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Rheinmetall-Aktie -59%: Der Ausverkauf geht weiter

Crash mit Ansage
Die Rheinmetall-Aktie erlebt nach den heutigen Quartalszahlen einen regelrechten Ausverkauf und notiert aktuell bei 855,50 €. Vom Allzeithoch bei 2.008 € bis zum heutigen Tagestief bei 818,70 € haben die Anteilsscheine damit bereits rund -59% an Wert verloren. Erst gestern hatte ich unter der Headline „Schwächesignal oder nur eine Täuschung?“ auf die zunehmenden Abwärtsrisiken hingewiesen und weitere Verluste bis 900,20 € favorisiert. Doch die Verkäufer schlugen noch heftiger zu und drückten die Notierungen weit unter diese Marke. Damit hat sich das bearishe Szenario eindrucksvoll bestätigt und es drohen weitere Verluste.

Wachstum glänzt, Prognose enttäuscht

Dabei präsentierte Rheinmetall heute durchaus überzeugende Geschäftszahlen. In den ersten neun Monaten stieg der Umsatz um +38% auf 8,38 Milliarden €, während das operative Ergebnis sogar um +68% auf 1,34 Milliarden € zulegte. Der ausgewiesene Auftragsbestand einschließlich Rahmenvereinbarungen erreichte zudem 78 Milliarden €. Doch die erneute Senkung der Jahresprognose überschattete sämtliche Erfolge. Statt 13,7 bis 14,2 Milliarden € erwartet das Management für 2026 nur noch rund 13,2 Milliarden € Umsatz.

Verantwortlich sind insbesondere Verzögerungen beim Bundeswehr-Großprojekt Arminius sowie bei der Abnahme von Artilleriemunition. Gleichzeitig belastet der negative operative Free Cashflow von rund -1,70 Milliarden € die Stimmung. Ob Anleger nach dem Crash besser die Finger von Rheinmetall lassen oder auf erhebliches Kurspotenzial setzen sollten, beleuchtete heute auch mein Kollege Peter Wolf-Karnitschnig. Die Diskrepanz zwischen operativem Wachstum und enttäuschten Erwartungen bleibt jedenfalls erheblich.

In diesem Zusammenhang: Regierungen stocken strategische Rohstoffreserven massiv auf – unser Report „Rüstung – Megatrend im Rohstoffsektor“ analysiert zwei Aktien, die zu großen Profiteuren werden dürften.

Zur Signallage

Quelle: stock3

Das gestern thematisierte Schwächesignal hat sich inzwischen in einen regelrechten Kurssturz verwandelt. Nach der Aufgabe des Unterstützungsclusters um 989,20 € wurden auch die nachfolgenden Auffangmarken bei 946,60 und 900,20 € deutlich unterschritten. Damit ist zugleich die seit Anfang 2025 bestehende übergeordnete Aufwärtstrendlinie gefallen. Die laufende Wochenkerze lässt das ganze Ausmaß der Schwäche erkennen, wenngleich der Wochenschluss noch aussteht. Nach einer möglichen technischen Gegenbewegung bis 900,20 € favorisiere ich daher eine Fortsetzung der Talfahrt. Dabei rückt zunächst die Unterstützung bei 772 € in den Fokus. Darunter könnte sich die Korrektur sogar bis 605,40 € ausdehnen.

Eine nachhaltigere Erholung setzt hingegen voraus, dass die Käufer zunächst 900,20 € zurückerobern und anschließend auch 946,60 € überwinden. Erst darüber wäre eine größere Gegenbewegung bis in die Widerstandsregion zwischen 989,20 und 1.049,43 € denkbar. Gelingt sogar deren Überwindung, könnte sich weiteres Potenzial bis 1.122 € eröffnen. Solange Rheinmetall jedoch unterhalb dieser Hürden verharrt, bleiben mögliche Erholungsversuche anfällig für erneuten Verkaufsdruck.

ℹ️ Rheinmetall in Kürze

  • Rheinmetall (WKN: 703000) ist ein deutscher Rüstungskonzern und Automobilzulieferer mit Sitz in Düsseldorf.
  • Nach Airbus ist Rheinmetall der zweitgrößte deutsche Hersteller von Rüstungsgütern.
  • Schwerpunkte der Waffenproduktion sind militärische Rad- und Kettenfahrzeuge wie Kampf- und Schützenpanzer sowie Munition.
  • Rheinmetall ist Mitglied in den Leitindizes DAX und EuroStoxx 50. Der Börsenwert liegt aktuell bei rund 40 Milliarden €.

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Fazit

Der jüngste Ausverkauf hat die bereits gestern erkennbaren Abwärtsrisiken eindrucksvoll bestätigt. Mit dem Rückfall unter 900,20 € ist die technische Ausgangslage nochmals deutlich kritischer geworden. Nach möglichen kurzfristigen Gegenbewegungen favorisiere ich deshalb weitere Verluste bis 772 € und gegebenenfalls sogar 605,40 €. Erst eine nachhaltige Rückeroberung der Widerstandsregion um 989,20 € würde das Chartbild spürbar verbessern. Trotz des kräftigen Kursverfalls erscheint ein Einstieg derzeit hochspekulativ.

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