Die Spritpreise drehen schon wieder. Zwar zeigte der Tagesdurchschnitt des ADAC am Mittwoch noch nach unten, mit 2,265 € pro Liter Super E10 und 2,418 € pro Liter Diesel, das waren 0,2 beziehungsweise 1 Cent weniger als am Dienstag. Doch bereits am Mittwochnachmittag kletterten die Preise laut dem Portal "Tankerkönig" wieder über das Dienstagniveau, und am Donnerstagvormittag stellte der ADAC um 10.00 Uhr deutlich höhere Werte fest. E10 legte um 1,8 Cent zu, Diesel sogar um 2,2 Cent. Der Treiber dürfte der anziehende Rohölpreis sein.
Der Tankrabatt kommt, die Kritik auch
Am Freitag sollen Bundestag und Bundesrat den neuen Tankrabatt beschließen, rund 17 Cent für die Monate Oktober, November und Dezember. Doch der Widerstand ist erheblich. Zahlreiche Wirtschaftswissenschaftler, Ifo-Institut, Monopolkommission und Bundeskartellamt hatten bereits beim letzten Tankrabatt im Mai und Juni festgestellt, dass die Entlastung nicht vollständig bei den Autofahrern ankam. Auch der Sozialverband VdK bezeichnet den neuen Rabatt als "falschen Weg". VdK-Präsidentin Verena Bentele kritisiert, dass Steuergeld in die Gewinne der Mineralölkonzerne fließe, statt Haushalten mit geringem Einkommen, Grundsicherungsempfängern, Pflegebedürftigen und Familien mit hohen Mieten direkt zu helfen. Bentele plädiert für direkte Auszahlungen, eine Senkung der Stromsteuer und niedrigere Mehrwertsteuer auf Obst, Gemüse und Hülsenfrüchte.
Übergewinnsteuer bleibt auf der Agenda
Parallel läuft die Debatte um eine Übergewinnsteuer weiter. Die EU-Kommission hat den Vorstoß von Bundesfinanzminister Lars Klingbeil für eine europäische Lösung vorerst abgeblockt. EU-Wirtschaftskommissar Valdis Dombrovskis betonte jedoch, dass Mitgliedstaaten selbst tätig werden könnten. Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies will genau das, auf nationaler Ebene, falls die europäische Ebene versagt.
Was das für Mineralölaktien bedeuten könnte
Für Anleger in Mineralölkonzerne wie Shell oder TotalEnergies dürfte die Debatte vorerst wenig Konkretes ändern. Solange eine europäische Übergewinnsteuer vom Tisch ist und nationale Lösungen noch nicht beschlossen wurden, blieben die Gewinnperspektiven der großen Ölmultis intakt.
Quelle: dpa-AFX
Wenn Du die Märkte im Blick behalten möchtest, bist Du mit unseren kompakten und verlässlichen Updates immer einen Schritt voraus. Im SD Insider Newsletter berichten wir regelmäßig über relevante Nachrichten aus Wirtschaft, Börse und den einzelnen Unternehmen.