Die Ölpreise zeigen sich am Freitag im frühen Handel weitgehend stabil. Ein Barrel Brent zur Dezember-Lieferung kostete zuletzt 102,06 US$, ein leichtes Minus von 0,24 Prozent. Die Gewinne vom Vortag bleiben damit vorerst erhalten.
Tanker unter Beschuss in der Straße von Hormus
In der Nacht kam es erneut zu einem Angriff in der Straße von Hormus. Nach Angaben der britischen Behörde für Sicherheit in der Schifffahrt (UKMTO) geriet ein Tanker beim Durchfahren der Meerenge unter Beschuss, an Bord brach Feuer aus. Der Vorfall ereignete sich am Donnerstagabend Ortszeit.
Gleichzeitig eskaliert die Lage im Jemen. In der Hauptstadt Sanaa waren laut Augenzeugenberichten mehrere schwere Explosionen zu hören, Rauchsäulen stiegen in der Nähe des Präsidentenpalasts auf. Der Huthi-nahe Sender Al-Masirah berichtete von Angriffen Saudi-Arabiens auf Sanaa sowie auf die Provinzen Saada, Tais und Amran. Details zu Zielen oder möglichen Schäden nannte der Sender nicht.
USA verlegen dritte Flugzeugträgerkampfgruppe in den Nahen Osten
Brisanter als die Ölpreisbewegung selbst sind die geopolitischen Nachrichten aus Washington. Laut Berichten des "Wall Street Journal" und des Nachrichtenportals "Axios", die sich auf US-Beamte berufen, schickt das Pentagon eine dritte Flugzeugträgerkampfgruppe sowie weitere Kriegsschiffe in den Nahen Osten. Das schürt Spekulationen über mögliche Angriffe auf den Iran nach den Parlamentswahlen Anfang November. US-Präsident Donald Trump sagte auf die direkte Frage im "Time"-Magazin schlicht: "Möglich."
Ölmarkt bleibt anfällig
Die Analysten Brian Martin und Daniel Hynes von der ANZ Group warnten in einer aktuellen Analyse, der Ölmarkt sei nach sechs Monaten rückläufiger Lagerbestände sehr anfällig für einen weiteren Preissprung. Die Sorge, der Iran könnte auf die militärische Aufrüstung mit Angriffen auf US-Einrichtungen und die Energieinfrastruktur in der Region reagieren, wächst unter Anlegern spürbar.
Sollte sich der Konflikt mit dem Iran weiter zuspitzen, wären deutliche Aufschläge beim Brent-Preis denkbar, was Energieaktien kurzfristig Rückenwind geben könnte. Für Öl-Titel wie Shell oder TotalEnergies wäre das ein klarer Impulsgeber nach oben, während energieintensive Branchen wie Chemie oder Luftfahrt unter steigenden Rohstoffkosten leiden dürften.
Quelle: dpa-AFX
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