XRP gerät erneut unter Druck. Am heutigen Dienstag notiert der Coin bei rund 1,27 US$, das ist ein Minus von -1,9% binnen 24 Stunden. Als Basisszenario rechnet der Krypto-Analyst ChartNerd inzwischen mit einem Tief bei 0,98 US$ bis Ende 2026. Gleichzeitig war XRP in Südkorea erneut der meistgehandelte Coin. Damit stellt sich die Frage: Droht XRP der Rückfall unter die Marke von 1 US$?
Analyst ChartNerd warnt erneut
ChartNerd hatte bereits vorhergesagt, dass XRP früher in diesem Jahr unter 1 US$ rutscht. Jetzt sieht er nach eigener Aussage frühe Warnsignale dafür, dass sich der Weg für einen tieferen Rücksetzer in Richtung 1 US$ öffnet. Diese Entwicklung beobachtet er seit mehr als zwei Monaten, weil sich die Marktstruktur abgeschwächt hat. Halt erwartet er kurzfristig im Bereich von 1,25 bis 1,30 US$, also genau dort, wo XRP derzeit gehandelt wird.
Für den Analysten ist die Marke von 1,34 US$ entscheidend. Erst ein Wochenschluss darüber würde sein negatives Szenario infrage stellen. Die nächste große Hürde sieht er anschließend bei 1,45 US$. Am 18. Oktober fiel XRP bis auf 1,25 US$. Das war das tiefste Tagestief seit einem Monat. Die untere Kante der Unterstützung wurde damit bereits getestet.
Südkorea bleibt treu
Bei Upbit, der größten Kryptobörse Südkoreas, verwies XRP in der Woche bis zum 18. Oktober Bitcoin und den Stablecoin USDT beim Handelsvolumen erneut auf die oberen Plätze. Insgesamt wurde auf der Börse allerdings weniger gehandelt: Mit 8,35 Billionen Won, umgerechnet rund 6,28 Milliarden US$, lag das Wochenvolumen 15,5% unter dem der Vorwoche. Auf den großen südkoreanischen Handelsplätzen ging der Umsatz im Schnitt sogar um 19,6% zurück. Am 15. Oktober entfielen mit 145,6 Millionen US$ rund 11,7% des gesamten Upbit-Volumens auf das Handelspaar XRP/Won.
Für die Kursrichtung sagen diese Daten wenig aus. XRP verlor in derselben Woche 7,1%. Hohe Umsätze bei fallenden Kursen können genauso gut auf viele Verkäufer hindeuten wie auf neue Käufer. Die Spitzenposition zeigt vor allem, dass südkoreanische Trader XRP treu bleiben, während der Handel mit anderen Coins nachlässt.
Zuflüsse in ETFs versiegen
Auch von institutionellen Anlegern kommt derzeit kaum Schub. Die US-Spot-ETFs auf XRP haben seit ihrem Start netto rund 1,8 Milliarden US$ eingesammelt. Das verwaltete Vermögen lag am 16. Oktober aber nur bei etwa 1,47 Milliarden US$, weil der Kurs des Coins gefallen ist. Am 14. Oktober flossen lediglich 740.400 US$ neu in die Produkte, und zwar ausschließlich in den ETF von Bitwise. Davor waren drei Handelstage in Folge ohne frisches Geld geblieben.
Netzwerk kühlt ab
Im Netzwerk selbst ist die Abkühlung noch deutlicher. Die Zahl der aktiven Nutzer ist von rund 500.000 im August auf unter 100.000 gefallen. Mit einer Marktkapitalisierung von zuletzt knapp 82 Milliarden US$ ist XRP weiterhin die fünftgrößte Kryptowährung.
Fazit
Aus meiner Sicht spricht derzeit mehr für das Szenario von ChartNerd als dagegen. Der Kurs liegt am unteren Rand der Unterstützung, die Nachfrage über die ETFs ist fast zum Erliegen gekommen und das Netzwerk wird deutlich weniger genutzt. Die Spitzenposition auf Upbit kann diese Schwäche kaum ausgleichen, weil sie in einem insgesamt schrumpfenden Markt zustande kam. Solange XRP auf Wochenbasis unter der von ChartNerd genannten Schwelle schließt, bleibt das Risiko eines Rückfalls in Richtung 1 US$ hoch.
Hält dagegen die aktuelle Unterstützung und gelingt der Sprung über diese Schwelle, könnte sich das Bild aufhellen. Ein wichtiges Signal wären außerdem wieder steigende ETF-Zuflüsse. Für einen Neueinstieg erscheint mir die Lage im Moment zu unsicher. Anleger könnten die Entwicklung von der Seitenlinie aus beobachten und einen Einstieg erst erwägen, wenn XRP diese Marke zurückerobert hat. Wer bereits investiert ist, könnte einen Kurs um 1 US$ als realistisches Risiko in seine Planung einbeziehen.
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