Starz Entertainment-Aktie: Kleine Streaming-Perle mit großem Potenzial
Starz ist ein US-amerikanisches Medienunternehmen, das Filme und Serien produziert, erwirbt und über eigene Fernseh- und Streamingangebote vermarktet. Dabei setzt das Unternehmen zunehmend auf eigene Inhalte und internationale Lizenzvereinbarungen.
Streaminggeschäft gewinnt weiter an Bedeutung
Starz legte am 29. Oktober solide Quartalszahlen vor. Die Streamingumsätze stiegen im Jahresvergleich um 1,7 Prozent und gegenüber dem Vorquartal um 2,4 Prozent auf 322 Millionen US-Dollar. Bereinigt um die Umstellung des kanadischen Geschäfts auf ein Content-Lizenzmodell hätte das Wachstum sogar 3,2 Prozent betragen.
Das Unternehmen veröffentlicht inzwischen keine konkreten Zahlen mehr zu Abonnenten und durchschnittlichen Erlösen je Kunde. Das Management erklärte jedoch, dass insbesondere verlängerte Jahresabonnements zu höheren Aktionspreisen sowie die Preiserhöhung vom April 2026 zum Umsatzwachstum beitragen.
Das klassische Fernsehgeschäft bleibt dagegen unter Druck. Die entsprechenden Erlöse beliefen sich auf 96 Millionen US-Dollar und machten nur noch 22 Prozent des Gesamtumsatzes aus. Mit wachsendem Streaminganteil dürfte es für Starz zunehmend einfacher werden, bereits mit moderaten OTT-Wachstumsraten den Gesamtumsatz zu steigern.
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Erfolgreiche Serien stärken Marktposition
Das Geschäft unterliegt saisonalen Schwankungen, da sich viele Kunden gezielt wegen bestimmter Serien für ein Abonnement entscheiden. Insbesondere die Sommermonate fallen traditionell schwächer aus.
Im laufenden Jahr konnte Starz dennoch mehrere erfolgreiche Produktionen vorweisen. Dazu gehörten die finale Staffel von Raising Kanan mit einem Zuschauerrekord, die erste eigene Originalproduktion Fightland sowie Blood of My Blood aus dem Outlander-Universum. Auch die eingekaufte Serie S.W.A.T. Exiles und der Michael-Film entwickelten sich erfolgreich. Letzterer wurde zum erfolgreichsten Pay-One-Titel der Unternehmensgeschichte.
Im laufenden Quartal kehrt P-Valley zurück. Für 2027 sind unter anderem die 18-teilige erste Staffel von Power: Origins sowie eine weitere eigene Produktion mit dem vorläufigen Titel Black Rodeo geplant.
Eigene Produktionen eröffnen zusätzliche Chancen
Besonders wichtig ist der Erfolg von Fightland. Die Serie zeigt, dass Starz eigene Inhalte erfolgreich entwickeln und produzieren kann. Laut CEO Jeff Hirsch ist das Unternehmen mit der bisherigen Entwicklung sehr zufrieden. Eine zweite Staffel befindet sich bereits in Vorbereitung.
Eigene Produktionen bieten gleich mehrere Vorteile. Starz kann die Produktionskosten besser kontrollieren und muss keine zusätzlichen Margen an externe Rechteinhaber abgeben. Gleichzeitig ermöglichen eigene Inhalte eine internationale Vermarktung und können neue Abonnenten gewinnen.
Die Lizenzvereinbarung mit Bell Canada und die gemeinsame Finanzierung von Fightland durch Sky verdeutlichen bereits das Potenzial dieser Strategie.
Cashflow und Profitabilität verbessern sich
Das Umsatzwachstum und die Kostenkontrolle zeigen sich zunehmend in den Ergebniszahlen. Im vergangenen Quartal erreichte das bereinigte OIBDA 44 Millionen US-Dollar. Der unverschuldete Cashflow lag bei 19 Millionen US-Dollar und summierte sich seit Jahresbeginn auf 85 Millionen US-Dollar. Der freie Cashflow erreichte im Quartal 13 Millionen US-Dollar beziehungsweise 48 Millionen US-Dollar seit Jahresbeginn.
Das Management bestätigte seine Prognose für 2026. Erwartet wird weiterhin ein Wachstum des bereinigten OIBDA im mittleren einstelligen Prozentbereich sowie ein unverschuldeter freier Cashflow zwischen 100 und 120 Millionen US-Dollar.
Für die zweite Jahreshälfte 2027 bleibt das Unternehmen zudem zuversichtlich, eine bereinigte OIBDA-Marge von 20 Prozent zu erreichen. Das sind gute Aussichten.
Niedrigere Zinskosten und sinkende Verschuldung
Starz hat seine Finanzierung neu strukturiert und mit zusätzlichen Kreditmitteln von 67 Millionen US-Dollar die verbliebenen kurzfristigen Programming Notes zurückgezahlt. Die Maßnahme soll jährlich rund 4 Millionen US-Dollar an Zinskosten einsparen und gleichzeitig die Kapitalstruktur vereinfachen.
Trotz der zusätzlichen Verbindlichkeiten lag der Verschuldungsgrad Ende des dritten Quartals bei 2,8. Für Ende 2026 werden rund 2,7 erwartet. In der zweiten Jahreshälfte 2027 soll der Wert auf 2,5 oder darunter sinken.
Die Prognosen deuten auf ein starkes Schlussquartal hin. Das OIBDA könnte im vierten Quartal annähernd 60 Millionen US-Dollar erreichen und damit für 2026 insgesamt rund 220 Millionen US-Dollar ermöglichen.
Bewertung bietet erhebliches Aufwärtspotenzial
Auf Basis der Unternehmensprognosen erscheint die Starz-Aktie weiterhin günstig bewertet. Bei einem Aktienkurs von 22,09 US-Dollar beträgt die Marktkapitalisierung rund 381 Millionen US-Dollar. Unter Berücksichtigung von 677,7 Millionen US-Dollar Schulden und 86,8 Millionen US-Dollar liquiden Mitteln ergibt sich ein Unternehmenswert von knapp 972 Millionen US-Dollar.
Dem stehen geschätzte OIBDA-Werte von 220 Millionen US-Dollar für 2026 und 250 Millionen US-Dollar für 2027 gegenüber. Daraus ergeben sich Unternehmenswert-Multiplikatoren von lediglich 4,4 beziehungsweise 3,88. Zusätzlich wird für den fremdfinanzierten freien Cashflow eine Rendite von rund 15,75 Prozent angesetzt.
Nicht berücksichtigt ist dabei ein möglicher zusätzlicher Wert der unternehmenseigenen Technologieplattform. Diese könnte einen erheblichen eigenständigen Vermögenswert darstellen und möglicherweise sogar den aktuellen Unternehmenswert erreichen.
Geschäft nicht frei von Risiken
Die größten Risiken liegen in möglichen Rückschlägen bei der Produktion eigener Serien sowie in einer wirtschaftlichen Abschwächung, die Verbraucher zu Einsparungen bei Streamingabonnements bewegen könnte.
Bislang entwickelt sich das Geschäft jedoch positiv. Die steigende Bedeutung eigener Inhalte, die internationale Vermarktung und die verbesserte Finanzlage sprechen für die weitere Entwicklung des Unternehmens.
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Fazit
Starz kombiniert ein wachsendes Streaminggeschäft mit steigender Profitabilität, soliden Cashflows und einer niedrigen Bewertung. Trotz operativer Risiken und des anhaltenden Drucks im klassischen Fernsehgeschäft bleibt die Aktie angesichts der Wachstumsperspektiven und möglicher Übernahmeinteressen zu den gegenwärtigen Kursen äußerst chancenreich.
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