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Ölpreis: Warum Tanken wieder teurer werden könnte

Benzinpreise steigen
Redaktion | Wirtschaft

Der Ölpreis hat sich heute wieder nach oben gearbeitet. Ein Barrel Brent kostete zuletzt 101,76 US$, ein Plus von 1,21 Prozent gegenüber dem Vortag. Damit bleibt der Preis in der Nähe der psychologisch wichtigen Marke von rund 100 US$ pro Barrel, die zuletzt als eine Art Anker funktioniert hat.

Straße von Hormus: Spannungen trotz mehr Transporten

Die Lage rund um die Straße von Hormus bleibt unübersichtlich. Zwar sind die Öltransporte durch die Meerenge in den vergangenen Wochen gestiegen, die britische Schifffahrtsbehörde UK Maritime Trade Operations meldete im laufenden Monat aber bereits mindestens neun Angriffe in der Wasserstraße. Das entspricht schon der Hälfte aller Zwischenfälle, die im gesamten September in der Straße von Hormus und im Persischen Golf zusammen registriert wurden. Kein Wunder also, dass der Ölpreis keine klare Richtung findet.

Haris Khurshid, Anlagechef bei Karobaar Capital, erklärte gegenüber Bloomberg, der Markt beginne daran zu glauben, dass das Öl weiterhin durch die Meerenge fließt. Gleichzeitig wies er darauf hin, dass niedrige Lagerbestände und eine knappe Dieselversorgung dafür sorgen, dass der physische Markt deutlich weniger Puffer hat, als die Exportzahlen auf den ersten Blick vermuten lassen.

Raketenangriff auf Saudi-Arabien abgewehrt

Saudi-Arabien meldete heute einen abgewehrten Raketenangriff der jemenitischen Huthi-Miliz. Nördlich der Hauptstadt Riad sei eine ballistische Rakete abgefangen und zerstört worden. Das teilte Turki al-Maliki mit, Sprecher des von Saudi-Arabien geführten Militärbündnisses, das im Jemen kämpft. Solche Meldungen erinnern daran, wie fragil die Sicherheitslage in der gesamten Region ist.

Was das für die Börse bedeuten könnte

Unserer Meinung nach bleibt die Lage für Energieaktien und ölbezogene Werte angespannt, aber nicht eindeutig bullisch. Der Ölpreisanstieg von 1,21 Prozent ist solide, die strukturellen Risiken durch den Krieg zwischen den USA und dem Iran sowie die anhaltenden Angriffe in der Straße von Hormus dürften den Inflationsdruck hochhalten. Das wiederum könnte auf die Stimmung an den Aktienmärkten insgesamt drücken, da steigende Energiepreise die Margen in vielen Branchen belasten. Energiekonzerne mit Förderkapazitäten abseits der Golfregion könnten davon profitieren. Wir sehen die Lage deshalb eher als Unterstützung für defensive Energiewerte, während der breite Markt unter dem Inflationsdruck leiden dürfte.

Quelle: dpa-AFX

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