüber einem Kurs von 62,71 US-Dollar entspricht das einem theoretischen Aufwärtspotenzial von fast 20 Prozent.

Das Modell unterstellt ein jährliches Cashflow-Wachstum von fünf Prozent in den ersten fünf Jahren, anschließend 3,5 Prozent und langfristig 2,5 Prozent bei einem Diskontierungssatz von zehn Prozent. Die Annahmen sind jedoch bewusst moderat und lassen zusätzlichen Spielraum, falls die Effizienzmaßnahmen schneller greifen und der Onlinehandel weiter wächst.

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Redaktion | Börse

Fazit

Kroger verbindet ein defensives Geschäftsmodell mit einer konsequenten Effizienzoffensive, einer Dividendenrendite von aktuell rund 2,5% und einer vergleichsweise günstigen Bewertung. Gelingt es dem neuen Management, Kosteneinsparungen in niedrigere Preise und höhere Kundenfrequenz umzusetzen, besitzt die Aktie gute Voraussetzungen für langfristige Wertsteigerungen.

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