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Ölpreis: 3 Tage im Sinkflug – wie geht es weiter?

Ölpreis fällt
Redaktion | Wirtschaft

Der Ölpreis gerät nicht zum ersten Mal in dieser Woche unter Druck. Bereits den dritten Tag in Folge fiel Brent-Rohöl, diesmal um 0,99 Prozent auf 103,80 US$ je Barrel.

Saudi-Arabien dreht am Hahn

Saudi-Arabien hatte am Mittwoch angekündigt, die Ost-West-Pipeline binnen weniger Tage auf mindestens 50 Prozent ihrer Kapazität hochzufahren. Das reichte, um den Markt zu bewegen. Läuft die Pipeline wieder auf Touren, dürfte ein weiterer, deutlich stärkerer Preisrückgang folgen. Bis dahin bleibt das Preisniveau laut Commerzbank hoch.

Diplomatie und Huthi-Rebellen im Blick

Auf der anderen Seite fehlen dem Markt klare diplomatische Impulse. China soll den Iran aufgefordert haben, auf eine Eindämmung der Huthi-Angriffe hinzuwirken. Die Huthi-Rebellen im Jemen hatten zuletzt Öltanker in der Region attackiert und damit das Rohölangebot verknappt. Zudem will Saudi-Arabien laut Bloomberg im Oktober kein Rohöl nach Europa liefern. US-Präsident Donald Trump plant seinerseits am Dienstag am Rande der UN-Generalversammlung in New York Gespräche mit Vertretern mehrerer Golfstaaten. Das Portal "Axios" berichtete, Trump wolle dabei nächste Schritte im Iran-Konflikt ausloten. Eine "große Entscheidung" habe er in diesem Zusammenhang angekündigt, zeitlich aber bewusst vage gehalten.

Gas dreht kurz ins Plus

Während Öl nachgibt, legte Erdgas zu. Der TTF-Terminkontrakt stieg heute in Amsterdam um 2,1 Prozent auf 77,76 € je Megawattstunde. Noch am Montag hatte der Preis mit 84,41 € je Megawattstunde den höchsten Stand seit Ende 2022 markiert. Auf Wochensicht bleibt aber auch Gas im Minus. Wirtschaftsministerin Katherina Reiche will angesichts der gesunkenen Gaspreise die finanziellen Anreize für Händler erhöhen, mehr Gas für den Winter einzulagern.

Was bedeutet das für die Börse?

Für Energieaktien bleibt die Lage ungemütlich. Ein weiterer Rückgang des Ölpreises dürfte Titel wie Shell, TotalEnergies oder BP belasten, deren Bewertungen stark vom Rohölniveau abhängen. Sollte die Ost-West-Pipeline tatsächlich zügig hochgefahren werden, könnten die Kurse dieser Unternehmen spürbar unter Druck geraten. Staatliche Gasmarkt-Eingriffe wiederum könnten den TTF-Preis laut Commerzbank wieder kräftiger nach oben treiben, was Gasförderern zumindest kurzfristig Rückenwind gäbe.
Quelle: dpa-AFX

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