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Allianz-Aktie: Bringt der Griechenland-Deal jetzt neuen Schub?

Zukauf in Griechenland

Die Allianz-Aktie hat am gestrigen Donnerstag mit einem Plus von +1,37% bei 430,50 € geschlossen. Im Tagesverlauf erreichte sie zeitweise 435,00 €. Am Vortag hatte der Versicherer mit der National Bank of Greece die verbindlichen Verträge für eine Beteiligung von 30% an Allianz Greece und eine exklusive Vertriebspartnerschaft unterzeichnet. Was bedeutet der Griechenland-Deal für die Aktionäre?

Die Bank wird Miteigentümer

Am 14. Oktober 2026 unterzeichneten die Allianz SE, die National Bank of Greece und Allianz Greece einen Kaufvertrag. Die Bank erwirbt damit 30% an Allianz European Reliance, der Gesellschaft hinter der Marke Allianz Greece. Vorausgegangen war eine Absichtserklärung vom 7. Mai 2026. Ab Anfang 2027 sollen beide Partner im Bankvertrieb zusammenarbeiten. Für den Vollzug des Anteilskaufs fehlen noch die üblichen Bedingungen, darunter die behördlichen Genehmigungen.

Laut der Absichtserklärung aus dem Mai ist der Vertrieb zunächst auf zehn Jahre angelegt. Unter vereinbarten Bedingungen verlängert er sich automatisch um fünf Jahre. Allianz Greece soll Lebens-, Kranken- und Sachversicherungen sowie Spar- und fondsgebundene Produkte über die Filialen und digitalen Kanäle der Bank anbieten. Produktentwicklung und Risikoprüfung bleiben bei der Allianz. Vorstandsmitglied Sirma Boshnakova sieht in dem Deal einen Ausdruck der langfristigen Bancassurance-Strategie des Konzerns.

Ein Vertriebskanal für Griechenland

Für die Allianz liegt der Wert der Vereinbarung im Zugang zu den Kunden. Allianz Greece war bislang der sechstgrößte Versicherer des Landes, hatte aber keinen Bankpartner. Die Bank braucht Provisionserträge, die Allianz ein dichtes Vertriebsnetz. Damit ziehen beide Seiten in dieselbe Richtung.

Aus meiner Sicht ist die Beteiligung von 30% der wichtigere Teil des Deals. Die Bank verdient künftig am Gewinn des Versicherers mit und hat damit einen Grund, Allianz-Produkte aktiv zu verkaufen. Für das Wachstum der Allianz in Südeuropa ist das ein sinnvoller Baustein. Spürbar im Konzernergebnis wird der Deal frühestens ab 2027, und er hängt davon ab, wie gut der Vertrieb über die Bankfilialen anläuft.

Jefferies bleibt vorsichtig

Jefferies hob das Kursziel am 8. Oktober von 420 auf 440 € an und bestätigte die Einstufung "Hold". Analyst Philip Kett begründete das damit, dass die Allianz Gewinne aus dem Verkauf ihrer indischen Gemeinschaftsunternehmen schneller in festverzinsliche Wertpapiere investiert. Gleichzeitig warnte er, die Unruhe am Anleihemarkt könne der Branche Verluste bei solchen Papieren bringen.

Auf Basis der Gewinnerwartungen ergibt sich beim Schlusskurs vom Donnerstag ein KGV von rund 14 für 2026 und von etwa 13 für 2027. Analysten erwarten, dass die Dividende von zuletzt 17,10 € auf rund 18,90 € je Aktie steigt. Beim jetzigen Kurs entspräche das einer Rendite von etwa 4,4%.

Erholung nach dem Rückschlag

Das 52-Wochen-Hoch liegt bei 454,60 €. Nach einem Rekordhoch im September fiel die Aktie innerhalb von zwei Handelstagen deutlich. Am 21. September schloss sie bei 444,90 €, am 23. September nur noch bei 411,50 €. Seit dem Tief Anfang Oktober hat sie sich schrittweise erholt und stieg am 14. Oktober über die 20-Tage-Linie.

Fazit

Den Griechenland-Deal halte ich für eine strategisch saubere Ergänzung. Den Kurs der Allianz-Aktie wird er allein aber kaum bewegen, dafür ist der griechische Markt im Verhältnis zum Gesamtkonzern zu klein. Für die Aktie zählen aus meiner Sicht eher das Kerngeschäft, die Zinserträge aus dem Anlageportfolio und die Dividende.

Entscheidend wird nun sein, ob die Quartalszahlen am 12. November die Erwartungen bestätigen und ob die Anleihemärkte ruhig bleiben. Für einen Versicherer dieser Größe halte ich die Aktie für eher fair als günstig bewertet. Nach der Erholung liegt sie zudem nur noch knapp unter dem Kursziel von Jefferies. Für bestehende Anleger könnte es sinnvoll sein, die Aktie wegen der verlässlichen Dividende zu halten. Ein Neueinstieg könnte erst interessant werden, wenn die Zahlen im November überzeugen oder die Aktie wieder in die Nähe der Oktobertiefs zurückfällt.

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