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TeamViewer-Aktie -25%: Was kommt jetzt?

Neue Quartalszahlen
Die TeamViewer-Aktie ist am Dienstag mit einem Tagesverlust von rund -25% einer der größten Verlierer im TecDAX. Aktuell notiert sie bei etwa 5,30 €. Nach dem Kurseinbruch im April auf rund 4,50 € hatte sich das Papier zuletzt wieder bis auf etwa 7,70 € hochgearbeitet. Auslöser des Absturzes war die neue Jahresprognose. Hier stellt sich die Frage: Ist der massive Kursrückgang gerechtfertigt und kommt jetzt der schnelle Rebound?

Gemischtes Bild der Geschäftsentwicklung

Das starke Wachstum aus den Vorperioden konnte im dritten Quartal nicht fortgesetzt werden. Das zeigen die am 3. November veröffentlichten Quartalszahlen.

Der Konzernumsatz verringerte sich gegenüber dem Vorjahresquartal um 3,9% auf 184,5 Millionen €. Währungsbereinigt betrug der Rückgang 2,2 %.

Das jährlich wiederkehrende Umsatzvolumen (Annual Recurring Revenue, ARR) reduzierte sich auf 736,9 Millionen €. Währungsbereinigt lag der Rückgang allerdings nur bei 0,6 %.

Ein genauerer Blick auf die Geschäftsbereiche zeigt eine unterschiedliche Entwicklung. Besonders erfreulich war das Großkundengeschäft. Hier stieg der ARR währungsbereinigt um 6,7%. Im umsatzstärkeren SMB-Geschäft mit kleinen und mittelständischen Unternehmen ging er dagegen um 3,7% zurück. Positiv ist, dass sich die Kundenabwanderung im SMB-Geschäft erstmals aufeinanderfolgend stabilisierte. Auch im größten Enterprise-Kundensegment mit einem ARR von mehr als 200.000 € entwickelte sich das Geschäft dynamisch. Hier wurde ein währungsbereinigtes Wachstum von 13% erzielt.

Das Neugeschäft mit TeamViewer ONE und DEX entwickelte sich ebenfalls sehr stark. Die entsprechenden Neu- und Zusatzgeschäftsabschlüsse stiegen währungsbereinigt auf das Sechsfache des Vorjahreswertes.

Beim operativen Ergebnis fiel die Entwicklung schwächer aus. Das bereinigte EBITDA reduzierte sich von 87,7 auf 78,9 Millionen €. Die bereinigte EBITDA-Marge sank entsprechend von 45,7 auf 42,8%. Das bereinigte Konzernergebnis fiel von 52,7 auf 43,1 Millionen €.

Insgesamt ergibt sich damit ein gemischtes Bild. Während das Neugeschäft im Enterprise-Bereich deutlich an Dynamik gewinnt, bleiben die Bestandsumsätze und insbesondere das SMB-Geschäft unter Druck.

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Umsatzprognose deutlich reduziert

Der eigentliche Auslöser für den massiven Kurssturz ist die Anpassung der Jahresprognose.

Bisher hatte TeamViewer für 2026 ein währungsbereinigtes Umsatzwachstum zwischen 0 und 3% erwartet. Jetzt rechnet das Management mit einem Rückgang zwischen 1 und 2%. Als Gründe nennt das Unternehmen verzögerte Vertragsabschlüsse bei großen Unternehmenskunden sowie eine erneut gestiegene wirtschaftliche Unsicherheit in Europa.

Gerade im Enterprise-Geschäft können einzelne große Vertragsabschlüsse erhebliche Auswirkungen auf die Umsatzentwicklung haben. Verschieben sich solche Projekte, fehlen die entsprechenden Erlöse zunächst in der laufenden Berichtsperiode.

Bei der bereinigten EBITDA-Marge bleibt TeamViewer dagegen zuversichtlich. Die Prognose von rund 43% wurde bestätigt.

Bewertung

Dass die Aktie am Dienstag so drastisch einbricht, liegt vor allem an der gesenkten Umsatzprognose. Statt einem Umsatzwachstum wird jetzt mit einem Rückgang gerechnet.

Allerdings ist die operative Situation nicht ausschließlich negativ. Positiv ist, dass TeamViewer weiterhin eine hohe EBITDA-Marge von rund 43% erzielt. Das spricht für ein grundsätzlich profitables Geschäftsmodell und ein diszipliniertes Kostenmanagement.

Zudem hat sich die Nettoverschuldung gegenüber dem Vorjahreszeitraum von 969,6 auf 819 Millionen € reduziert. Die Eigenkapitalquote hat sich mit 18% mehr als verdoppelt.

ℹ️ TeamViewer in Kürze

  • Die TeamViewer SE ist ein weltweit führender Software-Anbieter von Remote-Konnektivitätslösungen. Mittels seiner Software können Fernwartungen von Computern und anderen Endgeräten vorgenommen werden.
  • Neben dem Hauptsitz in Göppingen ist das Unternehmen weltweit mit Niederlassungen vertreten.
  • Die Marktkapitalisierung der im TecDAX gelisteten Aktie liegt aktuell bei etwa 840 Millionen €.

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Fazit

Die angepassten Umsatzerwartungen sind eine deutliche Enttäuschung. Dass der Markt darauf mit einem Kurseinbruch reagiert, ist angesichts der hohen Erwartungen nachvollziehbar. Dennoch halte ich den Kursrückgang für möglicherweise übertrieben.

Das Vertrauen der Anleger ist zunächst beschädigt. Weitere Kursrückgänge sind deshalb nicht auszuschließen. Aus meiner Sicht sollten Anleger momentan abwarten. Ein Kurseinbruch dieser Größenordnung bedeutet nicht automatisch, dass eine schnelle Gegenbewegung folgt.

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