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Meta-Aktie +11%: Wird Muse zur nächsten Gewinnmaschine?

Eine neue Ära
Vincent Uhr
Die Meta-Aktie ist am Montag um 11,3% auf 741,25 US$ gesprungen. Auslöser ist die Begeisterung über den neuen KI-Agenten Muse, der nicht nur Fragen beantworten, sondern selbstständig Reisen buchen, Formulare ausfüllen oder Einkäufe erledigen kann. Strategisch besitzt das Produkt enormes Potenzial – kurzfristig dürften die Erwartungen der Börse den tatsächlichen Umsätzen jedoch weit vorausgeeilt sein.

Mehr als ein weiterer Chatbot

Muse basiert auf Metas neuem KI-Modell Muse Spark. Nutzer können dem Agenten mehrstufige Aufgaben und längerfristige Ziele übertragen. Die Anwendung soll anschließend eigenständig Browser öffnen, Angebote vergleichen und Abläufe koordinieren – selbst wenn sie zwischenzeitlich geschlossen wird.

Vor sensiblen Aktionen wie dem Versenden einer E-Mail oder dem Abschluss eines Kaufs muss Muse die Zustimmung des Nutzers einholen. Bezahlt werden kann über Link von Stripe, später soll auch Shop Pay unterstützt werden. Zum Start ist Muse in den USA über eine eigene App, das Internet und WhatsApp verfügbar.

Darin liegt Metas größter Vorteil gegenüber kleineren KI-Anbietern. Der Konzern erreicht über Facebook, Instagram, Messenger und WhatsApp täglich rund 3,6 Milliarden Menschen. Muss Meta nur einen kleinen Teil dieser Nutzer für Muse gewinnen, könnte der Agent sehr schnell eine Reichweite erzielen, für deren Aufbau Konkurrenten Jahre benötigen.

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Der schnellste Weg zum Gewinn führt nicht über Werbung

Die meisten Funktionen sollen kostenlos bleiben. Für höhere Nutzungsgrenzen bietet Meta allerdings kostenpflichtige Abonnements an. Damit erhält die milliardenschwere KI-Offensive erstmals eine direkte Erlösquelle, die nicht vom klassischen Werbegeschäft abhängig ist.

Zudem könnte Muse langfristig zu einer neuen Schnittstelle zwischen Verbrauchern und Unternehmen werden. Wenn der Agent Flüge bucht, Produkte kauft oder Dienstleister auswählt, gewinnt Meta erheblichen Einfluss darauf, welche Anbieter überhaupt berücksichtigt werden. Vermittlungsgebühren, bevorzugte Platzierungen oder spezielle Funktionen für Geschäftskunden wären denkbare Einnahmequellen.

Mit einem unmittelbaren Schub für die personalisierte Werbung sollten Anleger dagegen nicht rechnen. Meta betont ausdrücklich, dass Unterhaltungen und Daten aus der geschützten Muse-Umgebung nicht mit den eigenen Werbesystemen geteilt werden. Das ist für das Vertrauen der Nutzer wichtig, begrenzt vorerst aber die naheliegendste Form der Monetarisierung.

Die Bewertung verlangt schnelle Erfolge

Im zweiten Quartal steigerte Meta den Umsatz um 28% auf 60,8 Milliarden US$. Gleichzeitig belasten der Aufbau der KI-Infrastruktur und weitere Sonderkosten den Cashflow. Für das Gesamtjahr plant der Konzern inzwischen Investitionen von bis zu 145 Milliarden US$.

Nach dem Kurssprung wird die Aktie mit rund dem 22-Fachen der für das kommende Jahr erwarteten Gewinne bewertet. Das erscheint angesichts des starken Werbegeschäfts und der hohen Profitabilität nicht extrem, enthält aber bereits erhebliche Erwartungen an die KI-Strategie.

Auch bei den Kurszielen ist die Luft dünner geworden. Wells Fargo erhöhte sein Ziel zwar von 640 auf 796 US$, sieht nach dem Sprung auf 741,25 US$ damit aber nur noch gut 7% Potenzial. Das durchschnittliche Analystenziel liegt mit knapp 757 US$ sogar nur unwesentlich über dem aktuellen Kurs.

ℹ️ Meta Platforms in Kürze

  • Meta Platforms (ehemals Facebook) (WKN: A1JWVX) ist ein US-Technologieunternehmen und Mutterkonzern der weltweit größten sozialen Netzwerke Facebook und Instagram.
  • Darüber hinaus gehören auch die Instant-Messaging-Apps WhatsApp und Messenger sowie der Virtual-Reality-Gerätehersteller Meta Quest zu Meta Platforms.
  • Der Konzern hat seinen Sitz im kalifornischen Menlo Park und ist sowohl Mitglied des Nasdaq 100 auch als des S&P 500 Index.
  • Mit einer Marktkapitalisierung von ca. 1,89 Billionen US$ liegt Meta Platforms gegenwärtig auf Platz 10 der wertvollsten Unternehmen der Welt.

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Vincent Uhr

Fazit

Muse könnte für Meta tatsächlich der wichtigste Schritt von generativer zu kommerziell nutzbarer KI sein. Reichweite, Kapital und die Einbindung in WhatsApp verschaffen dem Konzern einen gewaltigen Startvorteil. Nach einem Tagesplus von mehr als 11% würde ich der Aktie dennoch nicht hinterherlaufen: Bestehende Positionen können gehalten werden, für Neueinsteiger erscheint ein Rücksetzer attraktiver.